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Spanien und die Kaiserbühne bis 1740
Silvia Freudenthaler
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Alberto Martino
DOI
10.25365/thesis.27133
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29513.46358.977769-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit Spanien und die Kaiserbühne bis 1740 setzt sich mit der Interaktion von Macht- und Literaturgeschichte auseinander. Am Beispiel des Wiener Hofes können rezeptionsgeschichtliche Tendenzen aufgezeigt werden, die direkt auf politische Geschehnisse zurückzuführen sind: die Verbindung der spanischen und österreichischen Habsburgerlinien.
Um eine literaturgeschichtliche Analyse zu ermöglichen, wird zu Beginn die historische Beziehung der beiden Zweige der Casa de Austria behandelt. Inwieweit diese Ereignisse die Stückwahl und Symbolik der barocken Hoffeste bestimmten, wird in weiterer Folge dargestellt.
Davor wird in einem literaturgeschichtlichen Kapitel das spanische Siglo de Oro und insbesondere die Phase zwischen 1600 und 1640 erörtert. Die Entstehung des modernen Romans und die Perfektionierung des Dramas stehen im Vordergrund. Die europaweite Wirkungsgeschichte des Siglo de Oro – vor allem im Hinblick auf die Rezeption des Don Quijote bis ca. 1700 – wird darauffolgend analysiert. Die Komplexität des europäischen Kulturmarktes, die sich im Editionswesen wie auch in der Bearbeitungskultur widerspiegelt, kann am Beispiel des cervantinischen Werkes exemplarisch vorgestellt werden.
Im letzten Kapitel steht der Wiener Hof und dessen repräsentatives Theater im Zentrum der Analyse. Die Geschichte des höfischen Festtheaters zeigt vornehmlich die Rolle der adligen Laienschauspieler, die Verbindung der Höfe zu den Berufsschauspielern und den Aufstieg der italienischen Opernkunst auf. Wie Phasen des intensiven Kontaktes zwischen den beiden Habsburgerlinien nicht nur die Symbolik des Repräsentationstheaters veränderten, sondern auch Einfluss auf den Spielplan hatten, wird im anknüpfenden Unterkapitel analysiert. Die huldigenden Inszenierungen werden fortan von den gemeinsamen, habsburgischen Insignien und dem globalen Hegemonialanspruch dominiert. Zudem erfolgt in den 1660er Jahren eine intensive Rezeptionsphase spanischer comedias – etwa von Calderón – am Wiener Kaiserhof, die auf den Geschmack von Kaiserin Margarita Teresa zurückzuführen ist. Um die Jahrhundertwende änderte sich wegen des Spanischen Erbfolgekrieges der Gebrauch allegorischer Inhalte, und die intendierte Provokation des Gegners wurde offensichtlicher als jemals zuvor. Während jene Werke spanischen Ursprungs in den 1660er und 1670er sehr vorlagentreu wiedergegeben wurden, so veränderte sich die Situation nach dem verlorenen Erbfolgekrieg: das Ende der spanischen Habsburger ermöglichte freie Bühnenadaptionen des Don Quijote, die den lächerlichen Spanier darstellten. Insgesamt fanden drei Faschingsopern auf der Wiener Kaiserbühne unter Karl VI. statt, zwei weitere Stücke wurden für das Kärntnerthortheater verfasst. Die Frage welche inhaltlichen Teile des Originals für die Bühne beibehalten und welche Aspekte hinzugefügt wurden, wird im letzten Teil dieser Arbeit beantwortet.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Siglo de Oro Rezeptionsgeschichte Don Quijote Wien Kaiserbühne 18. Jahrhundert Spanien-Österreich Don Chisciotte Oper Amor medico
Autor*innen
Silvia Freudenthaler
Haupttitel (Deutsch)
Spanien und die Kaiserbühne bis 1740
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
VIII, 181 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Alberto Martino
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.94 Literarische Einflüsse und Beziehungen, Rezeption
AC Nummer
AC10783589
Utheses ID
24260
Studienkennzahl
UA | 393 | | |
