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Veränderungen in der persönlichen Entwicklung benachteiligter Jugendlicher durch Eingliederung in den Arbeitsprozess
Bernadette Johanna Lemmerer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Thomas Slunecko
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.2522
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30279.19941.398154-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
PRINTAUSGABE: 1 CD als Beilage -- Der Bereich „Arbeit“ nimmt im Leben der meisten Menschen – sowohl der nicht behinderten als auch der behinderten – einen hohen Stellenwert ein. Es kann davon ausgegangen werden, dass sinnvolle Erwerbsarbeit für einen Menschen – unabhängig vom Grad seiner Behinderung – einen kompensatorischen Effekt haben kann, da er sich über seine Tätigkeit definieren und dadurch besser verwirklichen kann, was wiederum zu einem höheren Selbstwertgefühl beiträgt. Menschen mit Behinderung und/oder Benachteiligung sind mit einer besonders schwierigen Ausgangssituation am ohnehin angespannten Arbeitsmarkt konfrontiert. Diese Situation wird noch zusätzlich durch zahlreiche Vorurteile, aber auch Unsicherheiten seitens des Arbeitgebers und nicht zuletzt durch das immer stärker werdende Wettbewerbsdenken verschärft. In der vorliegenden Arbeit wurde versucht, einige Aspekte der Bedeutung von Erwerbsarbeit für Jugendliche mit Behinderung/Benachteiligung aus Sicht der betroffenen Personen darzustellen. Dazu wurde die Grundfragestellung „Bedeutung der Erwerbsarbeit“ in sieben Teilbereiche gegliedert, die mit Hilfe eines Interview-Leitfadens (fokussiertes Interview) thematisiert wurden. Gleichzeitig wurde versucht, bei den befragten Personen das „Freie Erzählen“ (Narratives Interview) zu fördern. Befragt wurden insgesamt 8 Jugendliche mit Benachteiligung, 5 Burschen, 3 Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren, die an einer Berufvorbereitungsmaßnahme (Berufsvorbereitungkurs der Volkshochschule Meidling) teilnahmen. Die Benachteiligungen der Jugendlichen beziehen sich sowohl auf individuelle Probleme (Lernprobleme, Verhaltensauffälligkeiten), ungünstige soziale Verhältnisse als auch auf geistige und körperliche Einschränkungen. Bei allen Betroffenen besteht sonderpädagogischer Förderbedarf. Die Interviews erfolgten zu zwei Zeitpunkten im Abstand von ca. 9 Monaten – vor sowie nach erfolgter Eingliederung in den Arbeitsprozess. Sie wurden mittels Diktaphon aufgezeichnet und anschließend transkribiert. Die erhobenen Daten wurden mittels Qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet und in sieben Kategorien eingeteilt: Stellenwert der Arbeit für die befragten Personen selbst bzw. für ihr Umfeld, Probleme bei der Arbeitsplatzsuche (subjektive Sichtweisen für deren Entstehung), Subjektive Zufriedenheit und Selbstwert, Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung vorhandener Fähigkeiten und Kompetenzen, bisherige Arbeitserfahrungen, persönliche Neigungen, Berufswünsche und beruflicher Informationsstand sowie Berufswahl, berufliche Perspektiven und Zukunftspläne. Anschließend wurden die Texte paraphrasiert, generalisiert und reduziert, um anschließend Aussagen treffen zu können. Die Untersuchung zeigte, dass für die Jugendlichen vor allem Existenzsicherung und finanzielle Unabhängigkeit im Vordergrund stehen, sowie auch der Spaß an der Arbeit. Aber es besteht auch eine Ambivalenz zwischen der Motivation zu arbeiten und dem Wunsch nach Freizeit. Gleichzeitig nehmen einige Jugendliche einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Druck, arbeiten zu müssen, wahr. Auch die reduzierte Freizeit wird negativ angemerkt, obgleich es ohne Arbeit langweilig wäre. Als negativ wird auch Stress, schlechtes Betriebsklima, Jobverlust durch Krankheit sowie Müdigkeit durch anstrengende Arbeit angegeben. Auch der Wunsch nach Erfolg und Anerkennung, nach einer Aufgabe sowie nach der Möglichkeit, Neues zu entdecken und Erfahrungen zu sammeln, konnte erfasst werden. Eltern ist vor allem wichtig, dass ihr Kind existenziell und finanziell abgesichert ist, dass es Erfolg hat und dass sie stolz auf ihr Kind sein können. Die vermehrten Aussagen zum zweiten Befragungszeitpunkt lassen auf eine Erweiterung des Erfahrungsrepertoires der Jugendlichen schließen Bezüglich Jobsuche fällt auf, dass sowohl zum ersten als auch zum zweiten Befragungszeitpunkt der Mangel an Arbeitsplätzen hervorgehoben wurde. Dafür gingen die „Absagen trotz vieler Bewerbungen“ markant zurück. Problematisch sehen die Jugendlichen auch die hohen Anforderungen an die Schulbildung der Bewerber. Weiters wird die Jobsuche in bestimmten Bereichen als besonders schwierig empfunden. Manche Betriebe nehmen keine Lehrlinge auf und andere geben den Jugendlichen keine Chance, da sie nur die Behinderung oder die mangelnde Ausbildung sehen. Häufig müssen auch unerwünschte Arbeiten angenommen werden. Der positive Einfluss von Arbeit auf den Selbstwert ist zwar ersichtlich, aber es wurde auch gezeigt, dass sich ein Arbeitsplatz fallweise auch negativ auf den Selbstwert der betroffenen Person auswirken kann, indem sie am Arbeitsplatz negative Rückmeldungen erhält. Aber auch eine längere, erfolglose Arbeitssuche kann bei den betroffenen Personen Frustration auslösen. Als Hauptgrund für eine negative Bewertung des Praktikums wird „mangelnder Spaß an der Arbeit angegeben“, was auf den ideellen Wert der Arbeit rückschließen lässt. Kaum einer der Jugendlichen kann seine primären Berufs-wünsche realisieren. Meist wird ein Beruf zweiter Wahl ausgeübt und häufig auch die eigenen Berufswünsche in Richtung dieses Berufs modifiziert. Anhand dieser Untersuchung wurden zwar einige der bekannten Aspekte über den hohen Stellenwert der Erwerbsarbeit bestätigt, aber auch einige negative Einflüsse aufgezeigt wie etwa mangelnder Spaß an der Arbeit, geringere Freizeit, Stress, Schmutz, Anstrengung, Müdigkeit, mangelnde Pausen, negative Rückmeldungen sowie ein schlechtes Betriebsklima und nicht zuletzt die Angst vor einem Jobverlust durch Krankheit.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
benachteiligte Jugendliche Integration Arbeit Arbeitssuche Berufswünsche Behinderung
Autor*innen
Bernadette Johanna Lemmerer
Haupttitel (Deutsch)
Veränderungen in der persönlichen Entwicklung benachteiligter Jugendlicher durch Eingliederung in den Arbeitsprozess
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
207, [42] S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Slunecko
Klassifikationen
71 Soziologie > 71.61 Diskriminierung ,
71 Soziologie > 71.70 Behinderte ,
77 Psychologie > 77.56 Jugendpsychologie ,
79 Sozialpädagogik > 79.14 Behindertenhilfe
AC Nummer
AC07496884
Utheses ID
2163
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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