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Zum Verhältnis von Islam und Demokratie
zur Interaktion von Islam und Demokratie am Besipiel der demokratischen Entwicklungen Nigerias
Stefan Weiner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Martina Ciganikova
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.23602
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29229.60397.261162-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Nigeria kann mit der im Jahr 1999 etablierten Vierten Republik als Nachzügler jenes politischen Transitionsprozesses betrachtet werden, welcher sich in vielen Ländern des subsaharischen Afrikas bereits in der ersten Hälfte der 1990er Jahre vollzog. Dabei dient Nigeria, ein Land mit einer äußerst komplexen und heterogenen Gesellschaft, als Fallbeispiel, um das Interaktionsverhältnis von Islam und Demokratie zu beleuchten. Ausgehend von der These Samuel P. Huntingtons u.a., bezüglich der Unvereinbarkeit von Islam und Demokratie, wird einleitend eine Gegenthese konstruiert, welche davon ausgeht, dass »der Islam« in Nigeria je nach Ausformung sowohl vereinbar als auch unvereinbar mit »Demokratie« in Nigeria ist. Diese Annahme resultiert aus der Tatsache, dass eine allgemeingültige Aussage über den Islam und die MuslimInnen in Afrika, aber wohl auch in Nigeria schwierig ist. Innerhalb der Studie werden sodann zwei zentrale Forschungsfragen verfolgt und beantwortet: Zum einen wird nach den Auswirkungen des Interaktionsverhältnisses von Islam und Demokratie auf die demokratische Entwicklung Nigerias gefragt. Zum anderen wird untersucht, inwiefern die einzelnen Ausformungen des Islam in Nigeria mit den demokratischen Werten Nigerias vereinbar sind. Primäres Ziel der Arbeit ist es, der wechselseitigen Beeinflussung von Islam und Demokratie in Nigeria nachzugehen, wobei einerseits gezeigt wird, dass die große Bandbreite des Islam in Nigeria eine jegliche Verallgemeinerung über ihn unzulässig erscheinen lässt und sich andererseits die diversen muslimischen AkteurInnen im demokratischen Diskurs Nigerias sehr unterschiedlich positionieren und agieren. Werden zunächst im ersten Kapitel der Arbeit Konzepte und Ideen von Demokratie, Islam, »Politischer Islam«, Islamismus und Fundamentalismus präsentiert, nähert sich das darauf folgende Kapitel über eine Langzeitperspektive dem gewählten Forschungsgegenstand an. Diese Herangehensweise scheint dehalb angebracht, weil der Islam bereits seit Jahrhunderten nicht nur eine zentrale Stellung im religiösen Leben Nigerias einnimmt, sondern auch im politischen, sozialen und wirtschaftlichen. Dieser Abschnitt umfasst eine Zeitspanne von der Ausbreitung des Islam über den Transsaharahandel von Nordafrika nach Westafrika bis zur Etablierung der Vierten Republik Nigerias. Darauf aufbauend setzt sich das letzte Kapitel konkret mit dem Interaktionsverhältnis von Islam und Demokratie auseinander. Hierbei wird gezeigt, inwiefern Islam und Demokratie gegenseitig aufeinander einwirken und welche Auswirkungen diese Interaktion für die noch junge Demokratie Nigerias hat. Ebenso werden AkteurInnen aus dem nigerianischen muslimischen Spektrum vorgestellt und deren Verhältnis zur Demokratie untersucht. Bevor am Ende der Arbeit noch die wesentlichen Schlussfolgerungen zusammengefasst werden, wird einerseits noch auf die Wiedereinführung der Scharia in Nigeria im Jahr 2000 und andererseits auf die »ethno-religiöse« Heterogenität des Landes und ihre Auswirkungen auf die Demokratie eingegangen.
Abstract
(Englisch)
Nigeria, with its Fourth Republic established in the year 1999, can be viewed as a latecomer of the political transition process, which already took place in the first half of the 1990s in many countries of sub-saharan Africa. Nigeria, with its very complex and heterogeneous society, is used as a case study to look into the interactions between Islam and democracy. Starting from the theses of Samuel P. Huntington and others, regarding the incompatibility of Islam and democracy, an antithesis will be constructed which assumes that Islam in Nigeria takes a shape which is both compatible and incompatible with democracy. This results from the fact that it is very difficult to describe Islam and the Muslims in Nigeria in a generalized way. Within the study, two main questions will be addressed and answered: The first question concerns the consequences of the interaction of Islam and democracy on the democratic development in Nigeria. The second question focuses on the extent to which the individual manifestations of Islam in Nigeria are compatible with the democratic values of this country. The primary aim of this work is the analysis of the reciprocal influences between Islam and democracy in Nigeria, and it will be shown that the broad spectrum of Islam makes any attempt of generalization seem impossible, and that the individual muslim actors in the democratic discourse of Nigeria are positioned and act very differently. The first chapter of this work will present the concepts and ideas of democracy, Islam, »political Islam«, Islamism and fundamentalism. In the subsequent chapter, the main topic of this thesis will be approached via a long-term perspective. This kind of presentation seems adequate because Islam has been taking a very prominent position not only in the religious surroundings in Nigeria, but also in the political, social, and economic environment. This chapter will cover the time between the spreading of Islam via the trans-saharan trade from northern Africa to western Africa until the establishment of the Fourth Republic of Nigeria. Based on this, the last chapter deals directly with the interaction between Islam and democracy. The reciprocal influences between these two factors will be discussed here, together with the consequences of such interactions for the young democracy in Nigeria. Furthermore, individual actors from the entire Nigerian muslim spectrum will be presented, and their relationship to democracy will be discussed. Before the main conclusions of the work will be summarized at the end of the thesis, the re-establishment of the »sharia« in Nigeria in 2000 and the ‘ethno-religious’ heterogeneity of this country together with its influence on democracy will be analyzed.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Nigeria Geschichte Demokratie Islam "Entwicklung"
Autor*innen
Stefan Weiner
Haupttitel (Deutsch)
Zum Verhältnis von Islam und Demokratie
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur Interaktion von Islam und Demokratie am Besipiel der demokratischen Entwicklungen Nigerias
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
157 S. : Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Martina Ciganikova
Klassifikationen
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.80 Islam: Allgemeines ,
15 Geschichte > 15.92 Afrika südlich der Sahara ,
73 Ethnologie > 73.70 Politische Ethnologie: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.35 Demokratie
AC Nummer
AC10668762
Utheses ID
21101
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
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