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Nutzgärten in der Stadt
eine gesellschaftspolitische Forderung aus historischer Perspektive im Kontext der Wiener Stadtentwicklung
Shenja von Mannstein
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Martina Kaller-Dietrich
DOI
10.25365/thesis.24149
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29472.63944.355760-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Urban Gardening avanciert gegenwärtig in vielen europäischen Städten zu einer geforderten städtischen Flächennutzung. Gemeinschaftliche Nutzgärten dienen als Orte eines kollektiven städtischen Aktivismus, der auch in den modernen Planungsdiskurs einfließt. In der Literatur wird der nutzgärtnerische Aktivismus auf sein gesellschaftskritisches Potenzial hin untersucht und Fragen nach Selbstbestimmung sowie städtischer Versorgung und Ernährung diskutiert. Vermehrt wird das städtische Gärtnern historisch kontextualisiert und Bezug genommen zu Beispielen der räumlichen Aneignung städtischer Flächen zur Selbstversorgung in der Vergangenheit. Die Geschichte eingeforderter Nutzflächen in der Stadt ist also keinesfalls neu. Vielmehr werden die Fragen zentral, ob und inwiefern gesellschaftspolitische Forderungen hinter dem Anspruch auf innerstädtische Flächen zum Eigenanbau stehen und welchen Umgang dieser von Seiten der städtischen Planung erfährt. Die vorliegende Arbeit widmet sich dieser Frage aus einer historischen Perspektive am Beispiel der Wiener Kleingarten- und Siedlerbewegung der 1920er Jahre mit Rückgriff auf die Planungsgeschichte der Wiener Stadtentwicklung im 19. Jahrhundert. Der damalige Anspruch auf Nutzflächen in der Stadt wurzelte in den Kriegsgemüsegärten und wilden Siedlungsaktionen an den Stadträndern Wiens im Zuge und in der Folge des Ersten Weltkrieges. Innerhalb weniger Jahre bildete sich jedoch eine Massenbewegung heraus, deren städtischer Aktivismus einen stark gesellschaftspolitischen Gehalt hatte. Die Forderung nach Nutzflächen zum Eigenanbau stellte ein Kernelement dieser Selbstermächtigungsstrategie dar, die auf den Aufbau alternativer Wohn- und Lebensformen abzielte. Die Geschichte der Wiener Kleingarten- und Siedlerbewegung ist damit auch eine Geschichte des Widerstandes gegen das hegemoniale Stadt- und Planungsverständnis, welches sich im Zuge der liberal-kapitalistischen Stadtentwicklung Wiens manifestiert hat. Ausgehend vom Gouvernementaliätskonzept nach Michel Foucault wird die Stadtentwicklung Wiens analysiert und damit die Rahmenbedingungen für den planungspolitischen Umgang mit der Bewegung dargestellt.
Abstract
(Englisch)
In many European cities, urban gardening is currently advancing to a high-demand use of urban land. Community kitchen gardens serve as places for collective urban activism, which has also become a part of the modern planning discourse. The literature examines kitchen-garden activism in terms of its potential for social criticism, and discusses questions regarding self-determination and urban supply and provision. Increasingly, the urban garden is placed in a historical context, making reference to examples of spatial appropriation of urban areas for self-supply in the past. The appropriation of useful land in the city is thus no new phenomenon. The central issue is whether and to what extent the appropriation of inner-city areas are based on sociopolitical requirements, and how this is dealt with by urban planning. The present paper is dedicated to the question from a historic perspective, taking the example of Viennese movement of allotment gardens and settlers in the 1920ies, with recourse to the history of urban planning in Vienna in the 19th century. The claim to useful areas in the city was rooted in wartime vegetable gardens and unauthorized settlement activities on the outskirts of Vienna in the course of and following World War I. Within only a few years, this developed into a mass movement, the urban activism of which was highly socio-political. The claim to useful areas constituted a core element of this strategy for self-empowerment aimed at the development of alternative forms of residence and living. The history of the Viennese movement of allotment gardens and settlers is thus also the history of the resistance to the hegemonic understanding of the city and planning approach, which was manifested in the course of the liberal-capitalist urban development in Vienna. Urban development in Vienna is analyzed on the basis of Michel Foucault’s concept of governmentality, thus presenting the framework conditions for dealing with the movement in terms of planning policy.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Urban Gardening Settlers' Movement urban planning Vienna
Schlagwörter
(Deutsch)
Urban Gardening Wiener Siedlerbewegung Stadtplanung Stadtentwicklung Wien Nutzgärten
Autor*innen
Shenja von Mannstein
Haupttitel (Deutsch)
Nutzgärten in der Stadt
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine gesellschaftspolitische Forderung aus historischer Perspektive im Kontext der Wiener Stadtentwicklung
Paralleltitel (Englisch)
Allotment gardens in the city ; a sociopolitical demand on urban development in Vienna in historical perspective
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
107 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Martina Kaller-Dietrich
Klassifikation
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte
AC Nummer
AC10668720
Utheses ID
21594
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
