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Mathematische Fähigkeiten und interindividuelle Unterschiede beim Bearbeiten von Textaufgaben
Verena Binder-Krieglstein
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Marco Jirasko
DOI
10.25365/thesis.24358
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29616.90210.742270-5
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Für die Erklärung erfolgreicher Bearbeitungen mathematischer Textaufgaben sowie die Vorhersage mathematischer Leistungsfähigkeit, werden in der Literatur verschiedene Fertigkeiten herangezogen. Bisher gibt es allerdings noch kein allgemein gültiges Modell, das alle Aspekte mathematischer Kompetenz abdeckt. Bezugnehmend auf die Erkenntnisse vorheriger Studien werden nun die kognitiven Fertigkeiten (text comprehension, problem representation, solution plan, problem categorization) und metakognitiven Fertigkeiten (self-evaluation of the calculation, self-evaluation of the procedure, solution estimation) sowie das mathematische Vorwissen, die Intelligenz spezifisch (schlussfolgerndes Denken), das Leseverständnis, die arithmetische Kompetenz und das mathematische Fähigkeitsselbstkonzept für das Lösen von Textaufgaben einbezogen. Zur Erfassung der notwendigen Kompetenzen wurden 153 Schülern und Schülerinnen im Alter von 11 bis 13 Jahren an zwei Wiener Gymnasien sieben Verfahren vorgegeben. Diese wurden ausschließlich in Paper-Pencil-Form in Klassen der zweiten Schulstufe durchgeführt. Zum ersten Testzeitpunkt wurde der Stichprobe ein demographischer Fragebogen, ein Rechenquiz, ein Leseverständnistest, die SESSKO zur Erfassung des Fähigkeitsselbstkonzepts, Standard Textaufgaben und der Subtest Matrizen aus dem CFT 20-R zur Erhebung des schlussfolgernden Denkens vorgelegt. Beim zweiten Testzeitpunkt hatten die Schüler und Schülerinnen eigens für die Studie konstruierte Geteilte Textaufgaben zur Erfassung der kognitiven und metakognitiven Fertigkeiten zu bearbeiten. Die Ergebnisse lassen signifikante Zusammenhänge zwischen der Leistungsfähigkeit in mathematischen Textaufgaben und der arithmetischen Kompetenz, dem Leseverständnis sowie den Fertigkeiten result estimation, solution plan und problem categorization erkennen. Zwischen der allgemeinen mathematischen Leistungsfähigkeit, ein aus den Leistungen in den Standard und Geteilten Textaufgaben und der arithmetischen Kompetenz errechneter Faktor, und dem mathematischen Vorwissen der Schüler und Schülerinnen sowie dem schlussfolgernden Denken zeigen sich geringe bis mittlere hoch signifikante Zusammenhänge. Das durch die SESSKO erhobene Fähigkeitsselbstkonzept und die Mathematiknote sowie die mathematische Leistungsfähigkeit lassen ebenfalls signifikante Zusammenhänge erkennen. Das in der vorliegenden Studie angenommene Modell unter Einbeziehung kognitiver, metakognitiver und familiärer Komponenten identifiziert in genannter Reihenfolge das mathematische Vorwissen, das Leseverständnis und die Geschwisteranzahl als stärkste Prädiktoren für die mathematische Leistungsfähigkeit. Geschlechtsspezifische Unterschiede sind in der Selbsteinschätzung der Schüler und Schülerinnen bezüglich ihrer erbrachten Leistung in den Standard Textaufgaben zu beobachten: den Ergebnissen zufolge vermuten die Schüler und Schülerinnen die Leistung der Buben gleichermaßen gut. Die Leistung der Mädchen wird hingegen vom eigenen Geschlecht signifikant besser und von den Buben signifikant schlechter eingeordnet. Für weiterführende Untersuchungen sollte insbesondere der Einfluss und die verschiedenen Aspekte der Einflussnahme durch die Geschwisteranzahl auf die mathematische Leistungsfähigkeit Aufmerksamkeit erhalten. Zudem könnte der starke Zusammenhang zwischen dem Fähigkeitsselbstkonzept und der mathematischen Leistung für den Schulunterricht durch die Einführung eines motivierenden Feedbacksystems zur Erhöhung der Leistungsbereitschaft der Schüler und Schülerinnen genützt werden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Findung von Faktoren Lösen mathematische Textaufgaben
Autor*innen
Verena Binder-Krieglstein
Haupttitel (Deutsch)
Mathematische Fähigkeiten und interindividuelle Unterschiede beim Bearbeiten von Textaufgaben
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
131 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marco Jirasko
Klassifikation
77 Psychologie > 77.53 Entwicklungspsychologie: Allgemeines
AC Nummer
AC10752470
Utheses ID
21776
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
