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Erlesene Welten - der Fetisch "Buch" und seine Gestaltung in der Romanliteratur
Marie-Christine Toifl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Martin Neubauer
DOI
10.25365/thesis.25857
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29940.74168.890265-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem etwas anderen Verwendungszweck von Literatur. Hierbei stellt sich die Frage nach der Fetischisierung des Objekts Buch in der Literatur, primär um die Darstellung von Bibliophilen und Bibliomanen.
In drei exemplarischen Studien wurden Elias Canettis Die Blendung (1935), Arno Schmidts Werk Das steinerne Herz (1956) sowie Walter Moers phantastischer Roman Die Stadt der träumenden Bücher (2000) untersucht.
Canettis Protagonist Peter Kien stellt wohl den bekanntesten Bibliophilen in der Literatur dar, der viele Merkmale in sich vereint. Es zeigt sich, dass es sich bei ihm um einen misanthropischen Gelehrten handelt, für den seine Bibliothek seine Heimat darstellt. Die Welt außerhalb seiner Bibliothek ist ihm fremd, Menschen interessieren ihn nicht. Auch stellt er das Wohl seiner Bücher vor das aller anderen. Kiens größte Angst ist die Verlust seiner Bibliothek durch Brand, eine Angst, die er mit allen Bibliophilen teilt. Allerdings verfällt Kien im Kampf um die Vorherrschaft in seiner Bibliothek immer mehr dem Wahnsinn, weswegen er am Schluss seine Bibliothek selbst in Brand steckt und mit ihr in Flammen aufgeht.
Auch der Protagonist in Arno Schmidts Werk ist ein menschenverachtender Gelehrter. Walter Eggers ist zwar nicht ganz so weltfremd wie Kien, doch auch er lebt in seiner eigenen, durch seine Bücher erschaffenen Welt in der es keinen Platz für andere gibt. Im Gegensatz zu Kien ist Eggers allerdings zu sexuellen Kontakten fähig, was allerdings nicht mit Liebe verwechselt werden darf – diese empfindet auch er nur für seine Bücher.
Bei Moers Werk handelt es sich um ein komplexes literarisches Universum und keine bibliophile Einzelperson. Buchhaim, die Stadt der Träumenden Bücher, kann als bibliophile Stadt bezeichnet werden, die ihre Existenz einzig und alleine Büchern zu verdanken hat. Die bibliophilen Zyklopen der Unterwelt – die Buchlinge – haben allerdings auch etwas mit Eggers und Kien gemein: Sie leben in
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ihrer eigenen kleinen Welt, der ledernen Grotte unterhalb der Erde, in die sie keine Eindringlinge lassen.
Die Untersuchung zeigt auf, dass Bücher nicht nur gelesen werden können. Sie sind sehr oft das Objekt der Begierde, welches Individuen dazu verleitet, die unmöglichsten Dinge zu tun. Sei es seine Bibliothek und sich selbst in Brand zu stecken, wie Walter Eggers sexuellen Kontakt eingehen um an die gewünschten Bücher zu gelangen oder Straftaten zu begehen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Buch Bibliomanie Bibliophilie Fetisch Sammeln
Autor*innen
Marie-Christine Toifl
Haupttitel (Deutsch)
Erlesene Welten - der Fetisch "Buch" und seine Gestaltung in der Romanliteratur
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
97 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Martin Neubauer
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen
AC Nummer
AC10740392
Utheses ID
23092
Studienkennzahl
UA | 332 | | |
