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Sinistre Materie
Horror-Motive als Bilder für gesellschaftliche Krisen in der neueren österreichischen Literatur
Johanna Lenhart
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Michael Rohrwasser
DOI
10.25365/thesis.25105
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29765.12433.423265-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Instrumentalisierung von Motiven des Horrors als Bilder für gesellschaftliche Krisen und Veränderungen. Als Ausdruck von Normverletzungen verunsichern Monster aller Art das Selbstverständnis der Gesellschaft und werden daher ausgegrenzt und (im Verhältnis zur ‚normalen‘ Gesellschaft) als monströs kategorisiert, wodurch Horrorliteratur, abseits des Trivialen, das Potential erlangt, durch die Darstellung von Ekel- und Gewaltexzessen Grenzen von Moral und Ästhetik in der Gesellschaft sichtbar zu machen.
Auch österreichische AutorInnen der Gegenwart haben sich Horrormotiven angenommen um überholten gesellschaftlichen Entwürfen und sozialen Missständen ein Bild zu geben. Changierend zwischen Bezügen zur Trivialkultur des Horrors (v.a. Film) und Verfahren der Postmoderne, beziehen sich die Texte zwar auf Motive und Strukturen des Horrors, adaptieren diese aber, um sie für sich nutzbar zu machen. Unheimliches und Übernatürliches werden zu Bildern des Schreckens, der sowohl von den undurchschaubaren, als auch von den allzu bekannten Systemen der Gesellschaft ausgeht.
Aufbauend auf der Problematisierung des Horrors als Gattung und einem literaturhistorischen Überblick über Entstehung, Entwicklung und Einflüsse des Horrors bis in die Gegenwart sowie in Bezug auf Julia Kristevas Pouvoirs de l'horreur (1980) werden Horrormotive in Texten österreichischer AutorInnen der zweiten Hälfte des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts im Hinblick auf die gesellschaftlichen Krisen, die sie ausdrücken, analysiert: Günter Kaips Erzählung Trash (2003) zeigt, sich auf die Tradition des Anti-Heimatromans beziehend, wie aus verstockten ländlichen Strukturen Horror entsteht. Der langen Tradition der Verbindung von Horrormotiven und wirtschaftlichen Vorgängen widmen sich Barbara Frischmuths Die unbekannte Hand (1969) und Ann Cottens Der Geist (2010), während die ebenso virulenten Verknüpfung von Horror und Geschlecht(-stereotypen), sowie die Verbindung zur zweiten Welle des Feminismus, anhand von H.C. Artmanns Frankenstein in Sussex (1969) und Elfriede Jelineks Die Bienenkönige (1976) gezeigt wird – in Letzterem schlägt sich auch die zunehmende Problematisierung des Verhältnisses von Wissenschaft/Technik und Gesellschaft im Motiv des Mad Scientists nieder.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Horror Gesellschaft Kristeva Anti-Heimatliteratur Geschlechterverhältnisse Ökonomie Wissenschaftskritik
Autor*innen
Johanna Lenhart
Haupttitel (Deutsch)
Sinistre Materie
Hauptuntertitel (Deutsch)
Horror-Motive als Bilder für gesellschaftliche Krisen in der neueren österreichischen Literatur
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
122 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michael Rohrwasser
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.10 Deutsche Literatur
AC Nummer
AC10711760
Utheses ID
22436
Studienkennzahl
UA | 332 | | |
