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Aktuelle nationale und internationale Anwendungsbeispiele aus dem Car-Sharing
Josef Thaddaeus Wagner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Betreuer*in
Marion Rauner
DOI
10.25365/thesis.24672
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30486.70893.859763-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit gibt einen aktuellen Überblick von nationalen und internationalen Anwendungsbeispielen der Mobilitätsbranche des Car-Sharing.
Anhand literarischer Vergleiche von aktueller Literatur in Online-Portalen zu CS und Fachbibliotheken konnten die Fragen der Zielstellungen, wie sich bspw. CS europaweit und außereuropäisch zeigt und wie sich die aktuelle Marktstellung von CS darstellt, beantwortet werden.
Aufgrund der fehlenden Tatsache, dass eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz in den Städten nicht unbedingt an die Zeitpläne der schnell lebenden Menschen angepasst ist, und nicht alle Städter im Besitz eines Autos sind, haben sich neuartige Mobilitätssysteme entwickelt. Diese sollen den Gegebenheiten gerecht werden, sind nebenbei umweltfreundlich (geringer Spritverbrauch oder E-FZ, niedrige CO2-Emissionen) und eine neue Bewirtschaftung bei gleichzeitiger Reduktion der Autodichte des öffentlichen Raums schaffen. , , , ,
Erste Entwicklungen des CS gab es in der Schweiz in den 1940er Jahren, mit dem Ziel, Nachbarschaftshilfe mittels Automobil zu leisten. Ab den 1970er Jahren hat es eine Etablierung des CS, ähnliche Formen unter denen CS heute bekannt ist, in den Niederlanden und Frankreich gegeben. In Österreich gab es ein erstes Angebot von CS ab den 1990er Jahren von der Denzel Gruppe. Greenwheels (vormals StattAuto Berlin) ist das älteste Unternehmen in Deutschland seit 1988. Ab den 1990er Jahren gab es weitere Gründungen in anderen Städten. , , ,
CS bietet dem Kunden als bedarfs- und kundenorientierte Unternehmen eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen im Gebrauch. Dies sind z.B. Nutzung über die Mitgliedskarte (Kunde ist einzig registrierter Nutzer) als Leser zum Öffnen des FZ am Abholort und bei Abmeldung bzw. Rückgabe am selbigen, Boardcomputer, Navigationssysteme und eine Reihe von günstigen Versicherungen, wie Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung bei Schäden, Diebstahl- und Insassenversicherung. , , ,
Weitere Sicherheit bietet der Einsatz der Bionik bei den CS-FZ. Dies ist bspw. der Parkpilot, der sich der Technik der Echoortung der Fledermäuse bedient. Das Bionik-Car von Mercedes-Benz baut auf der Konstruktion der Außenhaut des Kofferfischs auf und gibt dem Auto Steifigkeit und ist für Aerodynamik verantwortlich. Sommer- und Winterreifen der Firma Continental AG (ContilPremiumContactTM) sind nach dem Prinzip der Katzenpfote gebaut. Besondere Lacke, die Schmutz abweisend und selbstreinigend sind, haben den Lotos-Effekt zum Vorbild. Alle in der Autoindustrie bzw. im CS genutzten FZ-Technologien, wie z.B. GPS, sind patentiert.
CS sieht sich einigen Hindernissen der Privatnutzer und CS-Betreiber gegenübergestellt. Geringe Flexibilität im Angebot, Befürchtungen seitens der Nutzer über eine mögliche Verfügbarkeit zum gewünschten Zeit- od. sofortigen Zeitpunkt und mögliche Verunreinigungen lassen den Kunden erst gar nicht CS nutzen.
CS-Betreiber sehen sich u.a. mit Markteinstiegsproblemen, Gefahr durch andere Unternehmen ersetzt zu werden, konfrontiert. , CS birgt im Gegensatz dazu Chancen für beide Nutzersparten. Kostenersparnis bei Wegfall der Anschaffungskosten und der KFZ-Steuern sind Überlegungspunkte bei der Nutzung.
