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Kräuterbücher im Mittelalter
Symbolik und Magie im Kontext der Medizin
Katharina Rohrbeck
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Christa Tuczay
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29885.82637.977566-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit behandelt den Umgang mit religiösen und magischen Pflanzen in den mittelalterlichen Kräuterbüchern des deutschsprachigen Raums. Die Kräuterbücher, deren primäre Intention auf der medizinischen Anwendung der Pflanzen liegt, werden anhand ihrer Darstellungen von vier Pflanzen mit hohem religiösen bzw. magischen Bezug – Rose, Lilie, Alraune und Bilsenkraut – analysiert, um zu untersuchen, inwiefern religiöse Assoziationen und magische Praktiken neben den medizinischen Angaben Eingang in die Kräuterbücher gefunden haben. In einem ersten Schritt wird die Bedeutung dieser Pflanzen im Kontext des Christentums und der Magie im Mittelalter anhand literarischer Beispiele erläutert, daran anschließend wird die Gattung der Kräuterbücher analysiert. Im zweiten Teil der Arbeit folgt die Untersuchung der betreffenden Textstellen, wobei die Auswahl der Werke auf jene beschränkt ist, die aufgrund ihrer Rezeptionsgeschichte eine wesentliche Stellung innerhalb der mittelalterlichen Kräuterbuchliteratur einnehmen. Dies betrifft Walahfrids Strabo "Hortulus", Hildegards von Bingen "Physica", den deutschen "Macer", Konrads von Megenberg "Buch der Natur" und den "Gart der Gesundheit". Dabei zeigt sich, dass die VerfasserInnen der Kräuterbücher sehr unterschiedlich mit den religiösen und magischen Attributen der Pflanzen umgehen. So verfügen der "Hortulus" als auch das "Buch der Natur" parallel zu ihren medizinischen Erläuterungen über religiöse Elemente in der Form der Allegorese, während in den anderen hier untersuchten Kräuterbüchern auf eine Bezugnahme zum religiösen Kontext der Pflanzen verzichtet wird. Die magischen Elemente schließlich erscheinen als zusätzliche Verwendungsweisen der Pflanzen neben den medizinischen Anwendungen. Ihnen ist in ihrer Darstellung – mit Ausnahme Konrads "Buchs der Natur" – keine Diffamierung gegeben, die auf einer christlichen Interpretation der Magie begründet ist. Die Kräuterbücher weisen somit neben ihrer eindeutigen Positionierung im medizinischen Kontext auch religiöse und magische Bezüge auf, die auf die medizinischen Anwendungen übertragen werden können.
Abstract
(Englisch)
This paper deals with the handling of religious and magical plants as found in herbal books in the German speaking regions throughout the Middle ages. Books which primarily deal with the medical application of herbs are analysed on the basis of illustration of four plants with significant religious or magical impact: the rose, the lily, the mandrake and the henbane. The emphasis was laid on the exploration of how religious associations and magical practice have influenced these books. As a first step the significance of these four plants in context with Christianity and the urgy of the Middle Ages is illuminated by means of examples of literature followed by an analysis of different kinds of herbal books. In the second part of the paper a closer examination of the relevant texts is added whereupon the selection of the texts has been reduced to those ones which take a superior position within the literature of herbal books, such as "Hortulus" by Walahfrid Strabo, "Physica" by Hildegard of Bingen, the German "Macer", "Buch der Natur" by Konrad of Megenberg and "Gart der Gesundheit". The outcome is that the authors of herbal books deal in a very diverse way with the magical and religious attributes of plants. In this way both "Hortulus" and "Buch der Natur" dispose of medical explanations and of religious elements in terms of exegeses whereas in other books examined here the reference to the religious contexts of a plant was neglected. The magical elements appear as additional ways of usage besides the medical ones. In relation to their illustrations there are no apparent defamations (apart from "Buch der Natur") which could be justified by the Christian interpretation of magic. Thus herbal books feature – apart from their clearly discernible medical context- also religious and magical references which can be transferred to medical practice.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Kräuterbuch Symbolik Magie Heilkunde
Autor*innen
Katharina Rohrbeck
Haupttitel (Deutsch)
Kräuterbücher im Mittelalter
Hauptuntertitel (Deutsch)
Symbolik und Magie im Kontext der Medizin
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
125 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christa Tuczay
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.90 Literatur in Beziehung zu anderen Bereichen von Wissenschaft und Kultur
AC Nummer
AC10716150
Utheses ID
23700
Studienkennzahl
UA | 332 | | |
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