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Der Migrant und das Dispositiv der Integration in der nationalstaatlichen Ordnung
eine theoretische Diskussion zentraler Konzepte und eine empirische Analyse des österreichischen 'Nationalen Aktionsplans für Integration'
Andreas Laux
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Jan Pospisil
DOI
10.25365/thesis.24063
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29930.27620.371470-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Diplomarbeit zeigt, welche epistemischen Überzeugungen der Vorstellung über Migrantinnen und Migranten im Nationalstaat zugrunde liegen, sie arbeitet heraus, wie ein bedeutendes
Strategiepapier das grundlegende Denken über Migration in Österreich diskursiv bespielt und welche Leitmotive die Regulation der Sozialfigur Migrant beeinflussen. Der Fokus liegt auf nationalen Kategorien, basierend auf der Annahme, dass diese im Rahmen der herrschenden sozialen Ordnung eine wesentliche Rolle spielen. Dabei wird auch untersucht, wie das Nationale sowie seine Grenzen im Verhältnis zur europäischen Dimension zu verstehen sind. Zunächst werden wesentliche Begriffe abgesteckt und in ihrer Bedeutung geklärt: Nation, Ordnung, nationalstaatliche Ordnung. Weiters wird im Rahmen des Konzepts der Sozialfiguren der Typus Migrant hergeleitet. Er wird als Repräsentation des Fremden bestimmt. Die Figur
wird in Bezug zu Grundkonstitutionen der nationalstaatlichen Ordnung gesetzt und zwischen
den beiden Größen angelegte Konflikte dargestellt. Anschließend werden nationale
Grenzziehungen unter ihren geänderten Bedingungen durch die europäische Integration untersucht.
Die aus den theoretischen Betrachtungen gewonnenen Erkenntnisse um zentrale Kategorien,
Mechanismen und Konfliktpotentiale dienen in Folge dazu, die Materie in einem konkreten
Kontext erfassen zu können. In diesem empirischen Teil nimmt die Diplomarbeit eine Analyse
des Nationalen Aktionsplans für Integration, der unter Federführung des österreichischen
Bundesministeriums für Inneres in den Jahren 2009/2010 ausgearbeitet wurde und dem nun
neu geschaffenen Staatssekretariat für Integration als wichtiges Strategiepapier und Grundlage
seiner Politik dient, vor. Dabei wird u.a. argumentiert, dass der Migrant im Zentrum eines
bedeutenden Dispositivs stehe. Dieses wird als Dispositiv der Integration ausgemacht, welches
Wirklichkeit schaffe und eine erhaltende Funktion für die unter Druck geratene Vorstellung
der nach nationalen Prinzipien strukturierten Ordnung ausübe.
In einem diskursanalytischen Verständnis begreift die Arbeit die Wirklichkeit als Produkt von
Diskursen und behandelt das im empirischen Teil analysierte Dokument als Beitrag zu einer
solchen Wirklichkeitskonstruktion. Konkreter methodischer Zugang sind die interpretive policy
analysis und eine Interpretation anhand des ausgearbeiteten begrifflichen/heuristischen
Rahmens. Die Arbeit befasst sich mit folgenden Fragen: Was bedeutet der Migrant für die nationalstaatliche
Ordnung? Auf welche Weise könnte der nationale Staat auf sie reagieren? Wie
versucht der österreichische Staat den Migranten tatsächlich zu regulieren? Wie wird dabei
die Nationsidee in Österreichs Nationalem Aktionsplan für Integration diskursiv reproduziert?
Wozu dient dem Staat der zur Gefahr stilisierte Migrant?
Dabei wird die Bedeutung von Integration als Leitmotiv für den Umgang mit Migranten und
Migrantinnen kritisch reflektiert und in einen Zusammenhang zur nationalen Ordnung gebracht.
Wozu dient das staatliche Programm Integration? Welche symbolisch-semantischen
Aufladungen erfährt die Figur Migrant in den Grenzziehungen des Staates und der Gesellschaft
und was sagen sie über die Vorstellungen vom Selbst aus?
Abstract
(Englisch)
This paper shows which implicit notions underlie the nationstate's concepts on migrants; it elaborates on how an important policy paper shapes the discourse on migration in Austria and what kind of leitmotifs influence the regulation of the migrant as a social type. The focus here is on national categories, based on the assumption that these categories play a major role within the prevalent social order. By analysing social order based on the principle of the nation,
its relationship to the European level is explored, and emphasis is put on its frontiers.
In a first step, essential terms are introduced and their meanings clarified: the national principle,
order and the nation state's order. Afterwards, the migrant is derived within the conceptual
framework of social types. He is defined as a representation of the stranger. The migrant
is then related to basic constitutions of the nation state's order. By doing so, potential points of
conflict between the two are made clear. Furthermore, the paper evaluates changing demarcations
of national frontiers in the context of European integration.
The insights derived from the theoretical part are later used to deal with a specific case. In this
empirical part, the policy paper Nationaler Aktionsplan für Integration, which, although
mainly shaped by the Austrian Ministry for Internal Affairs, was produced by several stakeholders
in 2009/2010, , is analysed. This Aktionsplan now serves as one of the chief points of
reference for the newly established State Secretary of Integration. Among other things, the paper
here argues that the migrant is in the centre of an important dispositif that aims at maintaining
a specific image of reality and order. The dispositif whichthe thesis seeks to identifycontributes
to stabilising the social order based on the principle of the nation.
The approach chosen in the paper views reality as a product of discourses and treats the
policy paper under examination as a contribution to such a constructed reality. It uses interpretive policy analysis as its method and carries out an interpretation by means of the hermeneuticterms that were previously defined in the theoretical section.
The main questions addressed in the paper are the following: What do migrants mean for the
order of the nation state? In what way can/should the state react to migrants? How does the
Austrian state actually regulate the migrant as a social type? How is the principle of the nation
reproduced by the policy paper Nationaler Aktionsplan für Integration? In what way is the migrant,
who is perceived and stylised as a danger, useful for the state?
Here/In doing so, the leitmotif of integration as a means to deal with migrants is scrutinised
and linked to the idea of national order. What is the state's program for integration for? And
finally: What symbolic and semantic denotations are projected onto the migrant through
methods of differentiation and what does this tell us about the self within the national state
and the nationally shaped society?
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Nation Order nation state interpretive policy analysis migrant stranger Nationaler Aktionsplan für Integration policy paper social type discourse dispositif Austria
Schlagwörter
(Deutsch)
Migrant der Fremde Nationaler Aktionsplan für Integration Österreich Dispositiv Diskurs interpretive policy analysis Integration Migrantin Migration Regulation Sozialfigur Nation Nationalstaat nationale Ordnung
Autor*innen
Andreas Laux
Haupttitel (Deutsch)
Der Migrant und das Dispositiv der Integration in der nationalstaatlichen Ordnung
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine theoretische Diskussion zentraler Konzepte und eine empirische Analyse des österreichischen 'Nationalen Aktionsplans für Integration'
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
141 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Jan Pospisil
AC Nummer
AC10668281
Utheses ID
21517
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
