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Ich sehe was, was du nicht siehst
interkulturelle Trainings auf dem translationswissenschaftlichen Prüfstand
Tanja Christine Gantner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Betreuer*in
Michèle Cooke
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.24107
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30271.75057.877166-6
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Unter Berücksichtigung translationswissenschaftlicher Erkenntnisse wird in dieser Arbeit beleuchtet, was Inhalt interkultureller Trainings sein sollte und wie interkulturelle Verständigungsfähigkeiten gelehrt werden sollten. Die der Arbeit zugrundeliegende Hypothese geht davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen individueller Erfahrung, sog. cultural Awareness, und einem Verständnis von menschlicher Wahrnehmung besteht. Die Notwendigkeit, diesen Zusammenhang einerseits zu begreifen um lehren zu können, andererseits aber auch im Zuge eines Trainings zu lehren, bildet den Kern der zu untersuchenden Theorie. Es wird gezeigt, wie interkulturelle Trainings strukturiert sind und wer in diesem Bereich unterrichtet. Es hat sich gezeigt, dass die meisten Trainings von sehr reduzierten Kulturmodellen ausgehen und oft eine Art von „Do’s und Dont’s“ unterrichtet wird. Der Einfluss, den die eigene Kultur auf die Wahrnehmung hat, wird nicht expliziert. Um hierfür eine Alternative zu finden, wird zuerst auf die menschliche Wahrnehmung und auf die wahrnehmungsformende Funktion von Kultur eingegangen. Der nächste Abschnitt widmet sich der Kommunikation und der Tatsache, dass das jeweils “Verstandene” in einer Situation Resultat der realitätsbildenden Mechanismen des menschlichen Gehirns ist. Das „Verstandene“ ist demnach nur eine mögliche Interpretation und muss somit nicht mit der intendierten Botschaft übereinstimmen. Um „einander verstehen“ zu können ist eine gemeinsame Wahrnehmungsbasis der Kommunizierenden also unabdingbar. Interkulturelle Verständigung besteht darin, Inhalte, die von kulturell unterschiedlich geprägten Kommunizierenden ausgedrückt werden, zu rezipieren und für kulturell unterschiedliche geprägte Rezipierende intentionsgerecht zu formulieren und zu handeln. Professionell Translatierende zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich der unterschiedlichen Wahrnehmungs- und Ausdrucksmöglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen, bewusst bedienen. Dementsprechend entspricht das Erlernen von interkulturellen Verständigungsfähigkeiten dem Erlernen von Translation. Aufgrund dieser Erkenntnis, wird verdeutlicht, dass Methoden aus der Translationslehre im Zusammenhang mit interkulturellen Trainings Berücksichtigung finden sollten. Um professionell translatieren zu lernen, benötigt man Jahre, aber ein gut geplantes und durchgeführtes interkulturelles Training kann die Basis dafür bilden, interkulturelle Kommunikation aus einem konstruktivistischen Blickwinkel betrachten und verstehen zu lernen. Die Auswirkungen der eigenen Kultur auf die Wahrnehmung muss im Zentrum interkultureller Trainings stehen denn nur wenn man sich dessen bewusst ist, dass die eigene Wahrnehmung kulturell gefärbt ist, wird es möglich, Unterschiede in der Wahrnehmung zu thematisieren. So kann sich der Wahrnehmungsraum des Individuums erweitern und interkulturelle Verständigung wird möglich.
Abstract
(Englisch)
Taking into account findings within translation studies, this paper is to find out which skills are needed when teaching intercultural communication. The hypothesis that marked the beginning of my research states the interdependence of personal experience, cultural awareness, and understanding of human perception. The necessity to understand these links and to emphasize them in teaching in order to be able to teach intercultural skills is the core of my theory. I show how intercultural trainings are structured and who teaches in this field. I found, that most of the trainings are based upon greatly reduced models of culture and teach a sort of “Do’s and Dont’s” rather than trying to show the impact of culture on perception and therefore on the view on the world. To offer an alternative model, I then researched the nature of perception and the perception-defining part that culture plays within a person’s individual perception. Then, I deal with communication and with the fact, that the ‘understood’ is a result of perception-shaping patterns of the human brain. The ‘understood’ therefore is only one possible interpretation and does not have to coincide with the intentional content. When researching what is called ‚ “understanding each other”, which implies the understanding of the intended content, it becomes apparent that a common perceptive ground is indispensable. Understanding content expressed by culturally different communicators and expressing content for culturally different audiences subsumes the essence of intercultural communication. It is often stated that professional translators are defined by their consciousness of choice in perception and expression. Learning to communicate interculturally is nothing other than learning to translate. Based on this finding, I state that intercultural trainings should take into consideration teaching methods used in translation studies. Becoming a professional translator is a process that takes years, but a well-planned intercultural training can lay a solid cornerstone for the eye-opening processes that occur when looking at communication in an intercultural context from a constructivist point of view. Learning to observe the impact of one’s culture on one’s perception has to be at the very core of intercultural trainings. Only when conscious of one’s own culturally biased perception of the world it is possible to address differences in perception and to eventually learn to broaden one’s perceptive horizon. Therefore, enabling the ability to perceive consciously of perceptive-shaping cultural patterns has to be the goal of intercultural trainings.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
intercultural training intercultural communication intercultural competence translational expertise teaching culture understanding perception
Schlagwörter
(Deutsch)
interkulturelles Training interkulturelle Kommunikation transkulturelle Kommunikation Translationskompetenz transkulturelles Training Kultur lehren Verstehen Wahrnehmung
Autor*innen
Tanja Christine Gantner
Haupttitel (Deutsch)
Ich sehe was, was du nicht siehst
Hauptuntertitel (Deutsch)
interkulturelle Trainings auf dem translationswissenschaftlichen Prüfstand
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
109 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michèle Cooke
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.12 Kommunikationsprozesse ,
73 Ethnologie > 73.64 Sprache, Kommunikation ,
73 Ethnologie > 73.93 Immaterielle Kultur ,
80 Pädagogik > 80.57 Interkulturelle Erziehung ,
81 Bildungswesen > 81.51 Lernprozess
AC Nummer
AC10665300
Utheses ID
21557
Studienkennzahl
UA | 065 | 348 | 342 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1