Einige Autohersteller produzieren speziell für CS. Damit eine Positionierung am Markt gelingt, bedienen sich die Marktanbieter verschiedener Strategien, z.B. der Pionierstrategie. Das Unternehmen Witkar in den Niederlanden war ein Pionier im Bereich CS. Die Vorreiterrolle übernahm das Unternehmen bereits in den 1970er Jahren. Aufgrund u.a. mangelnder staatlicher Förderungen wurde Witkar 1986 eingestellt. Greenwheels in den Niederlanden verfolgt die Strategie des „frühen Folgers“. Das Unternehmen setzt auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz und wird von der Stadt Amsterdam subventioniert. Ziel ist es, die gesamte Stadt ab 2040 e-mobil zu machen. Car2go in Amsterdam konnte z.B. als „später Folger“ alle Risiken des Markteintrittes ausschließen. Mit der Markteinführung des CS in Paris erhofft sich die Stadt, Staus und Parkplatzproblemen entgegenzuwirken. Car2go in Lyon bspw. bietet Flexibilität in der Nutzung, ohne vorangegangene Reservierung und Abstellung am selben Standort, und die Abdeckung von CS-Stationen im gesamten Raum Lyons.
Kooperationen, sogenannte Joint Venture, im CS-Bereich mit anderen öffentlichen Verkehrsträgern sollen Risiken vorab ausschalten. , Ein solches Unternehmen in Österreich ist die Kooperation Denzel Mobility CarSharing GmbH seit 1. Jänner 2008 mit Sitz in Wien. Das Unternehmen car2go in Wien bietet mit 500 Smarts („smart fortwo“), flexible Nutzung und Kurzfahrten im städtischen Bereich an.
EMIL, das E-Mobil zum Ausleihen, in Salzburg ist ein Kooperationsprojekt der REWE International AG und der Energieversorger Salzburg AG. Ziel beider Unternehmen ist Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Handeln. , Alle zur Verfügung gestellten FZ sind elektrisch, im Betrieb fast geräuschlos und haben eine Reichweite von beinahe 150 km pro Batterieladung. Anreize für Kunden sind günstige Tarife in der gemeinsamen Nutzung von öffentlichem Verkehr, wie den Obussen. Als einziges CSU ist EMIL von besonderen Stadtverkehrsregelungen ausgenommen; die FZ haben Stellplätze im innerstädtischen Bereich (Altstadt).
CS in Deutschland ist durch die größten Verbünde Stadtmobil, cambio CarSharing und Greenwheels vertreten. , ,
Außerhalb Europas hat CS einen Markt in Asien z.B. in Shanghai, China , Japan , , , in Nordamerika den USA , und Kanada (z.B. die Anbieter Communauto, AutoShare und modo. , , Im Juli 2009 war Sao Paulo in Brasilien weltweit die eintausendste Stadt mit einem Car-Sharing Angebot. , In Costa Rica, Mittelamerika ist der Anbieter Sigocar vertreten. Schließlich sollen noch drei bekannte CS-Betreiber in Australien , , und cityhop in Neuseeland erwähnt werden.
CS hat sich seit dem Beginn über die Jahre hinweg am Markt etabliert. Durch zunehmende Anpassung an die Wünsche der Nutzer (Privat- und Geschäftskunden), wie Flexibilität in der Handhabung – sofortiger Zugang zu den Autos des CS ohne komplizierte Registrierung und Reservierung – aber auch durch verbesserte Technologie und zunehmende Sicherheit der zur Verfügung gestellten Autos, kann CS zukünftig weiterhin seine Marktstellung sicher halten, wahrscheinlich sogar stark ausbauen.
Ebenso wird CS den ökologischen Ansprüchen der aktuellen wie auch zukünftigen Nutzer durch das Angebot an völlig „reinen“, mit Strom fahrenden Fahrzeugen gerecht.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Car-Sharing
Schlagwörter
(Deutsch)
Car-Sharing Autoteilen
Autor*innen
Josef Thaddaeus Wagner
Haupttitel (Deutsch)
Aktuelle nationale und internationale Anwendungsbeispiele aus dem Car-Sharing
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
XI, 142 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marion Rauner
Klassifikation
85 Betriebswirtschaft > 85.15 Forschung und Entwicklung
AC Nummer
AC10730932
Utheses ID
22053
Studienkennzahl
UA | 066 | 914 | |
