Detailansicht

Of 's and ofs - German and Finnish speakers' choice of possessive construction in English
Iris Vukovics
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Mathilde Eveline Keizer
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.26337
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29598.45467.787054-5
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Verwendung englischer Possessivkonstruktionen durch Sprecher mit Finnisch oder Deutsch als Erstsprache. Das Ziel ist es, über eine Untersuchung der von diesen zwei Lernergruppen produzierten Possessiva näheren Aufschluss zu zweierlei Themengebieten zu geben: Erstens soll festgestellt werden, wie stark Sprecher von den linguistischen Strukturen, die ihnen von ihrer Muttersprache her bekannt sind, in ihrem Gebrauch von Fremdsprachen beeinflusst sind. Zweitens wird versucht, eine Antwort auf die höchst umstrittene Frage zu finden, welche Parameter eine entscheidende Rolle in der Verteilung der englischen Possessivkonstruktionen spielen. Die Sprache von Lernenden bietet zu dieser Problemstellung insofern eine interessante neue Perspektive, als sie es ermöglicht, jene Faktoren zu identifizieren, die einen solch deutlichen Einfluss auf die Wahl der Possessivkonstruktion ausüben, dass sie selbst von Nicht-Muttersprachlern erkannt und entsprechend angewandt werden. Das theoretische Gerüst, das dieser Arbeit unterliegt, ist die Kognitive Grammatik nach Langacker (1987, 1991, 1999, 2007). Diese Theorie sowie verschiedene kognitiv-linguistische Zugänge zu zwischensprachlicher Interferenz bilden die Basis für zwei wichtige Grundannahmen dieser Arbeit, nämlich (a) dass Lernende in der Produktion einer Fremdsprache von den kognitiven Kategorien und Konzeptualisierungsprozessen ihrer Erstsprache beeinflusst werden, und (b) dass syntaktische Alternationen (wie etwa die zwischen pränominalen und postnominalen Possessivkonstruktionen im Englischen) de facto zwei semantisch divergierende Konstruktionen darstellen, die sich in ihrer Darstellung der bezeichneten Situation unterscheiden. Die Untersuchung der Forschungsfragen erfolgt im Zuge einer korpusbasierten Studie englischer Possessivkonstruktionen, die in einen quantitativen und einen qualitativen Teil gegliedert ist. Ersterer behandelt die Unterschiede in der Verteilung englischer Possessiva, die zwischen deutschen und finnischen Lernenden sowie englischen Muttersprachlern bestehen. Zu diesem Zweck wird die jeweilige Häufigkeit der zwei Konstruktionen kontrastiert, wobei auch Vergleiche zwischen geschriebener und gesprochener Sprache angestellt werden. Der zweite, qualitative Teil basiert auf einer kleineren Auswahl der gesamten Datenmenge, die sich auf insgesamt 300 Possessivkonstruktionen beläuft. Diese werden im Hinblick auf verschiedene Parameter analysiert, von denen in früheren Auseinandersetzungen mit dem Thema behauptet wurde, dass sie Schlüsselfaktoren in der Wahl zwischen den beiden Possessiva sind. Um zu überprüfen, ob ein bestimmter Parameter zutrifft, wurde sowohl der unmittelbare linguistische Kotext der betreffenden Äußerung als auch der weitere situative Kontext des Sprachereignisses mit einbezogen. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie offenbaren, dass zwischensprachliche Interferenz in der Wahl zwischen den beiden englischen Possessiv-konstruktionen insgesamt nicht so bedeutend zu sein scheinen wie ursprünglich angenommen, weisen jedoch auch Anzeichen auf, dass in gewissen Fällen sehr wohl Transferprozesse stattgefunden haben. Besonders deutlich ersichtlich waren solche Einflüsse der Muttersprache im gesprochenen Gebrauch der Possessiva durch die deutschsprachige Lernergruppe. Was die Verteilung der englischen Possessivkonstruktionen betrifft, konnte bestätigt werden, dass keine der bestehenden Darstellungen des Phänomens die im tatsächlichen Sprachgebrauch vorherrschenden Muster akkurat beschreiben konnte. Während die Resultate nahe legen, dass die Komplexität und Belebtheit des Possessors sowie das Vorhandensein eines auslautenden Sibilanten und die Kombination bestimmter semantischer Rollen relativ zuverlässige Anzeichen dafür sind, welche Possessivkonstruktion bevorzugt wird, stellte sich auch heraus, dass keine der erkennbaren Tendenzen absolut ist. Selbst wenn Interaktionen zwischen verschieden Faktoren berücksichtigt wurden, blieb es unmöglich zu erklären, warum Sprecher auf eine bestimmte Konstruktion zurückgriffen. Es musste daher der Schluss gezogen werden, dass weitere Forschungsarbeit notwendig sein wird, um ein besseres Verständnis für die Rolle interlingualer Interferenzen sowie die Gründe hinter der Alternation englischer Possessivkonstruktionen zu gewinnen.
