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Alkoholabhängigkeit im Alter
ein Vergleich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, der personellen Ressourcen und der Stressbewätigung alkoholabhängiger älterer und jüngerer Männer vor und nach einer stationären Rehabilitation
Nadine Lehner,
Elisabeth Zeiler
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Germain Weber
DOI
10.25365/thesis.23550
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30235.55902.601970-3
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ziel der Untersuchung: Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde ein Vergleich des Therapieerfolges zwischen älteren und jüngeren Alkoholabhängigen in einem altersgemischten Rehabilitationsprogramm untersucht. Explizites Ziel war es, herauszufinden, ob sich die therapieerfolgsrelevanten Faktoren – gesundheitsbezogene Lebensqualität, personelle Ressourcen und Stressbewältigung – in den jeweiligen Altersgruppen im Zuge des Therapieverlaufs unterschiedlich verändern, um so Aufschluss über die Notwendigkeit speziell gerontologischer Entzugsprogramme zu erhalten. In diesem Sinne soll die Frage beantwortet werden, ob ein Therapieerfolg älterer Teilnehmer auch in altersunabhängigen Interventionen in vergleichbarem Ausmaß wie bei jüngeren erreicht werden kann.
Methode: Die Untersuchung konzentrierte sich, in Anlehnung an die aktuelle Forschungsliteratur ausschließlich auf Männer. Insgesamt nahmen 63 Patienten an der gesamten Untersuchung teil, wovon 27 (50 bis 70 Jahre) der Versuchsgruppe und 36 (21 bis 49 Jahre) der Kontrollgruppe angehörten. Um den Therapieerfolg ermitteln zu können, wurden die Patientendaten zu den therapieerfolgsrelevanten Faktoren am Beginn der Therapie, unmittelbar nach dem körperliche Entzug, sowie gegen Ende der Therapie, innerhalb der sechsten Behandlungswoche, erhoben. Zum ersten Erhebungstermin wurde neben einem soziodemografischen Fragebogen sowie dem WST, SF-36, FERUS, BDI und CBI-G auch ein Fragebogen zur Erfassung persönlich wichtiger Problembereiche bei der Abhängigkeitsentstehung und –aufrechterhaltung vorgegeben. Im Zuge der zweiten Erhebung kamen neben den bereits zum ersten Testzeitpunkt vorgelegten Erhebungsverfahren zusätzlich zwei selbst formulierte Fragebögen zur Berücksichtigung verschiedener Problembereiche in der Therapie sowie zur Teilnahme an therapeutischen Angeboten des API zur Anwendung.
Ergebnisse: Da sowohl die gesundheitsbezogene Lebensqualität, die personellen Ressourcen als auch die wesentlichsten Stressbewältigungsstrategien im Rahmen der sechswöchigen Rehabilitationstherapie am API in beiden Gruppen verbessert werden konnten, ist von einem allgemeinen Therapieerfolg beider Gruppen auszugehen. Die Steigerung der therapieerfolgsrelevanten Faktoren verlief bis auf einige Tendenzen, die größtenteils zugunsten der VG ausfielen, in beiden Gruppen ähnlich, was darauf schließen lässt, dass im Zuge der Therapie auf beide Gruppen gleichermaßen eingegangen wurde und so ein vergleichbarer Therapieerfolg anzunehmen ist.
Konklusion: Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen zunächst eindeutig die qualifizierte Arbeit, die am API geleistet wird auf, durch welche es nicht nur möglich war auf individuelle Entstehungs- als auch Aufrechterhaltungsfaktoren ausreichend einzugehen, sondern darüber hinaus durch kompetente therapeutische Angebote, sowohl die Lebensqualität, die personellen Ressourcen als auch die Stressbewältigungsfähigkeiten der Patienten zu steigern. Da weder zum ersten noch zum zweiten Erhebungszeitpunkt gravierende Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Alkoholabhängigen festgestellt werden konnten, stellt sich nunmehr die Frage, ob Altersunterschiede in therapeutischen Interventionen wirklich einen derart gravierenden Einfluss besitzen wie oftmals in der Literatur behauptet wird. Zusammenfassend ist im Allgemeinen aber anhand der gewonnenen Ergebnisse nicht davon auszugehen, dass eine Notwendigkeit für spezielle gerontologische Rehabilitationsprogramme besteht - viel wichtiger erscheint in diesem Zusammenhang eine kompetente, empathische und vor allem individuelle Betreuung, im Zuge derer, falls nötig auch auf mögliche altersspezifische Determinanten eingegangen wird, wie dies in speziell altersbezogenen Interventionen der Fall ist.
Abstract
(Englisch)
Objective of the study: Within the scope of the present research study a comparison of the therapeutic success between younger and older alcohol addicts in a rehabilitation program (varied aged subject group) was carried out. The objective was to detect whether relevant factors concerning therapeutic success – health-related quality of life, personal resources and coping strategies – would change differently in the respective age groups as part of the therapy-progress. The result of this comparison should indicate whether older participants in interventions achieve the same therapeutic success as younger participants independent of age, or whether particular gerontological detox programs are necessary.
Approach: Referring to the current research literature, the study is focused on men only. In total, 63 patients participated in the investigation, of which 27 (aged 50 to 70) were part of the test group and 36 (aged 21 to 49) of the control group. To investigate the therapeutic success, patient data concerning relevant factors for therapeutic success were compiled at the beginning of the therapy – immediately after the detoxification – as well as towards the end of the therapy, within the sixth week after the first medical treatment. The first elicitation was composed of a sociodemographic questionnaire, WST, SF-36, FERUS, BDI und CBI-G and a questionnaire related to important personal problem areas in terms of the emergence and the maintenance of addiction. As part of the second elicitation, two self-created questionnaires, one taking account of different problem areas during the therapy and the other examining the participation in the therapeutic offers of the API, were administered.
Results: In the course of the six weeks’ rehabilitation therapy at the API, the health-related quality of life, personal resources and the main coping strategies improved in both groups. Thus, a general therapeutic success, encompassing both groups, must be assumed. The improvement of relevant factors related to the therapeutic success proceeded similarly in both groups except some tendencies which mainly benefited the test group. Hence, both groups were treated equally, and this turn resulted in a comparable therapy success.
Conclusion: The results of the presented study initially illustrate the high-skilled work accomplished at the API. This level of skills enabled an elaboration of individual factors related to the emergence and the maintenance of addiction. Through qualified therapeutic offers both health-related quality of life, personal resources and coping strategies of the patients could all be improved. As no considerable differences between younger and older alcohol addicts could be ascertained, neither at the time of the first nor second, does the question arise whether age disparity in therapeutic interventions has a verifiably strong impact, as is often claimed in the literature. Finally, by reference to the obtained results, it has to be concluded that there is currently no need for particular gerontological detox programs. In this context, qualified, empathetic and especially individualized care appears much more important. If necessary, an age-specific determination can be elaborated as part of this particular therapy, as it is the case in age-related interventions.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
alcoholism elderly older alcohol addicts therapeutic sucess quality of life ressources coping
Schlagwörter
(Deutsch)
Alkoholabhängigkeit höheres Erwachsenenalter ältere Abhängige Therapieerfolg Lebensqualität Ressourcen Stressbewältigung
Autor*innen
Nadine Lehner ,
Elisabeth Zeiler
Haupttitel (Deutsch)
Alkoholabhängigkeit im Alter
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Vergleich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, der personellen Ressourcen und der Stressbewätigung alkoholabhängiger älterer und jüngerer Männer vor und nach einer stationären Rehabilitation
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
231 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Germain Weber
Klassifikation
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC10487140
Utheses ID
21056
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
