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Strategien des Unproduktiven bei Francis Alӱs
Aneta Zahradnik
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Julia Gelshorn
DOI
10.25365/thesis.26869
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30069.18606.685759-3
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht das künstlerische Werk von Francis Alӱs auf „Strategien des Unproduktiven“ sowie auf das Verhältnis zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit. Unproduktivität wird hier auf zweifache Weise verstanden: zum Einen als Nicht-Produzieren (im Sinne des Nichttuns, des Nichtarbeitens) und zum Anderen als Nichts-Produzieren (hinsichtlich der Performanz und Immaterialität von Alӱs‘ künstlerischem Tun). Drei Begriffspaare durchziehen diese Untersuchung auf mehreren Ebenen: Produktivität und Unproduktivität, Arbeit und Nicht-Arbeit sowie Materialität und Immaterialität.
Den Ausgangspunkt der folgenden Betrachtungen bildet im zweiten Kapitel die Annahme, dass der Akt des Gehens, der Alӱs vor allem in den ersten Jahren als künstlerische Methode diente, eine unproduktive Praxis darstellt. Das Gehen drückt hier die Verschwendung von Zeit und eine Form der Nicht-Arbeit aus und wird als Widerstand in einer auf Produktivität getrimmten Gesellschaft verstanden. Alӱs künstlerische Strategie des Unproduktiven im Akt des Gehens birgt jedoch einen Widerspruch: Indem seine Spaziergänge, eine Form performativer Kunst, in Form von dokumentarischem Material einen objekthaften Status einnehmen, werden sie in zweiter Instanz produktiv und vermarktbar gemacht. Im Zuge dessen bringt die vorliegende Untersuchung Alӱs‘ Fokus auf das Prozessuale des Gehens mit künstlerischen Positionen der Process Art Ende der 1960er Jahre in Verbindung.
Im dritten Kapitel soll dann das Muster von Unproduktivität auch außerhalb seiner performa-tiven Spaziergänge untersucht werden. Es werden Alӱs‘ Film- und Videoarbeiten herangezogen, die sich durch die Darstellung von repetitiven, zyklischen und non-linearen Strukturen auszeichnen. Als „Allegorien des Unproduktiven“ wird deren Bezugnahme auf den sozialen, politischen sowie ökonomischen Kontext Lateinamerikas eine Rolle spielen. Indem der Belgier die Beziehung Mexikos zur westlichen Moderne auf allegorische Weise veranschaulicht, zeigt er sich als politisch und sozialkritisch ambitionierter Künstler. Diese politische Motivation führt mit der Aktion When Faith Moves Mountains ab dem Jahr 2002 zu größeren, ereignishaften, sozial engagierten Projekten, die als direkt situative Praxis in bestimmte soziale und örtliche Kontexte eingreifen.
Im vierten Kapitel wird das Werk von Alӱs auf verschiedene Darstellungsformen von Arbeit untersucht. Im Vergleich mit Werken andere KünstlerInnen aus den 1960er- und 1970er-Jahren, die sich mit Fragen von Arbeit und Produktivität auseinandergesetzt hatten, sollen im Schaffen Alӱs‘ unterschiedliche Künstlerrollen in Bezug auf die Kategorie Arbeit ausgemacht werden.
Schließlich werden im fünften Kapitel „Strategien des Unproduktiven“ auf der Ebene der Distribution analysiert. Fragen nach Materialität und Immaterialität des zu einem Großteil durch Performanz gekennzeichneten Werks, werden hier von besonderer Bedeutung sein. Vor allem Alӱs‘ Interesse an der Kontrolle über die Verbreitung und Dokumentation seines Werks wird hier untersucht. Er schöpft dabei die Möglichkeiten von materieller sowie immaterieller Produktion aus und stellt sie einander wechselseitig in den Dienst. Alӱs‘ materielle sowie immaterielle Arbeit innerhalb von Distributionssystemen soll hier als postkonzeptueller Ansatz betrachtet werden, der sich aus dem historischen Konzeptualismus und dessen Hauptmerkmal einer Dematerialisierung des Kunstobjekts entwickelt hat. Abschließend wird argumentiert, dass der Künstler die Etablierung der Marke „Francis Alӱs“ vorantreibe und dazu strategisch materielle sowie immaterielle Ressourcen einsetze, welche sein Image als politischer und sozialkritischer Künstler festigen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Francis Alӱs Unproduktive Unproduktivität Produktivität Immaterialität Materialität Arbeit
Autor*innen
Aneta Zahradnik
Haupttitel (Deutsch)
Strategien des Unproduktiven bei Francis Alӱs
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
133 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Julia Gelshorn
Klassifikation
20 Kunstwissenschaften > 20.00 Kunstwissenschaften: Allgemeines
AC Nummer
AC10772327
Utheses ID
24039
Studienkennzahl
UA | 315 | | |
