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Der Wandel des Ernährungsverhaltens in Südamerika
Beispiele von Brasilien, Chile, Peru und Kolumbien
Astrid Schauerhuber
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Friederike Bellin-Sesay
DOI
10.25365/thesis.23098
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30372.76714.712661-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Nutrition Transition wird häufig als Übergang der Phase drei „schwindender Hunger“ zu Phase vier „ernährungsbedingte nicht übertragbare Erkrankungen“ verstanden und basiert auf Veränderungen im Ernährungs- und Bewegungsverhalten. Dieses wird be-einflusst von Faktoren wie Globalisierung, Urbanisierung sowie wirtschaftlichen und technischen Veränderungen. Ökonomische, technologische und soziale Entwicklungen erfolgen in einzelnen Ländern zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichem Ausmaß. Dementsprechend unterliegen die Beispielländer (Brasilien, Chile, Kolumbien und Peru) bzw. einzelne innerstaatliche Regionen unterschiedlichen Phasen des Ernäh-rungswandels. Dies ist auch anhand der variierenden Werte im Ländervergleich hin-sichtlich der demographischen und epidemiologischen Veränderungen ersichtlich. Auf-grund der extrem kurzen Zeitspanne, in der sich diese Veränderungen ergaben, trifft man in den ausgewählten Ländern auf ernährungsbedingte Doppelbelastung auf ver-schiedenen Ebenen.
Die Begriffe Globalisierung und Urbanisierung sind kaum voneinander zu trennen und haben Auswirkungen auf die Bereitstellung von technischen Geräten und entspre-chendem Knowhow sowie auf das Nahrungsmittelangebot selbst und führte über Kon-vergenz zu Veränderungen im Ernährungsverhalten. Die Ausweitung der Supermärkte in Südamerika führte zu einer Monopolstellung im Einzelhandel und zu einem steigen-den Angebot von industriell gefertigten Produkten. Die zunehmende Infiltration von Fastfood-Ketten und der Softdrink-Industrie leistete zusammen mit ausgeklügelten Werbestrategien einen wichtigen Beitrag zur Ernährungsadaption. Technische Verän-derungen führten zu einer Reduktion der physischen Aktivität in der Arbeitswelt, im Transport und in der Freizeit. Sportliche Inaktivität ist in den Beispielländern gang und gäbe. Geringe Unterschiede wurden in Abhängigkeit von Geschlecht, Alter, Lokalisation der Wohnstätte und dem zugrundeliegenden sozioökonomischen Status ausgemacht.
Zu den bedeutendsten Veränderungen in der Ernährung zählten die erhöhte Zufuhr von Fetten/Ölen, Zucker, tierischen Produkten und Softdrinks sowie der zunehmende Außerhauskonsum. Die sich durch den übermäßigen Konsum der genannten Kategorien ergebende positive Energiebilanz führte zu einer Abnahme von Unterernährung und einer Zunahme von Übergewicht und Adipositas. Die Prävalenz von Untergewicht und Unterentwicklung befindet sich in den Beispielländern auf relativ geringem Niveau. Die Prävalenz von Übergewicht und Fettleibigkeit nimmt jedoch Ausmaße an, die durchaus als Epidemie bezeichnet werden kann. Einfluss auf die Adipositasprävalenz haben Urbanisierung und sozioökonomischer Status. Der wirtschaftliche Entwicklungs-stand stellt ebenfalls eine wichtige Steuergröße dar.
Mit der Zunahme von Übergewicht und Adipositas stieg auch die Prävalenz von Diabe-tes und kardiovaskulären Erkrankungen. Betrachtet man abgesehen von der sozialen Bürde die Kosten (direkte als auch indirekte), die infolge von Fettleibigkeit und ernäh-rungsassoziierten Folgeerkrankungen entstehen, ist rasches und effektives Handeln unumstößlich um eine wirtschaftliche Katastrophe abzuwenden. Der Erfolg bisheriger Maßnahmen in den Beispielländern blieb aus bzw. muss noch belegt werden. Es wäre daher sinnvoll sich weitere Maßnahmen zur Förderung einer gesunden Ernährung und eines ausgewogenen Bewegungsverhaltens zu überlegen. Es sollten jedoch alle Akteu-re und Settings berücksichtigt und für die Beteiligung der Politik, als regulatorische Einheit auf Stufe der Lebensmittelproduktion und – industrie, gesorgt werden.
