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Ein schöner Schrecken – zwischen politischer Tugend und privatem Terror
Corina Jakobitsch
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Alfred Noe
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.26270
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30007.11339.650163-6
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Anhand ausgewählter Beispiele aus Kunst und Literatur wird in dieser Diplomarbeit auf-gezeigt, wie die Figur der Medusa dargestellt wird und welche Bedeutung ihr in den ver-schiedenen Kontexten zukommt. Der Zeitraum der Untersuchung erstreckt sich von der Renaissance bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, wobei das Hauptaugenmerk, dem Un-tertitel entsprechend, am 16., 17. und 18. Jahrhundert liegt. Einerseits ist die politische Konnotation ein wichtiger Bereich der Untersuchung, die sich sowohl aus dem Akt der Enthauptung speist, als auch aus Darstellungen mit Athenas Ägis als Attribut fürstlicher Macht und Tugend. Andererseits ist die Inkongruenz zwischen Schönheit und Schrecken bedeutend, deren theoretische Grundlage die ästhetischen Theorien des 18. Jahrhunderts sind. Ziel der Untersuchung ist es, die ambivalente Figur der Medusa in ihren unterschied-lichen Darstellungsmodi zu beleuchten, die verschiedenen aus dem Kontext evozierten Bedeutungen zu erklären und dabei darzulegen, dass auch, wenn nur ein sehr spezieller Aspekt im jeweiligen künstlerischen oder literarischen Werk angesprochen wird, ihm die Vielschichtigkeit des Mythos automatisch innewohnt und das Verständnis dafür beim zeit-genössischen (gebildeten) Leser oder Betrachter vom Künstler bewusst oder unbewusst vorausgesetzt wird. Als einleitendes Kapitel steht eine Einführung in den Mythos der Gorgo Medusa, in dem die unterschiedlichen Darstellungsarten in Kunst und Literatur der Antike beschrieben werden. Die Entwicklung von der archaischen Schreckensgestalt mit Eberhauern und brei-ter, herausgestreckter Zunge bis hin zur schönen Medusa des Ovid wird hier nachgezeich-net, um dem Ursprung der in der Neuzeit gängigen und heute bekannten Darstellungsweise auf den Grund zu gehen. Das darauffolgende Kapitel beschäftigt sich mit der Ästhetiktheorie des 18. Jahrhun-derts, vor allem aber mit Denis Diderot und dem Phänomen, das als „das Gemischte Ge-fühl“ bezeichnet und beschrieben wird. Während in Kunst und Literatur zuvor die Prämis-sen des Schönen, Guten und Wahren verfolgt werden, entwickelt das 18. Jahrhundert eine Abneigung gegen das langweilig gewordene, klassische Ideal und beginnt das Hässli-che/Schreckliche/Unangenehme zu bejahen. Entgegen der klassischen Dämpfung fordert man nun Intensität und Unmittelbarkeit, Leidenschaft, die durch Unangenehmes (ver-mischt mit dem Angenehmen) evoziert wird. Dieses ambivalente Verhältnis von Schönheit und Schrecken, das der Figur der Me-dusa so deutlich innewohnt, wird im Hauptteil der Arbeit anhand folgender Werke aus Kunst und Literatur näher betrachtet, die durch zusätzlich vergleichende und/oder ergän-zende Beispiele vervollständigt sind. Benvenuto Cellini, Perseus mit dem Medusenhaupt (1553), Loggia dei Lanzi, Florenz Gisbert van Veen nach Otto van Veen, Alessandro Farnese als Herkules (1586), Rijksamuseum, Amsterdam Caravaggio, Haupt der Medusa (1598), Uffizien, Florenz William Shakespeare, Macbeth (1605-06) und Anthony and Cleopatra (1606-07) Francis Bacon, The Wisdom of the Ancients (1609) Peter Paul Rubens, Haupt der Medusa (1617), Kunsthistorisches Museum, Wien John Milton, Comus (1634) und Paradise Lost (1667) Alexander Pope, The Dunciad (1728/1743) Johann Wolfgang von Goethe, Faust I (1808) und Helenas Antezedenzien (1826) Percy Bysshe Shelley, On the Medusa of Leonardo da Vinci in the Flor-entine Gallery (1819)

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Medusa Kunst 16. Jahrhundert Literatur 17. Jahrhundert Literatur 18. Jahrhundert Denis Diderot Benvenuto Cellini Gisbert van Veen Otto van Veen Caravaggio William Shakespeare Francis Bacon Peter Paul Rubens John Milton Alexander Pope Johann Wolfgang von Goehte Percy Bysshe Shelley
Autor*innen
Corina Jakobitsch
Haupttitel (Deutsch)
Ein schöner Schrecken – zwischen politischer Tugend und privatem Terror
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
X, 128 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Alfred Noe
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.14 Vergleichende Sprachwissenschaft ,
20 Kunstwissenschaften > 20.89 Kunstgeschichte: Sonstiges
AC Nummer
AC10784196
Utheses ID
23481
Studienkennzahl
UA | 393 | | |
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