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Die Entstehung nationaler Ideologien und ihre politische Anwendung im Königreich Dalmatien am Beginn des 20. Jahrhunderts im Spiegel der „Tajni spisi“ (Geheimakten der k.k. Statthalterei)
Benedikt Wallner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Alojz Ivanisević
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.25903
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30028.63577.422169-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung nationaler Ideologien in Südosteuropa, deren Verbreitung und deren Wirkung im politischen Bereich. Dies wird am Handeln der politisch Tätigen Dalmatiens im frühen 20. Jahrhundert veranschaulicht. Dazu werden deren Aktivitäten im Spiegel der Geheimakten der k.k. Statthalterei (Tajni spisi) betrachtet. Da aufgrund der Fülle des Materials eine Eingrenzung nötig war, wird die Zeit von der Annäherung der serbischen und kroatischen Parteien 1901/1902 bis zum Scheitern der Kroatisch – Serbischen - Koalition 1907 als Untersuchungszeitraum gewählt. Zunächst werden im ersten Abschnitt des allgemeinen Teils verschiedene gängige Thesen zu Nationalismus und Nationsbildung einer kritischen Betrachtung unterzogen um somit jene Theorien zu ermitteln, welche die Entstehung und Anwendung von Nationalismen, vor allem im politischen Bereich, am besten erklären können. Nachdem die These von Athony D. Smith, die von einer Mischform eines teils urtümlichen, teils konstruierten Nationalismus ausgeht, dargestellt wurde, wendet sich der nächste Abschnitt einer allgemeinen Darstellung der staatsrechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Dalmatiens unter der österreichischen Herrschaft zu. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung Dalmatiens von 1815-1918, sowie auf die Zusammensetzung und politische Tätigkeit des dalmatinischen Landtags gelegt. Dies soll die Grundlage für das Verständnis dafür bilden, wie gewisse politische oder wirtschaftliche Themen in Dalmatien zur nationalistischen Polarisierung beitrugen. Der nächste Abschnitt des allgemeinen Teils ist konkret den Nationalismen gewidmet, die in Dalmatien im 19. Jh. entstanden und ihre politische Wirksamkeit am Beginn des 20. Jh. entfalteten. Diese werden in unifizierende und abstrahierende Nationalismen unterteilt. Zu der Kategorie der unifizierenden Nationalismen zählt vor allem der Jugoslawismus, dessen Entstehung und Entwicklung über die ersten Anfänge des Illyrismus bis hin zu seiner politischen Verwendung im frühen 20. Jh. verfolgt wird. Wesentlich zahlreicher sind am Beginn des 20. Jh. die abstrahierenden Nationalismen, allen voran Kroatismus und Serbismus, die auch in ihren extremeren Varianten als Groß – und Pannationalismen betrachtet werden. Schließlich wird auch noch auf den italienischen Irredentismus sowie auf „dalmatinisch-nationale“ Ideologien, die ein Dalmatinertum unter slawischer oder italienischer kultureller Dominanz befürworteten, untersucht. Nachdem so ein Bild von den vorherrschenden nationalen Strömungen gezeichnet wurde, zeigt der letzte Abschnitt des allgemeinen Teils für die Herausbildung politischer Nationalismen wesentliche Fragen. Diese waren die Frage nach der Vereinigung Dalmatiens mit dem Königreich Kroatien – Slawonien und die Frage nach dem Gebrauch der kroatischen / serbischen Sprache im inneren Amtsverkehr. Der letzte Abschnitt des allgemeinen Teils steht mit dem vorangegangenen in Zusammenhang und präsentiert die wichtigsten politischen Parteien Dalmatiens im Untersuchungszeitraum sowie die politische Entwicklung mit dem Schwerpunkt auf der Bildung der Kroatisch – Serbischen – Koalition. Im Hauptteil der Arbeit werden schließlich die politischen Ausformungen nationaler Ideologien anhand der schon erwähnten Geheimakten beschriebenen, Vorkommnissen, untersucht. Dabei werden die Jahre 1901-1907 chronologisch betrachtet. So stellt sich heraus, dass die politischen Themen von der zunehmenden Verbreitung abstrahierender Nationalismen beeinflusst wurden. Es traten die Vereinigungsfrage und die Sprachenfrage zu tage, die von nationalkroatischen und großkroatischen Argumenten dominiert wurden, ebenso sehr wie das Erstarken einer italienischen Irredenta. Zwar wurde in der Kroatisch- Serbischen – Koalition eine gemeinsame Vorgehensweise gegen die Regierung gefunden, aber nur auf Basis der Betonung der Eigenständigkeit von serbischer und kroatischer Nation. Dass Versuche, im Sinne der Koalition, eine jugoslawische Ideologie zu verbreiten, fehlschlugen und letztlich das Scheitern der Koalition auch aufgrund nationaler Motive nicht verhindern konnten, wird aus den Akten ebenso ersichtlich wie die zunehmende Zurückdrängung des italodalmatinischen autonomistischen Elements. So kann schließlich festgehalten werden, dass im Zeitraum von 1901 bis 1907 abstrahierende Nationalismen dominierend waren wesentlichen Einfluss aud Themen der dalmatinischen Landespolitik nahmen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Nationalismus Dalmatien
Autor*innen
Benedikt Wallner
Haupttitel (Deutsch)
Die Entstehung nationaler Ideologien und ihre politische Anwendung im Königreich Dalmatien am Beginn des 20. Jahrhunderts im Spiegel der „Tajni spisi“ (Geheimakten der k.k. Statthalterei)
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
98 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Alojz Ivanisević
Klassifikation
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte
AC Nummer
AC10788815
Utheses ID
23136
Studienkennzahl
UA | 312 | | |
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