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"..., dass sich beide Ehegatten ein liebloses und kränkendes Verhalten zuschulden liessen"
Ehekrisen und Scheidungen zwischen 1945 und 1950 in Wien
Waltraud Schütz
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Gabriella Hauch
DOI
10.25365/thesis.25269
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29060.83961.552563-1
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Arbeit werden gesellschaftliche und gesetzliche Handlungsspielräume von Paaren, deren Ehe sich in der Krise oder in Auflösung befand, untersucht. Die Kategorie Geschlecht ist dabei besonderer Bezugspunkt in der Analyse. Die Quellen, Frauenzeitschriften und Scheidungsakten zwischen 1945 und 1950, wurden quellenkritisch analysiert.
Der Diskurs in Frauenzeitschriften um Ehekrisen und Scheidungen in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war dominiert von einer Rhetorik, die die Gesellschaftsordnung durch propagierte hohe Scheidungsraten bedroht sah. Der Grund für Beziehungskrisen wurde häufig in den Folgen des Krieges gesehen, weshalb in der Arbeit den Themen Krieg und Heimkehr spezielle Aufmerksamkeit gewidmet ist. Die Familie wurde als Ort der Heilung nach schwierigen Jahren inszeniert, in dessen Mittelpunkt die geduldige Frau gestellt wurde. Diese Figur der geduldigen Frau und andere stereotype Vorstellungen finden sich auch in Scheidungsakten wieder. Eine umfassende Kontextualisierung der Akten eröffnet einen Einblick in die gängige Gerichtspraxis im Untersuchungszeitraum. Anhand des Scheidungsgrundes „Lieblosigkeit“ werden die gesetzlichen Vorstellungen zur Funktion und zum Funktionieren einer ehelichen Beziehung vorgestellt und in Verknüpfung mit anderen Gründen das Spektrum der Argumentationsmöglichkeiten vor Gericht abgesteckt.
Abstract
(Englisch)
The main interest for this diploma thesis was to investigate the societal and legal scope of action of couples, who lived through a crisis in their relationship or were ending their relationship with a divorce. For the analysis the category Geschlecht (gender) is a special centre of reference. The sources, women´s magazines and divorce files between 1945 and 1950, were critically examined.
The discourse in women´s magazines about marriage crisis and divorces in the years after the Second World War was dominated by a rhetoric, which saw the order of society disturbed due to supposedly high divorce rates. The reason for crisis in relationships was seen as the result of war, which is why special attention is paid to the topics war and Heimkehr (coming-home). The family was staged as the central place for healing after difficult years with the stereotype of the patient woman as the central unifying force within the family. A comprehensive contextualisation of the divorce files gives a view on established court-practices at that time. The presentation of several reasons for divorce shows the spectrum of possibilities used in court proceedings. Specifically, the basis for the divorce reason „Lieblosigkeit“ (“unlovingness”) will be examined in terms of law´s conception about the function and the functioning of a marital relationship.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
women's and gender history divorce files women´s magazines laws divorce marriage Vienna relationships unlovingness family gender-roles homecoming Second World War
Schlagwörter
(Deutsch)
Frauen- und Geschlechtergeschichte Scheidungsakten Frauenzeitschriften Gesetze Scheidung Ehe Wien Beziehungen Lieblosigkeit Familie Geschlechterrollen Heimkehr Zweiter Weltkrieg
Autor*innen
Waltraud Schütz
Haupttitel (Deutsch)
"..., dass sich beide Ehegatten ein liebloses und kränkendes Verhalten zuschulden liessen"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Ehekrisen und Scheidungen zwischen 1945 und 1950 in Wien
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
91 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gabriella Hauch
AC Nummer
AC10708882
Utheses ID
22565
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
