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Arzneimittelgebrauch im deutschsprachigen Mittelalter und heute
Beschreibung und Anwendung heute gebräuchlicher Arzneipflanzen im Kräuterbuch des Johannes Hartlieb
Marion Kalbacher
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Matthias Meyer
DOI
10.25365/thesis.26199
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30215.59121.256765-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem pflanzlichen Arzneimittelschatz des
Mittelalters, dargestellt an dem Beispiel des Kräuterbuchs von Johannes Hartlieb.
Johannes Ahrtlieb lebte vermutlich von 1410 bis 1468. Er war Arzt, Schriftsteller und
Übersetzer. Ihm wird ein umfangreiches Werk zugeschrieben. Das Kräuterbuch
entstand vermutlich um 1440, Datierungsfragen sind aber ungeklärt. Es ist das einzige,
durchgehend illustrierte Kräuterbuch vor der Inkunabelzeit, deshalb wurde es auch als
Grundlage für diese Arbeit ausgewählt.
Unter einem Kräuterbuch bzw. einem Herbar versteht man einen Text, in dem einzelne
Pflanzenmonographien aneinandergereiht sind; in der Regel wird jeweils in einem
Kapitel eine Pflanze vorgestellt. Dabei steht ihre medizinische Verwertbarkeit, ihre
Anwendung bei der Behandlung von Krankheiten, im Vordergrund und nicht so sehr
die naturwissenschaftliche botanische Beschreibung.156
Der Vergleich mit heutige gebräuchlichen Lehrbüchern zeigt, dass mittlerweile eine
Trennung von Botanik und Medizin nicht mehr möglich ist. Um den gesetzlichen
Ansprüchen im pharmazeutischen Alltag gerecht zu werden, müssen beide Disziplinen
Hand in Hand gehen.
Über den Rezipientenkreis ist nichts bekannt, da das Kräuterbuch keine Einleitung oder
einen Prolog besitzt, sagt das Werk selbst nichts darüber aus. Da es aber in deutscher
Sprache geschrieben wurde, wird vermutet, dass es für Laien gedacht war.
Hartlieb hat das Kräuterbuch nicht selbst verfasst, mittlerweile konnten drei Vorlagen
ermittelt werden. Hauptsächlich kopierte Hartlieb das Buch der Natur von Konrad von
Megenberg. Aus diesem Werk hat der 86 der dort ehthalten 89 Kapitel übernommen.
156 Schnell, Bernhard: S. 117 ff.
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Auch die elf Tierkapitel des Kräuterbuchs stammen aus Megenbergs Werk. Die Arbeit
beschäftigt sich auch mit diesen Vorlagen.
Das Besondere an Hartliebs Kräuterbuch sind die farbigen, einseitigen Abbildungen, die
jedes Kapitel begleiten. Sie sind immer auf der linken Seite, sodass Bild und Text eine
feste Einheit bilden. Die Abbildungen sind somit integraler Bestandteil des Buches.
Die Arbeit endet mit einem Vergleich zwischen dem Arzneipflanzengebrauch damals
und heute. Viele der Pflanzen werden heute nicht mehr, beziehungsweise nur mehr als
Gewürz verwendet. Die von Hartlieb beschriebenen Indikationen können nur mehr
bedingt nachvollzogen werden und sind mit den Mitteln der heutigen Wissenschaft nicht
zu erklären.
Interessant sind die zahlreichen Verweise auf die humoralpathologischen Qualitäten der
Pflanzen, die Viersäftelehre des Galen war zu Hartliebs Zeit eine wichtige medizinische
Grundlage. Diese Erkenntnisse kommen heute noch bei Therapeuten und verschiedenen Therapieformen zum Einsatz.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Arzneipflanzen Kräuterbuch Johannes Hartlieb Buch der Natur Konrad von Megenberg
Autor*innen
Marion Kalbacher
Haupttitel (Deutsch)
Arzneimittelgebrauch im deutschsprachigen Mittelalter und heute
Hauptuntertitel (Deutsch)
Beschreibung und Anwendung heute gebräuchlicher Arzneipflanzen im Kräuterbuch des Johannes Hartlieb
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
76 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Matthias Meyer
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.10 Sprache in Beziehung zu anderen Bereichen der Wissenschaft und Kultur
AC Nummer
AC10742870
Utheses ID
23411
Studienkennzahl
UA | 332 | | |
