Detailansicht
Das Österreichische Museum für Kunst und Industrie im Austrofaschismus
Maria - Luise Feher
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Robert Stalla
DOI
10.25365/thesis.24773
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29936.44011.429361-6
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Forschungsgegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Ausstellungspraxis des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (heute: Österreichisches Museum für Angewandte Kunst) während des austrofaschistischen Regimes in den Jahren 1933 bis 1938. Im Mittelpunkt steht die Frage nach einer etwaigen Einflussnahme durch die autoritäre Regierung und wie sich eine solche manifestierte. Um spezifisch austrofaschistische Beeinflussungen ausmachen zu können, werden in einer breiter angelegten Kontextualisie-rung die wesentlichen Aspekte der Museumsführung in den 1930er Jahren erfasst. Als solche rückten neben der politischen Führung vor allem die prekäre wirtschaftliche Lage und die Person des Museumsdirektors, Richard Ernst, in den Fokus.
In einem ersten Schritt werden daher die historische Entwicklung des Museums von seiner Gründung bis zum Ende der Ersten Republik nachgezeichnet und die entscheidenden Faktoren erfasst. Diese waren etwa der didaktische Gründungsgedanke, die Wirtschaftskrise und die allmähliche Verschiebung der Positionierung des Hauses, die sich in seiner Beziehung zum Gewerbe ausdrückt. Daran schließt eine Beschreibung des engeren Netzwerks des Museums, bestehend aus dem Bundesministerium für Handel und Verkehr, den Werkbünden, dem Gewerbeförderungsinstitut und der Kunstgewerbeschule an. Das dient der Erläuterung der hierarchischen Verhältnisse und Abhängigkeiten, die letztlich den Handlungsspielraum des Museums definierten.
Dazu wird das Museumsgebaren der Jahre 1933 bis 1938 in Beziehung gesetzt. Es wird dabei nach nationaler und internationaler Ausstellungstätigkeit unterschieden. Gleich-zeitig werden die austrofaschistischen Ideologien wie Nationalismus, Katholizismus, ständestaatliche Ordnung und Rückgriffe auf vorrevolutionäre Epochen der österreichi-schen Geschichte aufgezeigt, um die spezifisch austrofaschistischen Ausformungen im Ausstellungswesen benennen zu können. Dazu werden Fallstudien der Ausstellung „Das befreite Handwerk“ und einiger Ausstellungen von Künstlervereinigungen im Inland sowie im Ausland der Ausstellung „Austria in London“ und der beiden Pariser Schauen von 1937 zur Weltausstellung und im Jeu de Paume herangezogen.
Zu den wesentlichen Aktivitäten des Museums im Untersuchungszeitraum gehört außerdem die Neuaufstellung der ständigen Sammlung, die 1932 begonnen und 1937 ab-geschlossen wurde. Diese stellte eine Neuerung in der Wiener Museumslandschaft dar und steht im Kontext einer museologischen Reformdebatte, die im 19. Jahrhundert ihren Ursprung hat.
Die Arbeit schließt mit einer Darstellung dieser Debatte und mit ihrer Auswirkung auf die Entwicklung des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie in den 1930er Jahren. Dabei erschließt sich die Etablierung eines neuen Typus von Ausstellungsraum in dieser Zeit, deren Anfang, zumindest im Wiener Raum, die Neuaufstellung des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie markiert. Teilbereiche dieses Kapitels beschäftigen sich mit der Darstellung der Wiener Situation und des übrigen deutschen Sprachraums. Zuletzt schließt eine Interpretation der Motive der Neuordnung am Wiener Kunstgewerbemuseum an, die eine (Re )Positionierung als wissenschaftliches Institut in Abgrenzung zur zweiten Museumsaufgabe als Dienstleister für die Kunstgewerbeindustrie ergibt.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Österreichisches Museum für Kunst und Industrie MAK Austrofaschismus Museologie Ausstellungspraxis Kunstgewerbe
Autor*innen
Maria - Luise Feher
Haupttitel (Deutsch)
Das Österreichische Museum für Kunst und Industrie im Austrofaschismus
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
II, 139 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Robert Stalla
AC Nummer
AC10802438
Utheses ID
22150
Studienkennzahl
UA | 315 | | |
