Detailansicht
At whose service?
Gruppenkonstruktionen bei Pim Fortuyn ; eine politolinguistische Analyse seiner Interviews und Reden zu Wahlkampfzeiten
Florian Michael Bachmann
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Herbert Van Uffelen
DOI
10.25365/thesis.26171
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29753.77014.684260-9
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit setzt sich mit dem Sprachgebrauch des 2002 ermordeten niederländischen Politikers Pim Fortuyn auseinander. Anhand ausgewählter Interviews und Reden aus dessen Wahlkampfzeit wird die linguistische Gruppenkonstruktion untersucht, also die sowohl explizite als auch implizite sprachlich realisierte Formung gesellschaftlicher Gruppierungen durch Identifikation und Distanzierung. Im Zuge dessen werden – weitgehend der Diskurshistorischen Methode Wiener Provenienz folgend – referentielle, prädikative und argumentative Strategien dieses Konstruktionsvorgangs analysiert. Gleichsam als ein Nebenprodukt werden des Weiteren sprachliche Eigenheiten im allgemeinen Duktus Pim Fortuyns sowie dessen Schlagwörter ausgewertet: zusammenfassend gesagt machte Fortuyn linguistisch gesehen häufig Gebrauch von Verstärkungsstrategien, insbesondere durch Kombinationen von Schlagwörtern und wertenden Adjektiven sowie Wiederholungen von Worten oder deren Synonymen.
Im Ergebnis setzt sich die – häufig mit wirtschaftlichen Argumenten legitimierte – Ingroup insbesondere aus den arbeitenden Menschen (Unternehmer, Arbeitnehmer und Bauern) sowie allgemein den Bewohnern der Niederlande (Einheimische oder nach Fortuyns Vorstellungen Integrierte) zusammen. Diese Eigengruppe ist zumeist nur durch kontrastive Betrachtung zu negativ bewerteten Gruppen zu erkennen, da Fortuyn sehr selten auf eine kollektive, nationale Eigengruppe (typischerweise „das Volk“) referenzierte. Stattdessen wurde oftmals auf „die Menschen im Land“ Bezug genommen, was sich ohne sonstige Einschränkungen auf Ethnie etc. auf alle sich in den Niederlanden befindlichen Personen (offensichtlich jedoch mit Ausnahme von Asylsuchenden) beziehen dürfte.
Die Outgroup umfasst konkurrierende Parteien (insbesondere die etablierten Eliten), die bürokratisierte Verwaltung des kollektiven Sektors, beinahe ohne Differenzierung sämtliche von der islamischen Religion und/oder Kultur geprägten Menschen sowie Asylsuchende. Trotz der überwältigenden Medienpräsenz Fortuyns wurde auch die Presse nicht wohlwollend behandelt.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Pim Fortuyn political communications
Schlagwörter
(Deutsch)
Pim Fortuyn Politolinguistik Politische Kommunikation
Autor*innen
Florian Michael Bachmann
Haupttitel (Deutsch)
At whose service?
Hauptuntertitel (Deutsch)
Gruppenkonstruktionen bei Pim Fortuyn ; eine politolinguistische Analyse seiner Interviews und Reden zu Wahlkampfzeiten
Paralleltitel (Englisch)
At whose service? Pim Fortuyn's construction of groups
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
169 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Herbert Van Uffelen
AC Nummer
AC10788608
Utheses ID
23384
Studienkennzahl
UA | 396 | | |
