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Anklagen nach §129Ib des ÖStGb während der NS-Herrschaft
Fallstudien zur Konstruktion weiblicher Homosexualität anhand der Gerichtsakten der Wiener Land(es)gerichte I und II
Nicole Gisch
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Johanna Gehmacher
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.25180
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30099.92656.449959-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die dezidierte Auseinandersetzung mit weiblicher Homosexualität aus den verschiedensten Perspektiven ist erst seit ca. 30 Jahren ein verstärktes Forschungsthema. Vieles konnte in dieser Zeit schon zu Tage gefördert werden, vieles liegt aber auch noch im Dunkeln. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Beitrag zur Erhellung der Lebenssituation lesbischer Frauen bzw. als solche denunzierte während der NS-Zeit zu leisten. Anhand zehn ausgewählter Gerichtsakten der Wiener Land(es)gerichte I und II habe ich untersucht, wie ein Verfolgungsprozess durch das Konstruieren von Anklagen nach §129Ib, in Gang gesetzt wurde und ob dabei bestimmte Vorgehensweisen musterhaft auftreten. Zunächst habe ich in Anlehnung an das Fallstudienmodell von Johannes Süßmann zentrale Fragen bzw. Fragenkomplexe formuliert, die ich an jeden ein-zelnen Fall gestellt habe, um Übereinstimmungen ausfindig zu machen, die zur Verfolgung bzw. einer Anklage nach §129Ib führten. Unter Berücksichtigung der Probleme, die Justizakten als Geschichtsquelle aufwerfen, habe ich diese Fälle analysiert und interpretiert. Dabei sind sehr eindeutig zwei Muster bei der Konstruktion von Anklagen nach §129Ib sichtbar geworden. Beim ersten Muster, das ich als „Verleumdungen der Männer im Zuge von Trennungen“ bezeichne, werden die Vorwürfe von den (Ehe)Männern, meist im Zusammenhang mit Scheidungsverfahren erhoben, einerseits wahrscheinlich, um die Scheidung rascher durchzubringen und nicht die Schuld am Scheitern der Ehe zugesprochen zu bekommen, anderseits um Rache zu üben, wenn die Trennung von den Frauen ausgegangen ist. Das zweite, ganz klar erkennbare Muster sind Anklagen aufgrund von „Anstiftungen zu homosexuellen Handlungen durch Dritte“. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Frauen in diesen Fällen den Aufforderungen und sexuellen Wünschen der Männer folgend, gleichgeschlechtliche Handlungen in deren Gegenwart vollzogen haben. Damit bestätigen und präzisieren meine Ergebnisse Thesen, die in diesem Zusammenhang von Claudia Schoppmann und Niko Wahl schon aufgestellt wurden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
weibliche Homosexualitä NS-Herrschaft §129Ib ÖStGb Fallstudien Gerichtsakten Wiener Land(es)gerichte I und II
Autor*innen
Nicole Gisch
Haupttitel (Deutsch)
Anklagen nach §129Ib des ÖStGb während der NS-Herrschaft
Hauptuntertitel (Deutsch)
Fallstudien zur Konstruktion weiblicher Homosexualität anhand der Gerichtsakten der Wiener Land(es)gerichte I und II
Publikationsjahr
2012
Umfangsangabe
137 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johanna Gehmacher
Klassifikation
15 Geschichte > 15.99 Geschichte: Sonstiges
AC Nummer
AC10719429
Utheses ID
22489
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
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