Detailansicht
Deutschunterricht in den ersten vier Klassen der Allgemeinen Sonderschule unter besonderer Berücksichtigung von Schülerinnen und Schülern mit anderen Erstsprachen als Deutsch
Rebecca Raffaela Janker
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Rudolf De Cillia
DOI
10.25365/thesis.23304
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29066.37656.104854-0
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Im heutigen Schullalltag sind sowohl Lehrpersonen, als auch SchülerInnen zunehmend mit sprachlich und kulturell heterogenen Klassensituationen konfrontiert.
In der vorliegenden Arbeit werden jene drei Teilbereiche behandelt, die für Lehrpersonen in der Allgemeinen Sonderschule von besonderer Wichtigkeit sind, um den Unterricht (vor allem im Fach Deutsch) in dieser speziellen Situation zu planen und zu gestalten.
Der erste Teilbereich beschäftigt sich mit der Organisation des österreichischen Schulwesens. Dieses ist innerhalb eines gesetzlichen Rahmens organisiert, der Lehrpersonen und SchülerInnen Anordnungen für die Gestaltung des Schulalltags vorgibt. Die Möglichkeiten des Unterrichts bzw. einer speziellen Förderung in verschiedenen Bereichen werden im Hinblick auf Stundenausmaß, Anzahl der SchülerInnen in einer Klasse oder in einem speziellen Förderkurs oder angebotene Fächer (z.B. Sprachen im Rahmen des „Muttersprachlichen Unterrichts“) gesetzlich vorgegeben.
Ein besonderes Augenmerk wurde in diesem Zusammenhang aus mehreren Gründen auf die Allgemeine Sonderschule (ASO) gelegt. Der Lehrplan der ASO ist weitaus flexibler als jener von anderen Schulformen. Es handelt sich um einen Lehrplan mit Rahmencharakter, der die Grundlage für die eigenverantwortliche Planung bzw. Durchführung des Unterrichts von der Lehrperson bildet. Besondere Beachtung wird dabei nicht allgemein formulierten zu erreichenden Zielen geschenkt, sondern vielmehr hat die sonderpädagogische Förderung die Aufgabe, SchülerInnen mit Lernbeeinträchtigungen im Rahmen ihrer jeweiligen individuellen Möglichkeiten zu fördern. Aus diesem Grund orientiert sich die sonderpädagogische Förderung immer an der individuellen und sozialen Situation der SchülerInnen und arbeitet dementsprechend auch mit individuellen Förderplänen. Ziel ist es also nicht, ein bestimmtes im Lehrplan vorformuliertes Ziel in einem gewissen Alter zu erreichen, sondern das individuelle Entwicklungspotenzial der SchülerInnen bestmöglich auszuschöpfen (vgl. Lehrplan für die Allgemeine Sonderschule, „Stärken von Selbsttätigkeit und Eigenverantwortung“). Gerade in der ASO sollte es im Rahmen der Bestrebungen von Chancengleichheit und SchülerInnenzentriertheit machbar sein, die flexible Unterrichtsgestaltung zu nutzen, um innovative didaktische Konzepte zu implementieren. Bedenkt man zudem den hohen Anteil an SchülerInnen mit anderen Erstsprachen als Deutsch in der ASO, dann ist sprachliche Förderung ein wesentlicher Faktor zum Abbau von Lernbeeinträchtigungen, zur Herstellung von Chancengleichheit und zur Nutzung von vorhandenen Potenzialen.
Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit psycholinguistischen Theorien zum Erst- und Zweitspracherwerb. Die verschiedenen präsentierten Erstspracherwerbstheorien bestätigen, dass der Prozess des Erstspracherwerbs im Grundschulalter noch nicht abgeschlossen ist, sondern sich sowohl auf der phonologischen als auch auf der lexikalisch-semantischen und auf der morpho-syntaktischen Ebene noch in ständiger Umstrukturierung befindet.
Im dritten Teil dieser Diplomarbeit geht es um Möglichkeiten der sprachlichen Förderung in der Erst- und in der Zweitsprache. Vorgestellt werden deswegen innovative und/oder bewährte didaktische Modelle des DaZ-Unterrichts, die in den Regelunterricht „Deutsch“ in der ASO implementiert werden können, um eine bestmögliche Vermittlung der Zweitsprache Deutsch zu gewährleisten.
Das Erlernen der Zweitsprache Deutsch ist jedoch nur dann erfolgreich, wenn auch die Erstsprache beherrscht wird. Es werden aus diesem Grund didaktische Konzepte präsentiert, die es ermöglichen, die Förderung der Erstsprache auch in den Regelunterricht – vor allem in das Fach Deutsch – einzubauen, um allen SchülerInnen zu optimalen Chancen auf den Erwerb von Wissen und Bildung zu verhelfen – ein Ziel, das von jeder Lehrperson angestrebt werden sollte, da das Nichtverständnis von Sprache als eine zentrale Lernbeeinträchtigung anzusehen ist, die es im Rahmen der Chancengleichheit zu beheben gilt.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Deutsch als Zweitsprache Sprachlehrforschung Sprachlernforschung Sonderschule Deutschunterricht
Autor*innen
Rebecca Raffaela Janker
Haupttitel (Deutsch)
Deutschunterricht in den ersten vier Klassen der Allgemeinen Sonderschule unter besonderer Berücksichtigung von Schülerinnen und Schülern mit anderen Erstsprachen als Deutsch
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
173 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Rudolf De Cillia
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.23 Mehrsprachigkeit ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.24 Gruppensprachen, Fachsprachen, Sondersprachen ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.31 Spracherwerb ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.42 Sprachbeherrschung ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.43 Zweitsprachenerwerb ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.49 Angewandte Sprachwissenschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC09603612
Utheses ID
20845
Studienkennzahl
UA | 328 | | |
