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Gleich und doch verschieden
ethnographische Untersuchungen zur Bedeutung von Ethnizität im frühen Kindesalter
Stefanie Lentner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Bettina Dausien
DOI
10.25365/thesis.23078
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30501.60551.604470-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Obgleich Vielfalt und Heterogenität in Kindergartengruppen längst Realität ist, scheint dem-gegenüber die Forschungslage im deutschsprachigen Raum, welche sich mit Fragen zur Bedeutung von Ethnizität insbesondere in früher Kindheit befassen, recht spärlich. Einer Vielzahl von quantitativ-experimentellen Studien stehen einzelne qualitative Forschungsarbeiten gegenüber, die sich der genuin kindlichen Perspektive widmen. Die vorliegende Diplomarbeit steht in der Tradition solcher Arbeiten und geht im Speziellen der Frage nach, ob und wie sich Kinder zwischen drei und sechs Jahren in Interaktionen mit Peers im Kindergarten mit Ethnizität auseinandersetzen. Mittels ethnographischer Vorgehensweise wurde die kindliche Perspektive in Bezug auf Ethnizität zu erfassen versucht. Die Auswertung, die in Anlehnung an die Grounded Theory erfolgte, basiert auf der Analyse von Beobachtungsprotokollen, die im Rahmen von ethnographischer Feldforschung in zwei Wiener Kindergärten entstanden.
Entgegen gemeinhin vorherrschender Vorstellungen zeigte sich, dass sich Kinder frühen Alters eigeninitiativ und ungesteuert mit verschiedenen Facetten von Ethnizität befassen. Während sich auf der einen Seite eine Auseinandersetzung mit Ethnizität unter anderem in einer Befassung mit der eigenen Zugehörigkeit insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund ausdrückt, konnte auf der anderen Seite die Nutzung von Unterscheidungsmerkmalen beobachtet werden. Der Einsatz von Differenzmerkmalen wie Herkunft, Sprache oder Hautfarbe erfüllt in bestimmten Situationen eine spezifische Funktion, nämlich um andere auszuschließen, sich abzugrenzen, zu vergleichen und zu provozieren. Es ist jedoch anzunehmen, dass sich Kinder damit nur deshalb in unterscheidender oder diskriminierender Weise auseinandersetzen, weil die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Minorität eine in Gesellschaft relevante ist. Ein solcher Befund ist konsistent mit den wenigen vorhandenen Studien, welche von einem „Doing Ethnicity“ ausgehen. Weiters konnte festgestellt werden, dass der Wechsel in eine für andere nicht verstehbaren Sprache von Kindern intendiert eingesetzt wird um Freiräume zu schaffen, Peers und Erwachsene aus der Kommunikation zu exkludieren. Eine selbsttätige Befassung konnte in Situationen nur dann beobachtet werden, wenn sie von einer gewissen Autonomie seitens der Kinder geprägt waren. Ein eigenaktives Aushandeln und Experimentieren mit Ethnizität, so scheint es, bedarf Freiräume zur Bearbeitung.
Die Beobachtungen legen jedoch nahe, dass nicht nur Ethnizität, sondern verschiedene Merkmale von Differenz wie Alter und Geschlecht in den Interaktionen der Kinder relevant sind. Die Autorin folgert daher, dass sich Kinder im Kindergarten in der Erprobung und Aneignung sozialer Differenz üben.
Abstract
(Englisch)
Although diversity and heterogeneity have become reality in nursery school, research that deals with the importance of ethnicity especially in the early childhood seems to be scarce in German speaking countries. A vast number of quantitative-experimental studies are opposed to single qualitative studies which focus on the genuine perspective of the child. The following thesis follows the tradition of these works and tries to answer in particular the question of if and how children between the ages three and six deal with ethnicity in their interactions among peers in nursery school. By choosing an ethnographic method the perspective of the child in relation to ethnicity has been seized. The evaluation took pattern from Grounded Theory and is based on the analysis of observation records written during ethnographic field work in two Viennese nursery schools.
Contrary to common assumptions it was shown that children of early age deal self-initiatively and unrestrained with diverse aspects of ethnicity. On the one hand ethnicity was relevant especially for children with a background of migration who dealt with their own belonging; on the other hand the use of distinctive marks was observed in this context. The use of distinctive marks such as origin, language or skin colour fulfils a specific function in certain situations, which is to exclude others, to delimit oneself, to compare and to provoke.
But it can be assumed that children only deal with it in a differing and discriminating way, because belonging to an ethnic minority is a relevant category in society. Such a conclusion goes along with the few existing studies that take pattern from the concept of “Doing Ethnicity”.
Furthermore it could be shown that children switched intentionally to a language which could not be understood by others in order to create private spaces and to exclude peers and adults from communication. Managing and experimenting with ethnicity self-initiatively seems to need private spaces – it was thus only observed in situations which were marked by a certain autonomy on behalf of the children. However, observations suggest that not only ethnicity but also other features like age and gender are relevant to children’s interactions in nursery school. The author therefore concludes that children in nursery school try and adopt social difference.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
ethnicity preschool ethnographie doing ethnicity
Schlagwörter
(Deutsch)
Ethnizität Kindergarten Ethnographie Doing Ethnicity
Autor*innen
Stefanie Lentner
Haupttitel (Deutsch)
Gleich und doch verschieden
Hauptuntertitel (Deutsch)
ethnographische Untersuchungen zur Bedeutung von Ethnizität im frühen Kindesalter
Paralleltitel (Englisch)
Same, yet different ; ethnographical study to the meaning of ethnicity in early childhood
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
VI, 122 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Bettina Dausien
Klassifikation
80 Pädagogik > 80.03 Methoden und Techniken der Pädagogik
AC Nummer
AC10669463
Utheses ID
20635
Studienkennzahl
UA | 297 | | |
