Detailansicht

Anredeverhalten und Titelverwendung im universitären Bereich
eine empirische Fallstudie zur Pragmatik des Österreichischen Deutsch
Elisabeth Marschoun
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Rudolf De Cillia
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.26253
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30091.52456.816266-6
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Phänomen der „Titelhuberei“, wie es Ulrich Ammon bezeichnet, ist eine in Österreich gleichzeitig altbekannte und doch noch wenig erforschte Besonderheit der öster-reichischen Varietät der deutschen Sprache, die man nicht nur in formalen Settings, sondern auch in der täglichen Kommunikation findet. Da es sich scheinbar hierbei um ein österreichisches Merkmal handelt, kann angenommen werden, dass sich das Anredeverhalten der österreichischen Studierenden deutlich von jenem der deutschen unterscheidet. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, Anredeformen und Titelverwendung im universitären Bereich im Österreichischen Deutsch zu beschreiben, um so ein bisher wenig beachtetes Themas in der Forschung systematisch zu erforschen. Die Arbeit besteht aus zwei Teilen: im ersten Teil wird das theoretische Konzept der Plurizentrizität mit den notwendigen Definitionen erklärt und die Bedeutung für die deutsche Sprache dargestellt. Nach der Beschreibung der Charakteristika des Österreichischen Deutsch werden die bisherigen Forschungsergebnisse im Bereich der Pragmatik präsentiert. Im zweiten Teil der Arbeit wird die Prämisse, dass sich das Anredeverhalten und die Titelverwendung zwischen österreichischen und deutschen Studierenden unterscheidet, überprüft, indem eine Fallstudie, in der Email-Anreden von Studierenden an wissenschaftliche MitarbeiterInnen des Instituts für Sprachwissenschaft, Universität Wien, präsentiert wird. Die Fallstudie wird durch sieben qualitative Interviews mit österreichischen und deutschen Studierenden ergänzt, in denen die Einstellung zu Titelverwendung und Anrede im universitären Bereich erhoben wurde. Weiters ergänzen drei Experteninterviews zum Thema Pragmatik des Österreichischen Deutsch die Literaturbefunde im theoretischen Teil. Die Ergebnisse der Fallstudie bestätigen das unterschiedliche Anredeverhalten in Emails von österreichischen und deutschen Studierenden. Die am häufigsten verwendete Form der ÖsterreicherInnen („Sehr geehrteR+Herr/Frau+Titel+Nachname“) beinhaltet die Nennung eines Titels, während die vier häufigsten Anredeformen der deutschen Studierenden keine Titelnennung enthält. Es zeigt sich auch, dass die österreichischen Studierenden insgesamt mehr Variation in ihren Anredeformen verwenden. Außerdem werden die Titel „Doktor“ und „Professor“ am häufigsten gebraucht. Knapp die Hälfte der Studierenden verwendet mindestens einen Titel in ihrer Anredeform, während rund ¾ der deutschen Studierenden keinen Titel verwenden.
Abstract
(Englisch)
Austrians are well known for their affinity for titles and title use, not even in formal settings, but also in everyday communication. Therefore it can be presupposed that their way to address teaching staff at the university differs from the way Germans address superiors. Although a limited study in this field of (linguistic) research, the main aim of this thesis is to fill the gap by outlining the differences of address within the pluricentric language German. This paper consists of two parts: in part one the theoretical background is outlined by introducing the concept of the pluricentricity of languages with its definitions, followed by the description of the impact on the German language. After describing Austrian German as a standard variety of German, the findings in the field of the pragmatics of Austrian Standard German are presented. In part two the underlying assumption that address varies between Austrian and German students is verified by introducing a case study in which email-addresses from students to teaching staff of the department of linguistics, University of Vienna, is analyzed. The case study is complemented by seven qualitative interviews with Austrian and German students to collect data about the attitude towards title use and address in the context of the university, as well as by three interviews with experts at the field of pragmatics. The results of the case study confirm the different use of address in emails between Austrian and German students. Austrians tend to use one form (“Sehr geehrteR+Herr/Frau+title+Last name”) which includes title use most often, whereas Germans use forms which do not include the use of titles. It also shows that Austrian students use more variation in addressing teaching staff. The titles “Doktor” and “Professor” are the most frequently used ones by the Austrian students. Almost half of the students use at least one title in their address, compared to the data provided by German students, where ¾ of those surveyed do not use titles in their address. Austrian students sometimes combine the use of the first name plus the last name, a fact which does not occur in the data of the German students. The case study aims to describe a first tendency of address and title use in the field of pragmatics of Austrian German. Many more questions arise by working with this data: e.g. what about different variables, like age or sex? And, what is the impact of those variables? A representative survey would be the logic and desired continuation of the underlying case study, which attempted to collect and analyze data systematically in a relatively unexplored field of research.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Anrederverhalten Titelverwendung Pragmatik Österreichisches Deutsch
Autor*innen
Elisabeth Marschoun
Haupttitel (Deutsch)
Anredeverhalten und Titelverwendung im universitären Bereich
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine empirische Fallstudie zur Pragmatik des Österreichischen Deutsch
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
138, XXXII S. : Ill., graph. Darst., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Rudolf De Cillia
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.20 Soziolinguistik: Allgemeines
AC Nummer
AC10757444
Utheses ID
23464
Studienkennzahl
UA | 328 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1