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Individuation bei Ibn Sīnā
Christoph Rogers
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Elvira Wakelnig
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.27901
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30484.23602.927166-4
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit Ibn Sīnās Konzeptionen des Individuationsprozesses anhand seiner Ausführungen in der Metaphysik (Ilāhīyāt) des Kitāb aš-Šifāʾ, sowie der Abhandlung über die Seele innerhalb des Werks an-Naǧāt auseinander. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt bei der Erörterung des Zusammenhangs zwischen transkategorialen Begriffen und der von Ibn Sīnā beschriebenen Emanation. In der wissenschaftlichen Literatur wird zu meist der kausale Zusammenhang von Intellekt, Seele und Körper dargelegt, ohne auf die von Ibn Sīnā aufgestellten Möglichkeitsbedingungen sprachlicher Explikation einzugehen. Insofern Begriffe und Vorstellungen hinsichtlich ihrer Entstehung im Verstand Gesetzmäßigkeiten und Modalitäten unterliegen, die von extramentalen Entitäten ebenfalls ausgesagt werden, ist eine Analyse der von Ibn Sīnā beschriebenen Voraussetzungen der Begriffsbildung nötig, um die Möglichkeiten und Grenzen der Denotation im Falle kausaler Zusammenhänge bestimmen zu können. Im ersten Teil der Arbeit steht die Genealogie des aristotelischen Substanzbegriffs in der Spätantike im Zentrum der Untersuchung. Da die Kategorie der Substanz in der aristotelischen Metaphysik die Voraussetzung eines jeden Seinsbezugs darstellt, wird auf Ibn Sīnās Konzeption von Substanz genauer eingegangen, um den Ausgangspunkt der kausalen Relation von Intellekt, Seele und Körper aufgreifen zu können. Im Anschluss daran folgt im zweiten Teil der Arbeit eine Untersuchung transkategorialer Begriffe, welche Ibn Sīnā im ersten Buch seiner Metaphysik vorstellt. Es darf nicht angenommen werden, dass diese Begriffe ausschließlich epistemologische Relevanz besitzen, noch darf davon ausgegangen werden, insofern von Transkategorialität die Rede ist, dass Ibn Sīnā die aristotelische Substanzlehre durch eine Metaphysik ersetzt, in welcher transkategoriale Begriffe eine ontologisch eminente Position vor der Kategorie der Substanz einnehmen. Stattdessen, so die Hauptthese dieser Arbeit, sind sie wesentliche Faktoren der Emanation, insoweit die Explikationsmöglichkeiten des Verstandes in einem analogen Verhältnis zu den Möglichkeiten von Ereignissen in der extramentalen Welt stehen, da beide Ebenen letztlich in einem seelischen Prinzip gründen. Der dritte Teil befasst sich sodann mit den Eigenschaften von Intellekt, Seele und Körper und erörtert in welchem Verhältnis sie zu einander stehen. Der Seelenbegriff rückt als vermittelndes Prinzip hierbei in den Vordergrund der Untersuchung. Im vierten Teil der Arbeit wird überprüft, auf welche Weise Ibn Sīnā die Enstehung des Kosmos erklärt. Dabei wird argumentiert, dass der Notwendigseiende bzw. Gott für Ibn Sīnā letztlich nicht als Zweckursache aufzufassen ist.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Metaphysik Substanz transkategorielle Begriffe Emanation Individuation
Autor*innen
Christoph Rogers
Haupttitel (Deutsch)
Individuation bei Ibn Sīnā
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
80 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Elvira Wakelnig
Klassifikation
08 Philosophie > 08.22 Mittelalterliche Philosophie
AC Nummer
AC10862553
Utheses ID
24931
Studienkennzahl
UA | 385 | | |
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