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Das byzantinische Kreuzigungsbild
Sonja Haberl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Jadranka Prolović
DOI
10.25365/thesis.26229
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29811.44059.264159-8
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Charakteristisch für das byzantinische Kreuzigungsbild ist die Darstellung des gekreuzigten Christus im Zentrum der Szene. Unter dem Kreuz stehen die Jungfrau Maria sowie der Lieblingsjünger Johannes. Longinus und Stephaton befinden sich ebenfalls unter dem Kreuz wie auch die um Christi Gewand losenden Soldaten. Über dem Kreuz sind die Gestirne Sonne und Mond abgebildet. Während oberhalb des Kreuzbalkens die um Christi weinenden bzw. ihn begrüßenden Engel zu sehen sind, werden unterhalb des Kreuzbalkens die Personifikationen von Ecclesia und Synagoge dargestellt. In dem kleinen Hügel, auf dem das Kreuz errichtet wird, ist der Schädel Adams abgebildet. Im Hintergrund der Kreuzigungsszene ist die Stadtmauer Jerusalems zu erkennen.
Die untersuchten Kreuzigungsdarstellungen weisen eine Variation der erwähnten Figuren und Elemente auf, die sich in ihrer Darstellungsweise und Position in der Szene unterscheiden. Nicht in jedem Kreuzigungsbild werden alle erwähnten Figuren und Elemente gezeigt.
In manchen Kreuzigungsbildern sind außerdem trauernde Frauen, meistens hinter der Gottesmutter, sowie Soldaten und Schaulustige abgebildet. Des Weiteren gibt es Kreuzigungsdarstellungen, die ebenso die beiden Schächer zeigen. Auch hier befindet sich der gekreuzigte Christus stets in der Mitte.
Vor allem anhand der unterschiedlichen Darstellungsweise von Christus am Kreuz im Laufe der früh-, mittel- und spätbyzantinischen Zeit lässt sich die Entwicklung des Kreuzigungsbildes beobachten. Charakteristisch für das Kreuzigungsbild in der frühbyzantinischen Zeit ist, dass der gekreuzigte Heiland meist steif und starr auf einem Suppedaneum steht und sehr oft mit einem Colobium bekleidet ist. Selten ist Christus am Kreuz mit einem Perizoma zu sehen. Erst in der mittelbyzantinischen Zeit ist es üblich, den Gekreuzigten nur im Perizoma zu zeigen. Fast immer ist er mit geöffneten Augen, also noch lebend, dargestellt.
Erst ab der Mitte des 8. Jh., nach dem Bilderstreit (726 – 843), wird Christus am Kreuz mit geschlossenen Augen abgebildet. Des Weiteren ist in der mittelbyzantinischen Zeit zu bemerken, dass der Körper des gekreuzigten Heilands ein wenig geneigt dargestellt wird. Seine Arme sind nicht mehr ausgestreckt wie in der frühbyzantinischen Epoche, sondern ein wenig gebeugt und sein Haupt ist zu seiner rechten Schulter geneigt. Auch die Kreuzigungsdarstellungen aus der mittelbyzantinischen Zeit zeigen Christus am Kreuz auf einem Suppedaneum stehend.
Die Darstellungsweise des gekreuzigten Heilands in der spätbyzantinischen Zeit ist jener aus der mittelbyzantinischen Epoche sehr ähnlich, was die Körperhaltung und die Bekleidung betrifft: nun wird Christus üblicherweise stets mit einem Perizoma bekleidet abgebildet.
In Bezug auf die Figuren, die der Kreuzigung Christi beiwohnen, lässt sich feststellen, dass sie im Laufe der erwähnten Epochen stets emotionaler gezeigt werden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kreuzigung Byzanz Ikonen Fresken Ampullen Sonne und Mond Adam Ecclesia und Synagoge
Autor*innen
Sonja Haberl
Haupttitel (Deutsch)
Das byzantinische Kreuzigungsbild
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
217 S. : zahlr. Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Jadranka Prolović
Klassifikation
20 Kunstwissenschaften > 20.20 Ikonographie
AC Nummer
AC10735598
Utheses ID
23441
Studienkennzahl
UA | 315 | | |
