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Männlichkeitsfiktionen in ausgewählten Pro- und Antikriegsromanen der Weimarer Republik
Eva Maria Grasser
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Stefan Krammer
DOI
10.25365/thesis.25924
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30397.56922.550763-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Arbeit wurden exemplarische kriegskritische und kriegsbejahende Frontromane der späten Weimarer Republik hinsichtlich ihrer Fiktionalisierung von männlichen Geschlechtsidentitäten untersucht. Dieses Vorhaben sollte zum einen die Frage beantworten, ob in den untersuchten Romanen von der Entstehungszeit geprägte „neue“ Männlichkeiten dargestellt werden. Eine vergleichende Analyse von Anti- und Prokriegsromanen sollte zudem etwaige divergierende Männlichkeitsentwürfe abhängig vom politischen Anspruch der Texte untersuchen. Schließlich sollte geklärt werden, ob Antikriegsromane die Verbindungen zwischen Maskulinität, Militarismus und Nationalismus aufzubrechen im Stande sind.
Auf der Basis von Raewyn Connells Modell der Hegemonialen Männlichkeit wurden zunächst hierarchische Beziehungen der Romanfiguren in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt. Anschließend wurde durch eine Analyse der Darstellungen von Frontkameradschaft der Fokus auf emotionale Bindungsstrukturen gerichtet. Überdies wurden die Einschreibungen soldatischer Männlichkeit in Körper und individuelle Identität einer genauen Analyse unterzogen.
Die vergleichende Untersuchung lieferte das Ergebnis, dass sowohl Prokriegs- als auch Antikriegsromane keine „neuen“ Männlichkeitsentwürfe bereithalten. Vielmehr orientieren sie sich an tradierten Leitbildern der Vorkriegszeit. Trotzdem kann davon ausgegangen werden, dass diese Leitbilder sich aus dem Umfeld der Weimarer Republik in die Romane einschreiben. Schließlich erhalten eine Vielzahl männerbündischer Strukturen das militarisierte Männlichkeitsideal in der Zwischenkriegszeit aufrecht. Dies kann als Antwort auf die u.a. durch Kriegsniederlage und neue soziale Bewegungen (wie der Frauen und Homosexuellenbewegung) verschwimmenden Geschlechtergrenzen gesehen werden. Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit zu Ende der Weimarer Republik lassen den Ruf nach Disziplin und Ordnung wieder lauter werden, welche im Ideal militarisierter Männlichkeit gewährleistet zu sein scheinen. Zu dieser Zeit entstehen die untersuchten Romane.
Der wesentliche Unterschied zwischen Prokriegs- und Antikriegsromanen liegt darin, dass die Prokriegsromane dazu aufrufen, auf der Basis militarisierter Männlichkeit eine neue Nation zu gründen, während die Antikriegsromane in einer Diskussion über die Sinnlosigkeit des Krieges verstrickt bleiben. Eine Entkoppelung der Konzepte von Maskulinität und Militarismus, die als Grundlage des von ihnen propagierten Pazifismus gelten müsste, erreichen sie jedoch nicht. Dies ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass ihre Protagonisten die wilhelminischen Tugenden von Pflichtbewusstsein, Gehorsam und Opferbereitschaft weiterhin hochhalten und ihre Männlichkeit dadurch in den Dienst der Nation stellen.
Dementsprechend perpetuieren sowohl kriegsbejahende als auch kriegskritische Romane die Hegemonie militarisierter Männlichkeiten und leisten damit einen Beitrag zur Entstehung des faschistischen Männlichkeitsideals.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Masculinities Weimar Republic
Schlagwörter
(Deutsch)
Männlichkeit Maskulinität Weimarer Republik Kriegsroman
Autor*innen
Eva Maria Grasser
Haupttitel (Deutsch)
Männlichkeitsfiktionen in ausgewählten Pro- und Antikriegsromanen der Weimarer Republik
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
120 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Stefan Krammer
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.90 Literatur in Beziehung zu anderen Bereichen von Wissenschaft und Kultur ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.99 Literaturwissenschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC10740302
Utheses ID
23157
Studienkennzahl
UA | 332 | | |
