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Konsumgeschichtliche Analysen zur ostdeutschen Mode anhand von Eingaben an das DDR-Fernsehen
1963-1989
Andreas Hager
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Franz X. Eder
DOI
10.25365/thesis.25472
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29396.08799.361163-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Untersuchung beschäftigt sich mit der systemzersetzenden Wirkungsmächtigkeit der Konsum- und Versorgungsproblematik in der Deutschen Demokratischen Republik. Als Analysebasis dienten ausgewählte Eingabebriefe von DDR-Bürgern an die ostdeutsche Fernsehsendung ‚Prisma‘ aus dem Zeitraum 1963 bis 1989. In diesen Beschwerdeschreiben brachten die Bürger ihre wahrgenommenen Konsumunzulänglichkeiten aus dem Bereich ‚Mode und Bekleidung‘ zur Sprache und erhofften sich von den staatlichen Adressaten Abhilfe bei ihren Problemen.
Das Forschungsdesign folgt einer kombinierten Methodik aus Theorie und Empirie und bewegt sich sowohl auf deskriptivem als auch auf explorativem Niveau. Mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring wurden Narrative und rhetorische Komponenten auf formale, sprachliche und inhaltliche Darstellungstypen, Aussagelogiken, Kommunikationsmuster und Durchsetzungsstrategien analysiert. Untersucht werden sollte dabei das ‚Typische im Individuellen‘.
Als Ergebnis konnte gezeigt werden, dass die meisten Eingabenschreiber den staatlichen Organen mit strategischem Geschick entgegentraten. In beinahe allen Eingaben fand eine Situationsdefinition und Rollenfestlegung statt. Ein positiver Eindruck sollte mittels der Betonung traditioneller Tugenden, dem Verweis auf vergangene Verdienste und Loyalitätsbekundungen erzeugt werden. Ziel der Selbstdarstellung war es, die Anspruchsberechtigung für Konsumwaren zu erhöhen und damit die eigene Person bzw. das Anliegen in ein gutes Licht zu rücken. Zur Durchsetzung der Interessen wurden die individuellen Problemlagen häufig auf ein allgemeingültiges Niveau mit gesellschaftlicher Reichweite gehievt. Als besonders nützlich erwies es sich dabei das System beim Wort zu nehmen. Indem man das eigene Anliegen mit anerkannten Autoritäten, sozialistischen Normen und Werten verband, verlieh man dem vorgebrachten Anspruch die nötige Legitimität und immunisierte gegen allfällige Belehrungen durch die Staatsvertreter. Ausgestattet mit einem hohen Maß an Selbstbewusstsein scheuten manche Verfasser auch nicht vor Systemkritik zurück.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Konsumgeschichte DDR Deutschland Eingaben Eingabenkultur Mode Mode und Bekleidung Thematisierungsstrategien Aussagelogiken Kommunikationsmuster
Autor*innen
Andreas Hager
Haupttitel (Deutsch)
Konsumgeschichtliche Analysen zur ostdeutschen Mode anhand von Eingaben an das DDR-Fernsehen
Hauptuntertitel (Deutsch)
1963-1989
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
95 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz X. Eder
AC Nummer
AC10705054
Utheses ID
22732
Studienkennzahl
UA | 066 | 688 | |
