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Zusammenhang zwischen mütterlicher Feinfühligkeit und kindlicher Entwicklung
ein Beitrag zur Validierung des Video-Beobachtungssystems INTAKT
Pia Huber
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Ursula Kastner-Koller
DOI
10.25365/thesis.27552
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29398.83576.358266-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Feinfühliges Fürsorgeverhalten und positive Interaktionen zwischen Kindern und ihren primären Bezugspersonen bieten bedeutende Gelegenheiten zur förderlichen Anregungen wesentlicher Entwicklungsprozesse; dahingehend negative Erfahrungen stellen indessen ein gewisses Risiko dar (Ainsworth et al., 1974; Hembree-Kigin & Bodiford McNeil, 1995). Zur theoretischen Vertiefung des angesprochenen Vorteils eines qualitativ guten Interaktions- und Beziehungsmusters bildet die Beschäftigung mit relevanten Aspekten der Interaktionsforschung im Kindesalter, der sogenannten Bindungstheorie und dem Themenkomplex der (mütterlichen) Feinfühligkeit den Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit. Außerdem wird die Methode der wissenschaftlichen Verhaltensbeobachtung mit Schwerpunkt auf den Einsatz von Videotechnik näher erläutert.
Zentrales Element der durchgeführten Untersuchung ist das von Aigner (2004) entworfene und aktuell präzisierte Video-Beobachtungssystem INTAKT (Hirschmann et al., 2012), welches gemäß der festgelegten Skalen Feinfühligkeit, Rückmeldung sowie Joint Attention die Identifizierung negativer Verhaltensweisen seitens der Bezugsperson (hier: Mutter) im interaktiven Austausch mit dem Kind ermöglichen soll. Als Beitrag zur Überprüfung der Validität des Inventars – mit Fokus auf die Komponente der Feinfühligkeit – steht diesbezüglich die Analyse dokumentierter Assoziationen zwischen mütterlichen Feinfühligkeitsaspekten und der kindlichen Entwicklung im sozial-emotionalen, sprachlichen sowie kognitiven Bereich im Vordergrund. Ergänzend zur videogestützten Verhaltensbeobachtung fand demnach eine ausführliche Entwicklungsdiagnostik mit dem Wiener Entwicklungstest (Kastner-Koller & Deimann, 2012) statt. Die herangezogene Stichprobe umfasst 40 Mutter-Kind-Dyaden und die Kinder waren zum Zeitpunkt der Testung zwischen 3;0 und 5;11 Jahre alt.
In den Ergebnissen spiegeln sich signifikant positive Zusammenhänge der erhobenen Feinfühligkeit der Mutter mit der Gesamtentwicklung, den kognitiven Fähigkeiten sowie der allgemeinen Sprachkompetenz der Kinder wider. Detailliert zeigen sich signifikante Korrelationen auch getrennt für die Bereiche Sprachverständnis und -produktion. Entsprechende Verknüpfungen der sozial-emotionalen Entwicklung mit der Feinfühligkeit sind tendenziell signifikant. Im Zuge realisierter Regressionsanalysen verdeutlicht sich das
absolute mütterliche Feinfühligkeitsniveau als bedeutsamer Prädiktor der kindlichen Sprach- und Gesamtentwicklung. Bezogen auf die kognitive Leistungen und die Gesamtentwicklung der Kinder weist darüber hinaus die Standardabweichung der Feinfühligkeitswerte je Mutter, als Maß der Beständigkeit ihres Verhaltens, signifikanten Erklärungswert auf. Zusätzliche Berechnungen zur Gütebestimmung des Feinfühligkeitsratings kennzeichnen einen hohen Übereinstimmungskoeffizienten der eingesetzten Beobachterinnen (ICC = .803).
Die beschriebenen Erkenntnisse werden mit Bezug zur Basisliteratur unter spezieller Berücksichtigung der Stichprobenzusammensetzung, der Einflüsse anderer Bezugspersonen sowie weiterführender Ansatzpunkte diskutiert und interpretiert. Die Relevanz der nachgewiesenen Zusammenhänge zwischen feinfühligem Mutterverhalten und kindlicher Entwicklung liegt mitunter in der Möglichkeit einer gezielten Ausrichtung von Interventionen.
Abstract
(Englisch)
Sensitive caregiving and positive interactions between children and their primary caregivers provide important opportunities for essential developmental processes to commence; conversely, insensitive and negative experiences constitute a potential risk (Ainsworth et al., 1974; Hembree-Kigin & Bodiford McNeil, 1995). A theoretical framework for the mentioned benefits for children which result from qualitatively positive relationship patterns is defined as the basis of this thesis. Therefore, the relevant aspects of the research on interaction during infancy, the attachment theory and the concept of (maternal) sensitivity are examined. The methodology of observing behaviour scientifically by using video technology is also explained in detail.
The key element of the current study is the video observation system INTAKT, invented by Aigner (2004) and recently defined more precisely by Hirschmann et al. (2012). The system’s scales of Sensitivity, Feedback and Joint Attention should enable the identification of negative behaviour on the part of an observed caregiver (the mother, for the purposes of this thesis) in an interactive exchange with the child. Focusing on the dimension of Sensitivity, this thesis contributes to validating the system. Hence, an analysis of documented associations between aspects of maternal sensitivity and child outcomes in socio-emotional, language and cognitive development is prioritized. In addition to an assessment of the quality of mother-child interaction by videotaping, the child’s developmental status was measured by means of the Viennese Developmental Test (Kastner-Koller & Deimann, 2012). The sample consisted of 40 mother-child dyads with children aged between 3;0 and 5;11 years at the time of testing.
Results reveal significant positive relations between maternal sensitivity and the overall development, the cognitive performance and the general language competences of the child. More precisely, significant correlations are also shown when analysing language-comprehension and language-production separately. The positive correlation between socio-emotional development and maternal sensitivity is marginally significant. Regression analyses indicate the absolute level of maternal sensitivity as a meaningful predictor of the child’s language abilities and overall development. Furthermore, the standard deviation of sensitivity data for each mother, as a measure of her behavioural consistency, has a significant impact on children’s overall development and cognitive functioning. Inter-rater agreement of the scale Sensitivity was high (ICC = .803).
Present findings are discussed and interpreted with regard to literature, taking into particular consideration the sampling, influences of other caregivers and continuative approaches. The relevance of identified relations between sensitive mothering and a child’s development lies in the possibility to align interventions expediently.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
INTAKT mother-child interaction child development maternal sensitivity
Schlagwörter
(Deutsch)
INTAKT Mutter-Kind-Interaktion kindliche Entwicklung mütterliche Feinfühligkeit
Autor*innen
Pia Huber
Haupttitel (Deutsch)
Zusammenhang zwischen mütterlicher Feinfühligkeit und kindlicher Entwicklung
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Beitrag zur Validierung des Video-Beobachtungssystems INTAKT
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
138 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Ursula Kastner-Koller ,
Pia Deimann
AC Nummer
AC10809275
Utheses ID
24623
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
