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Auf der koreanischen Welle
kulturelle Hybridität als Erklärungsmodell für den pan-asiatischen Erfolg der südkoreanischen Populärkultur
Valentina Resetarits
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Ramon Reichert
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.26896
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29582.17521.631353-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In Europa und Amerika bis zum völlig unerwarteten Erfolg des Musikvideos „Gangnam Style“ des Popkünstlers Psy fast völlig unbekannt, sind südkoreanische Popkulturprodukte in Asien seit Anfang der 2000er-Jahre wirtschaftlich und kulturell im Trend. Mit Fernsehserien und Popmusik angefangen, schlug sich die Popularität auch auf andere südkoreanische Medientexte wie Filme oder Mangas nieder, ehe sich Südkorea zum gesamtkulturellen Phänomen in Asien entwickelte. Noch bevor man eine Erklärung für dieses Phänomen gefunden hatte, hatte es einen Namen: Hallyu (übersetzt: koreanische Welle). Diese Arbeit befasst sich mit der Vorgeschichte, den Voraussetzungen und der Entwicklung der Hallyu in Ostasien und Südostasien und versucht zu erklären, wie sich Südkorea vom popkulturellen Import- zum Exportland entwickeln konnte. Dabei wird von der These ausgegangen, dass der hybride Charakter der südkoreanischen Popkultur, der sich durch die kulturelle, politische und wirtschaftliche Geschichte des Landes geformt hat, ein wichtiger Erfolgsfaktor ist. Das Erklärungsmodell der kulturellen Hybridität wurde bereits in mehreren wissenschaftlichen Arbeiten und Texten auf die südkoreanische Popkultur angewandt, um wie in dieser Arbeit ihren Erfolg in Ostasien und Südostasien zu erklären (wie etwa bei Shim 2005, Lee 2008, Huang 2011, Shin 2003, Ryoo 2009 oder Iwabuchi 2002, 2004 und 2009). Richtungsweisend für diese Arbeit war neben den Theorien von Homi Bhabha, Jan Nederveen Pieterse und Nestor Garcia Canclini zu kultureller Hybridisierung vor allem Marwan M. Kraidys theoretisches Konzept von der Hybridität globaler Medientexte. Kraidys Theorie erfordert eine radikale Kontextualität und eine Analyse von Medientexten. Diese Arbeit bezieht politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Prozesse mit ein, um die Geschichte und Entwicklung der Hallyu in Asien anhand von popkulturellen Medientexten zu erklären. Es werden die einschlägigen Theorien zur kultureller Hybridität vorgestellt und auf ihre Brauchbarkeit für die zentrale Fragestellung dieser Arbeit überprüft. Das Phänomen Hallyu wird beleuchtet unter dem Aspekt, dass es die Hallyu in sich nicht gibt, sondern dass sie erst entsteht, wenn südkoreanische Medientexte mit einem ausländischen Publikum in Kontakt kommen. Es wird ein Einblick in die unterschiedliche Entwicklung der Genres Film, Fernsehen und Popmusik in Südkorea gegeben, ehe zwei südkoreanische Musikvideos, ein Film und die Pilotfolgen zweier Fernsehserien in der Analyse auf ihren hybriden Charakter - 209 - abgetastet werden. Wenn man mit kultureller Hybridität den pan-asiatischen Erfolg der südkoreanischen Popkultur erklären kann, so muss diese Hybridität auch in den Medientexten sichtbar sein. Diese Annahme wird durch die zentralen Elemente der Medientexte bekräftigt, die in der Analyse herausgearbeitet werden. Vor allem die multiple Lesbarkeit und referentielle Spezialität der südkoreanischen Popkultur unterstreichen den hybriden Charakter und erklären mitunter auf kultureller Basis den Erfolg in Asien. Der Fakt, dass es der südkoreanischen Popkultur gelingt, einem asiatischen Publikum westlich modern, aber kulturell und ethnisch nah zu scheinen, wirft die Frage auf, ob die südkoreanische Popkultur auch in Europa oder Amerika erfolgreich sein kann, wo die kulturelle und ethnische Nähe nicht gegeben ist. Dem südkoreanischen Popsänger Psy gelang es mit dem Musikvideo „Gangnam Style“, weltweit breite Erfolge zu feiern. Doch ob das ein Vorbote für eine kommende „Hallyu“ in Europa und Amerika ist, kann angesichts der zentralen Erkenntnisse dieser Arbeit angezweifelt werden. Der „Gangnam Style“ hat aufgrund seiner parodistischen Züge und seiner viralen Vermarktung keine klassischen Eigenschaften eines Hallyu-Produkts an sich. Eine Erkenntnis dieser Arbeit, die sich aber sowohl auf Psys „Gangnam Style“, als auch auf das Phänomen Hallyu anwenden lässt: In der Globalisierung kann es Medienprodukten oder ganzen Popkulturen aus ehemals unterdrückten und importierenden Ländern gelingen, regional und überregional populär zu werden, wenn sie kulturell transparent, zugleich speziell und vor allem hybrid sind.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Korean wave popular culture asia hybridity k-pop korean drama dae jang geum winter sonata the host gangnam style psy
Schlagwörter
(Deutsch)
Koreanische Welle Populärkultur Asien Hybridität Hybridisierung K-pop Korean Drama Dae Jang Geum Winter Sonata The Host Psy Gangnam Style
Autor*innen
Valentina Resetarits
Haupttitel (Deutsch)
Auf der koreanischen Welle
Hauptuntertitel (Deutsch)
kulturelle Hybridität als Erklärungsmodell für den pan-asiatischen Erfolg der südkoreanischen Populärkultur
Paralleltitel (Englisch)
On the Korean wave ; cultural hybridity as explanation model for the pan-asian success of the South Korean popular culture
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
212 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ramon Reichert
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.36 Fernsehen ,
24 Theater > 24.99 Theater, Film, Musik: Sonstiges
AC Nummer
AC10794190
Utheses ID
24066
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
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