Detailansicht

Der Doktor in Gainfarn
über den Umgang mit meinem Großvater Walter Gebhart im Familiengedächtnis ; eine Spurensuche zwischen privater und öffentlicher Erinnerungskultur
Nicole Gebhart
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Konrad Köstlin
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.26310
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30116.39455.126169-8
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Am Beginn dieser Arbeit stand ein Fund während meines Ferialpraktikums im Stadtmuseum und Stadtarchiv Bad Vöslau im August 2007: ein Entnazifizierungsdokument zu meinem Großvater Walter Gebhart (1910 – 1987). Dieser Fund erweckte mein Interesse, vor allem weil sowohl innerhalb der Familie als auch in der lokalen Öffentlichkeit über seine Aktivitäten im Nationalsozialismus nicht geredet wurde. Mein Großvater war von 1938 bis in die 1980er Jahre Arzt für Allgemeinmedizin in Gainfarn und wurde in Bad Vöslau und Gainfarn vor allem für seine medizinische Hilfe in der Nachkriegszeit geehrt. Ich setzte meine Nachforschungen fort und aus der Recherche zu meinem Großvater entwickelte sich schließlich ein Forschungsprozess im Spannungsfeld zwischen Suchen und Finden, Erzählen und Schweigen und Erinnern und Vergessen. Und letztlich ging es dabei auch um meine eigene Geschichte, die ich in dieser Arbeit gleichermaßen zu reflektieren versuchte. Im ersten Teil der Arbeit geht es um das Suchen und Finden. Suchen und Finden ist auf die Frage bezogen, welche Informationen ich über meinen Großvater sammeln konnte, in welchen Bildern und Perspektiven er mir dadurch erscheint und wie sich meine Arbeit auf den Forschungsprozess und die Selbstreflexion auswirkte. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Erzählen und Schweigen. Welche Geschichten werden über Walter Gebhart erzählt, und verändern sich die Geschichten durch das Erzählen? Über welche Inhalte wird nicht gesprochen? Wer sind die ErzählerInnen? Zu Beginn stand hier das Bedürfnis danach, dem Schweigen innerhalb meiner Familie entgegenzuwirken, indem ich zu erzählen begann. Mit dem Schreiben wurde ich zur Erzählerin, und mein Vorhaben mag vielleicht auch für andere ein Anstoß dafür sein, in der eigenen Familie nachzufragen. Der dritte Teil der Arbeit behandelt das Erinnern und Vergessen. Wer erinnert sich an Walter Gebhart und wer nicht? Was, wie und warum wird an ihn erinnert? Wer sind die Deutungseliten, und in wieweit haben sie sich verändert? Meine Forschungsergebnisse wurden durch einen ausführlichen theoretischen Hintergrund komplettiert und für die methodische Vorgangsweise verwendete ich Quellenanalysen, qualitative Interviews, informelle Gespräche und Diskursanalysen. Weiters soll diese Arbeit einen Versuch darstellen, einen Weg zu finden mit dem Schweigen über die NS-Zeit in meiner Familie umzugehen, und ich möchte zeigen, dass wissenschaftliches Arbeiten und persönliche Befangenheit keine Gegensätze sein müssen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Gainfarn Bad Vöslau Baden bei Wien Biographie Erinnerung Erinnerungskultur Erinnern und Vergessen Familiengedächtnis Erzählen und Schweigen Walter Gebhart Reflexion Spurensuche Familiengeschichten Arzt
Autor*innen
Nicole Gebhart
Haupttitel (Deutsch)
Der Doktor in Gainfarn
Hauptuntertitel (Deutsch)
über den Umgang mit meinem Großvater Walter Gebhart im Familiengedächtnis ; eine Spurensuche zwischen privater und öffentlicher Erinnerungskultur
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
144 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Konrad Köstlin
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein: Sonstiges ,
71 Soziologie > 71.13 Soziales Milieu ,
71 Soziologie > 71.21 Familie, Verwandtschaft ,
73 Ethnologie > 73.03 Methoden und Techniken der Ethnologie ,
73 Ethnologie > 73.20 Materielle Kultur: Allgemeines
AC Nummer
AC10792963
Utheses ID
23521
Studienkennzahl
UA | 308 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1