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Externe Demokratieförderung der EU in Turkmenistan
Sebastian Ploier
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Stefan Brocza
DOI
10.25365/thesis.27399
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30029.19235.547265-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Turkmenistan, wo sich seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ein extrem autoritäres System entwickelt hat, besitzt die viertgrößten Erdgasreserven der Welt. Für die Europäische Union sind diese Erdgasreserven von großer Bedeutung, da von dort der südliche Korridor, welcher zur Diversifizierung der europäischen Energieversorgung beiträgt, beliefert werden soll. Hier stellt sich die Frage inwieweit außenpolitische Grundsätze der Europäischen Union wie Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, zu denen sich die EU seit der Einheitlichen Europäischen Akte 1987 verpflichtet hat, aufgrund energiepolitischer Faktoren dennoch einfordert bzw. aufgegeben werden. Die Europäische Union verfügt über ein breites Repertoire an Instrumenten zur externen Demokratieförderung. Die Arbeit analysiert die Anwendung und die Probleme der Umsetzung dieser Instrumente in Turkmenistan im Zeitraum vom Zusammenbruch der Sowjetunion bis zur Gegenwart. Es zeigte sich, dass die europäische externe Demokratieförderung keine positive Wirkung auf Reformfortschritte in Turkmenistan hatte. Die Demokratieförderung steht vor dem Problem, dass erstens Instrumente die durch einen Top-Down-Ansatz die Zusammenarbeit mit dem turkmenischen Regime verlangen, wenig Aussicht auf Erfolg versprechen, da sie immer mit einem Machtverlust der regierenden Eliten verknüpft sind, und somit von diesen nicht unterstützt werden. Der Europäischen Union fehlt es an Anreizen für die turkmenische Führung, die im Sinne einer positiven Konditionalität, zur Kompensierung deren Machtverlustes angeboten werden könnten. Das zweite Problem liegt darin, dass es bisher nicht möglich war, anhand eines Bottom-Up-Ansatzes positive Impulse für eine Demokratisierung von unten zu setzen. Das turkmenische Regime verbietet jede Form von demokratisch orientierten oppositionellen Bewegungen, wodurch die Zielgruppe, welche den von der EU unterstützenden Demokratisierungsprozess tragen sollte, nicht vorhanden ist. Insgesamt erweckt das eher zurückhaltende Auftreten der EU gegenüber Turkmenistan den Eindruck, dass das energiepolitische Interesse den demokratischen Werten und Prinzipien der Europäischen Union überwiegt.
Abstract
(Englisch)
Turkmenistan, which has been under authoritarian rule since the collapse of the Soviet Union, possesses the fourth-largest natural gas reserves in the world. These reserves are of great importance for the European Union, as plans to deliver natural gas from Central Asia via the ‘Southern Corridor’ pipelines are intrinsic to its strategy for diversification of Europe's energy supply.This raises the question if the European Union's foreign policy principles, such as human rights, democracy and the rule of law to which the EU has committed itself since the Single European Act of 1987, would be abandoned due to political factors concerning energy.The European Union has a broad repertoire of instruments for external democracy promotion at its command. This paper analyzes the application and the problems in the implementation of these instruments in Turkmenistan for the period since the collapse of the Soviet Union to the present. It appears that European external democracy promotion hasn’t had any positive effects on reform progress. The promotion of democracy is faced with the problem that the instruments which require a top-down approach through cooperation with the Turkmen regime promise little chance of success, because they are always associated with a loss of power of the ruling elites, and thus are not supported. The European Union lacks the ability to offer the Turkmen leadership enough incentives to compensate for their loss of power, in terms of positive conditionality. The second problem is that it has not been possible thus far to promote democratization from below through a bottom-up-approach by engaging the population to act. The Turkmen regime prohibits any form of democratically-oriented opposition movements, hence the target group, which would be the ones to support the EU-initiated democratization process, does not exist. Overall, the rather conservative conduct of the European Union towards Turkmenistan creates the impression that energy policy interests outweigh the democratic values and principles of the European Union.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Democracy democracy promotion EU Turkmenistan
Schlagwörter
(Deutsch)
Demokratie Demokratieförderung EU Turkmenistan
Autor*innen
Sebastian Ploier
Haupttitel (Deutsch)
Externe Demokratieförderung der EU in Turkmenistan
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
116 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Stefan Brocza
Klassifikationen
89 Politologie > 89.73 Europapolitik, Europäische Union ,
89 Politologie > 89.74 Internationale Zusammenarbeit: Sonstiges
AC Nummer
AC10789471
Utheses ID
24497
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
