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Zwischen Repräsentation, Sittsamkeit und Emanzipation
die Frau am Klavier in ausgewählten deutschen Bilddarstellungen des 18. und 19. Jahrhunderts
Caroline Heusinger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Petr Fidler
DOI
10.25365/thesis.25756
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29858.69182.605162-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der höfischen Darstellung dient das Klavier meist der Repräsentation, wird zum deutlichen Hinweis auf den Stand und den Kunstverstand der Abgebildeten, und fügt sich in einer entsprechenden, fast theatralischen Kulisse in ein Ensemble mit weiteren Ausstellungsstücken wie antiken Säulen, Draperien, Vasen und Spiegeln. Es steht für Luxus, Überfluss und ist ein Zeitvertreib unter vielen anderen. Die höfischen Frauen schauen dem Betrachter direkt ins Gesicht, sie reizen den Blick des Betrachters.
Die bürgerliche Frau hingegen spielt auf dem Klavier und pflegt ein inniges Verhältnis zu ihrem Instrument. Sie arbeitet, ohne zu arbeiten, denn die Musik erfüllt sie. Sie ist eins mit dem Instrument, ihr Blick ist meist auf dieses gerichtet Der Betrachter wird nicht als solcher angeschaut. Er schaut wie ein Voyeur auf eine Szene, die zwar kurz angehalten ist, aber ohne ihn weiterlaufen würde.
In der höfischen Gesellschaft befanden sich Frauen wie Männer am gleichen Ort, auch wenn der Aktionsradius der Männer natürlich um einiges größer war. Auch in der Mittel- und Unterschicht war im Feudalismus der Wohnort gleichzeitig die Arbeitsstätte. Kinder wie Frauen waren in den Produktionsprozess eingebunden. In den Zeiten der beginnenden Arbeitsteilung entzweien sich die beruflichen Wege der Geschlechter. Neben Haushaltsführung und der Kindererziehung gibt es für die Frau neue Freiräume, die genutzt werden mussten. Diese Freiräume waren keine Arbeit, aber wurden durchaus von der aufkommenden protestantischen Arbeitsethik geprägt: Es musste geübt, sich diszipliniert werden, um zu einem Ergebnis zu kommen.
Das Klavier wird zu dem Modeinstrument einer neuen Bürgerschicht. Es repräsentiert die beiden zentralen Werte der neuen staatstragenden Keimzelle, der bürgerlichen Kleinfamilie: Besitz und Bildung.
Der Platz der Frau am Klavier zeigt deutlich ihren Platz in der Gesellschaft, und ihre Funktion, die sich mehr gewandelt hat als die der Männer. Daher dient das Klavier als besonders geeignetes „Instrument“ und dessen Festschreibung in fixierter bildnerischer Form, um „Frauengeschichte“ zu erzählen und damit zur Gender-Forschung beizutragen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
piano woman germany music gender
Schlagwörter
(Deutsch)
Porträt Klavier Frau Deutschland 18. Jahrhundert 19. Jahrhundert Musik Musikinstrumente Gender
Autor*innen
Caroline Heusinger
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen Repräsentation, Sittsamkeit und Emanzipation
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Frau am Klavier in ausgewählten deutschen Bilddarstellungen des 18. und 19. Jahrhunderts
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
225 S. : zahlr. Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Petr Fidler
AC Nummer
AC10735776
Utheses ID
23004
Studienkennzahl
UA | 315 | | |
