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Politische Kultur, nationale Identität und Atomenergie
die österreichische Kernenergiekontroverse von 1978 bis 1986 im Lichte des Nationalrats
Florian Bayer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Mitchell Ash
DOI
10.25365/thesis.25766
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30402.86072.834164-3
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Arbeit untersucht die Ursprünge der gegenwärtig breit getragenen Ablehnung der
Kernenergie in Österreich in der österreichischen Kernenergiekontroverse. Den Hauptteil der Arbeit bildet eine Analyse der stenographischen Protokolle des österreichischen Nationalrats zwischen November 1978 und April 1986. Den Untersuchungszeitraum begrenzen das äußert knappe Ergebnis der Volksabstimmung vom 5. November 1978 über die Inbetriebnahme des fertig gestellten Atomkraftwerks in Zwentendorf - begriffen als Zeitpunkt einer starken Polarisierung - sowie die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986, welche in der Literatur als das entscheidende Ereignis für die Herausbildung der mehrheitlichen Ablehnung der Kernenergie in Österreich angesehen wird.
Nach einer Einführung in die Geschichte der Kernenergie in Österreich, in welcher
wesentliche Aspekte für die spätere ablehnende Haltung der Bevölkerung herausgearbeitet werden, untersucht die Arbeit den weiteren Verlauf der Kernenergiekontroverse im
Rahmen des Nationalrats durch die Verschränkung mehrerer Aspekte: Bedeutungskonstruktionen und Sinnstiftung rund um Atomenergie in Österreich werden als sociotechnical imaginary erfasst, wobei besonders die Frage nach der Verbindung zwischen Technologiebezügen und nationaler Identität Berücksichtigung _ndet. Darüber hinaus wird die Kernenergiekontroverse innerhalb des österreichischen Nationalrats im Kontext der politischen Kultur analysiert. Hier wird die zentrale Bedeutung konsensualer Zusammenarbeit unter AkteurInnen der politischen Parteien in der Zweiten Republik als wesentlicher Faktor für den Verlauf der Kontroverse und die weitere Entwicklung aufgezeigt.
Durch diese Integration unterschiedlicher Ansätze in der Analyse der letzten Phase
der österreichischen Kernenergiekontroverse wird gezeigt, dass die Ursprünge der gegenwärtigen mehrheitlichen Ablehnung der Kernenergie in der Bevölkerung im Verlauf der Kontroverse festzumachen sind: Die Notwendigkeit eines (parteiübergreifenden) Konsens in der Atomfrage, ebenso wie ein spezifisches Set an Vorstellungen und Technologiebezügen im Rahmen des imaginary ‚atomfreies Österreich’ und deren Verbindung zu nationaler Identität.
Abstract
(Englisch)
The paper 'Political culture, national identity and nuclear energy. The austrian controversy on nuclear energy between 1978 and 1986 within the national assembly' identifies the roots of the broad rejection of nuclear technologies in contemporary Austria within the controversy on neclear energy in the late 1970s and early 1980s. The close result of the referendum in November 1978 on the commissioning of the nuclear power plant in Zwentendorf - understood as a moment of severe polarisation - serves as a starting point for the investigation. In recent studies the explosion of the reactor in Chernobyl in April 1986 is considered the turning point of the austrian controversy and therefore marks the end of the examined period.
Reviewing the history of nuclear energy in Austria the paper sheds light on events
and aspects which turn out to be important for the rejection of nuclear technologies
in contemporary Austria. On the one hand the analysis of the nuclear debate within
the national assembly focuses on ways in which nuclear technologies were made sense of and ascribed with meaning and describes them as a sociotechnical imaginary. Next to highlighting the construction of national identity within these processes the analysis on the other hand explores the role of consensus and mutual action within the political culture of the Second Republic and its implications for the nuclear controversy.
The integration of different perspectives enables to pinpoint several key aspects of
the austrian nuclear controversy for the development of a broad rejection of nuclear
technologies in the post-chernobyl era: the obligation to reach a consensus between the political parties, a specific set of ideas described as the imaginary of a ‘nuclear free Austria’ and its specific relations to national identity.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Austria nuclear energy Zwentendorf nuclear controversy political culture national identity
Schlagwörter
(Deutsch)
Österreich Atomenergie Zwentendorf Kernenergiekontroverse Politische Kultur nationale Identität
Autor*innen
Florian Bayer
Haupttitel (Deutsch)
Politische Kultur, nationale Identität und Atomenergie
Hauptuntertitel (Deutsch)
die österreichische Kernenergiekontroverse von 1978 bis 1986 im Lichte des Nationalrats
Paralleltitel (Englisch)
Political culture, national identity and nuclear energy. The austrian controversy on nuclear energy between 1978 and 1986
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
147 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Mitchell Ash
AC Nummer
AC10732720
Utheses ID
23013
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