Abstract
(Englisch)
This thesis deals with the way native speakers of Finnish and German use English possessive constructions. By investigating the choices made by these two learner groups, it is attempted to shed light on two separate issues. The first objective is to determine how much speakers are influenced by the linguistic structures known to them from their mother tongues. Secondly, this study aims at finding an answer to the long-disputed question of which parameters play a decisive role in the distribution of English possessives. This phenomenon is approached from the perspective of learner language to identify which factors are so salient that even non-native speakers of English recognise and adopt them. The theoretical framework guiding both research interests is Cognitive Grammar (CG), as developed and refined by Langacker (1987, 1991, 1999, 2007). Following the main principles of CG as well as cognitive linguistic approaches to language transfer, it is assumed that (a) a speaker’s performance in a second language will be affected by the conceptual categories and construal processes associated with their first language, and (b) that linguistic alternations (such as the English prenominal and postnominal possessive) are in fact two semantically distinct constructions, i.e. two different ways of conceptualising the same situation. The phenomena in question are investigated by means of a corpus-based study of possessive constructions, which is subdivided into a quantitative and a qualitative part. The former examines differences in the distribution of English possessives between German and Finnish learners and native speakers of English by contrasting the relative frequencies of the two constructions. Comparisons are also made between written and spoken use. The second, qualitative part is based on a smaller subset of the complete data containing a total of 300 possessive constructions. These are analysed with regard to different parameters that have been claimed to be key factors in the choice between the two constructions in earlier descriptions of the phenomenon. To determine whether a certain parameter applies, both the immediate linguistic co-text of the utterance and the larger situational context of the speech event are taken into consideration. The results of this study reveal that language transfer does not seem to be as influential in the choice of English possessives as was hypothesised, but do show indications that transfer processes were at work in certain cases, in particular in the spoken use of possessives of the German learner group. As far as the distribution of English possessive constructions is concerned, it was confirmed that none of the existing accounts could adequately describe the patterns found in actual language use. While the findings did suggest that the complexity and animacy of the possessor phrase as well as the presence of a final sibilant and the combination of certain semantic roles are good predictors for which possessive construction will be preferred, none of the tendencies that could be identified were absolute. Even if interactions between different factors were taken into account, it remained impossible to explain why a speaker opted for a certain construction. It was thus concluded that further research will be needed to obtain a better understanding of both the role of cross-linguistic influence and the reasons behind the alternation of English pre- and postnominal possessives.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Possessive constructions Cognitive Grammar Language transfer Learner language
Schlagwörter
(Deutsch)
Possessivkonstruktionen Kognitive Grammatik Interlinguale Interferenz Lernersprache
Autor*innen
Iris Vukovics
Haupttitel (Englisch)
Of 's and ofs - German and Finnish speakers' choice of possessive construction in English
Paralleltitel (Deutsch)
Die Verwendung englischer Possessivkonstruktionen durch deutsche und finnische Lernende
Paralleltitel (Englisch)
Of 's and ofs: German and Finnish speakers' choice of possessive construction in English
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
160 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Mathilde Eveline Keizer
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.51 Einzelne Theorien der Grammatik
AC Nummer
AC10839579
Utheses ID
23543
Studienkennzahl
UA | 343 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1