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"Jetzt ist die Zeit und Stunde da, wir reisen nach Amerika"
Migrationen aus Bayern in die USA zwischen 1848 und 1952, aufgezeigt an fünf Lebensgeschichten aus Altbayern
Sophie Theresa Schattenkirchner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Josef Ehmer
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29835.31179.623366-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Masterarbeit beschäftigt sich mit der Frage: Warum wandern Menschen aus einer Region aus, während andere in der Heimat bleiben? Zur Beantwortung dieser Frage wurden fünf Migrationen aus Altbayern zwischen 1859 und 1952 untersucht. In einem ersten Teil werden dabei die Lebensgeschichten der fünf Auswanderer aus Altbayern durch eine Kombination aus biographischer Herangehensweise und Untersuchung des historisch-sozialen Kontexts dargestellt. In einem zweiten interpretierenden Teil werden diese fünf Migrationen gegenübergestellt und deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet. Dabei werden sowohl das Siedlungs- und Heiratsverhalten der Altbayern in den USA untersucht, andere Faktoren, wie Wirtschaftskrisen oder Kriege, die das Wanderungsverhalten beeinflussten analysiert, als auch die Frage diskutiert, inwiefern die verbesserten Transportmöglichkeiten des 20. Jahrhunderts die Entscheidung zur Migration beeinflussten. Es wird herausgearbeitet, dass die fünf Menschen bereits vor ihrer Auswanderung in die USA in ihrer bayerischen Heimat teilweise sehr mobil waren und sich in den USA hauptsächlich in für Bayern „typischen“ Regionen (wie beispielsweise Illinois oder Wisconsin) niederließen und in zwei Fällen sogar wiederum Partner aus Bayern heirateten. Die fünf Lebensgeschichten wurden in Archiven in Altbayern oder über Datenbanken ausfindig gemacht. Anschließend wurden die Lebens- und Migrationsverläufe dieser Menschen sowohl mit Hilfe von Archiven, Bibliotheken und Museen in den USA, als auch durch die Befragung einer noch lebenden Auswanderin, und Familienangehörigen einer im Jahr 2005 verstorbenen Migrantin, nachvollzogen. Im Rahmen dieser Masterarbeit fand im August/September 2012 eine von der Universität Wien – durch ein kurzfristiges Auslandsstipendium – geförderte Forschungsreise in die USA statt. Dadurch konnten auch noch Wohnviertel und Gräber von Migranten ausfindig gemacht werden. Die fünf Migrationen zeigen dabei das breite Spektrum des Themas Migration auf und machen deutlich, dass diese nicht einfach nur Auswanderungsbewegungen oder ökonomischen Bedingungen untergeordnet werden können, sondern dass auf die persönlichen Lebensumstände eines jeden einzelnen Migranten geachtet werden muss. Dabei ergaben sich bei der näheren Untersuchung der fünf Fälle teilweise zusätzliche Migrationsgründe, die bei einer ersten Betrachtung nicht ersichtlich waren. 1859 wanderte die Nachtwächterstochter Theres Amesmaier von Straubing nach Attica, Indiana, aus, da ihre bereits dorthin ausgewanderte Schwester einen Ehemann für sie gefunden hatte. 1903 zog der Florist Max Feldbauer von der Oberpfalz aus in die USA und lebte dort in verschiedenen Bundesstaaten, blieb schließlich knapp 20 Jahre in Chicago und kehrte 1932 wieder in seine bayerische Heimat zurück. 1938 emigrierte die Schulschwester Victoria Wiethaler aus Essenbach zusammen mit Mitschwestern ihres Ordens nach Milwaukee; 1939 floh der jüdische Arzt Dr. med. Walter Perls vor den Nationalsozialisten von München nach New York. 1952 wanderte Magdalena Hayson, geb. Wolf, zusammen mit einem US-Soldaten nach Kansas aus.
Abstract
(Englisch)
The master thesis deals with the question: Why do some people emigrate and leave a certain region, while others decide to stay there? To answer this question five migrations from Old Bavaria (“Altbayern” – a historical region in Bavaria enveloping Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz) between 1859 and 1952 are examined. In the first chapter these five life stories are depicted using the biographical method in combination with the examination of the social-historical context. In the second analyzing chapter these five migrations are contrasted with each other and the differences and similarities are developed. In this last part, the regions in the United States where the Bavarians have settled down and their marriage behavior are examined. Other factors – which also influence migration –, like economic crises, wars or family arrangements, are also analyzed. Finally the following question will be discussed: in which way had the improvement of the transportation system in the twentieth century an effect on the decision to migrate? It was ascertained that four out of the five migrants had changed residences several times in Bavaria before migrating to the United States. This leads to the conclusion that they were mobile even before their decision to leave Bavaria. In the United States these people from Old Bavaria mainly settled down in regions “typical” for German and Bavarian settlers, like Illinois or Wisconsin. And even two out of the five migrants married people from Bavaria in the United States. The five life stories were found in archives in Old Bavaria or in data bases. The next step was to reproduce these stories through archives, libraries and museums in the United States, and through oral history. In the context of this master thesis, I have been to the United States in August/September 2012 with a short-time scholarship from the University of Vienna and could detect residences and graves. These five examples show the broad spectrum of migration and make clear that the decisions of an individual person to emigrate can never be inferior to general migration movements or economic reasons. It is necessary to focus on the living circumstances of each individual. Through this method some additional reasons for emigration could be discovered. In 1859 night watchman`s daughter Theres Amesmaier emigrated from Straubing to Attica, Indiana, in order to get married. Her sister had emigrated to Attica years before and found a husband for Theres. In 1903 florist Max Feldbauer left the Oberpfalz for the United States and lived there in several states, finally almost twenty years in Chicago, Illinois. He returned to Bavaria in 1932. In 1938 School Sister Victoria Wiethaler from Essenbach emigrated with a religious order to Milwaukee, Wisconsin. In 1939 the Jewish physician Dr. med. Walter Perls escaped National Socialism and fled from Munich to New York City. And in 1952 Magdalena Hayson, maiden name Wolf, followed her fiancé, a member of the US-army, to Kansas.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Migrations USA Old Bavaria 1848-1952 marriage behavior settlement behavior biographies
Schlagwörter
(Deutsch)
Migrationen USA Altbayern 1848-1952 Heiratsverhalten Siedlungsverhalten Biographien
Autor*innen
Sophie Theresa Schattenkirchner
Haupttitel (Deutsch)
"Jetzt ist die Zeit und Stunde da, wir reisen nach Amerika"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Migrationen aus Bayern in die USA zwischen 1848 und 1952, aufgezeigt an fünf Lebensgeschichten aus Altbayern
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
147 S. : Ill., graph. Darst., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Josef Ehmer
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.43 Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC10727125
Utheses ID
23406
Studienkennzahl
UA | 066 | 805 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1