Aufgrund der beunruhigenden Ergebnisse müssen Entscheidungsträger aufgerüttelt und zum Handeln verpflichtet werden, besonders wenn man die positiven Auswirkun-gen einer geringen BMI-Reduktion von bereits einem Prozent auf die Verminderung der kumulativen Inzidenz für koronare Herzkrankheiten und Diabetes Mellitus berück-sichtigt.
Abstract
(Englisch)
Nutrition transition is commonly seen as the shift from stage three “receding famine” to stage four “degenerative disease”. It can be attributed to changes in diet and in physical activity patterns and is influenced by globalization, urbanization as well as economic growth, technical improvements, and culture. Changes occur at different times and in a different extent and therefore the selected countries (Brazil, Chile, Co-lombia, and Peru) are experiencing different stages of the nutrition transition. This can also be noticed by the examination of the national data related to demographic and epidemiological transition. The rapidity of these changes lead to the phenomenon of nutritional dual-burden.
Globalization and urbanization are difficult to distinguish between because of their multiple shared influences on allocation of technical devices, knowhow, and food. Doubtless both factors are affecting dietary patterns by dietary convergence. Super-markets spread through South America and reached the majority in retail. As a result, there was a rise in the range of packaged food sales. Well-designed advertisement and promotion by fast food and soft drink industry made a big contribution to dietary adaption. Moreover, a reduction in physical activity in terms of labor, transport, and leisure time could be noticed. Inactivity seems so be normal within the selected coun-tries even tough marginal differences were found related to sex, age, socioeconomic status, and dwelling (urban/rural).
The most powerful change in nutrition is the increase in consumption of fat/oil, sugar, animal source foods, and soft drinks accompanied by the enormous popularity of out-of-home eating. The mentioned shifts lead to a positive energy balance and therefore to a reduction in undernutrition and a rise of overweight and obesity. Looking into de-tail, the prevalence of undernutrition within Brazil, Chile, Colombia, and Peru was - compared to regions of crisis - on a low level. Anyhow, countries were faced by an in-creasing number of obese people so that we can talk about a real epidemic. The prevalence of obesity is influenced by urbanization and socioeconomic status depending on the economic development of the country.
Due to the boost in overnutrition, prevalence of diabetes, and cardiovascular diseases increased too. Regardless of the social burden caused by overweight, obesity, and nu-trition related diseases; emerging costs (direct and indirect costs) will be enormous and claim for fast and effective strategies to avoid an economic catastrophe.
Success of previous implementations failed to appear or is not verified so far. There-fore it would be reasonable to think of further measures to promote a healthy diet and an active lifestyle. Attention should be paid to the consideration of all actors and set-tings. Furthermore, political support is essential to achieve positive changes within food production and industry.
The alarming findings should make decision-makers aware of the problems caused by nutrition transition and encourage them to act, especially if we take into consideration that a small reduction in BMI of at least 1 % can cut down cumulative incidence of cor-onary hearth diseases and diabetes.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Unterentwicklung Auszehrung Übegewicht Adipositas Ernährungsverhalten Bewegungsverhalten Südamerika
Autor*innen
Astrid Schauerhuber
Haupttitel (Deutsch)
Der Wandel des Ernährungsverhaltens in Südamerika
Hauptuntertitel (Deutsch)
Beispiele von Brasilien, Chile, Peru und Kolumbien
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
VIII, 106 S. : Ill., graf. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Friederike Bellin-Sesay
AC Nummer
AC10505638
Utheses ID
20655
Studienkennzahl
UA | 474 | | |
