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Bindung und mütterliche Mentalisierungsfähigkeit
ein Vergleich zwischen Früh- und Reifgeborenen
Carmen Zieher
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Lieselotte Ahnert
DOI
10.25365/thesis.27954
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29429.85286.807364-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bindungsqualität, die Ausprägung der mütterlichen Mentalisierungsfähigkeit sowie den Zusammenhang dieser beiden Konstrukte bei einer Stichprobe von frühgeborenen Kindern, die im Allgemeinen Krankenhaus Wien in den Jahren 2008-2011 zur Welt kamen. Im Rahmen der „kindlichen Belastungsstudie“ der Universität Wien wurden 48 Frühgeborene im Alter zwischen 12 und 31 Monaten untersucht und mit 48 Reifgeborenen verglichen.
Die Bindungsqualität der Kinder wurde durch den Attachment- Q- Sort (Waters, 1995) bei den Familien zu Hause von zwei Projektmitarbeiterinnen erhoben. Die mütterliche Mentalisierungsfähigkeit wurde an Hand der deutschen Version des Parent Development Interviews (Slade et. al., 2004) erfasst und kodiert.
Bisherige Forschungsergebnisse zur Mutter- Kind- Bindung ließen keine klare Aussage zu. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass Frühgeborene höhere Bindungswerte als Reifgeborene aufwiesen. Bei Einteilung der Kinder in sicher und unsicher gebundene gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen. Die Analyse der Bindungskomponenten (Ahnert et al., 2012) ergab, dass Frühgeborene mehr nach der Unterstützung zur Exploration durch ihre Mütter verlangen sowie in höherem Maße auf Vorschläge und Anweisungen der Mütter eingehen als Reifgeborene. Dies steht im Einklang mit bisherigen Erkenntnissen zur Mutter- Kind- Interaktion von Frühgeborenen und spricht dafür, solche Interaktionsmuster als Komenpensationsstrategien zu verstehen und somit das Bindungssystem als flexibel und anpassungsfähig für veränderte Umweltbedingen zu sehen.
Mütter von Früh- und Reifgeborenen unterscheiden sich nicht in der Ausprägung ihrer Mentalisierungsfähigkeit, was eine Stabilität dieser Fähigkeit gegenüber kritischen Lebensereignissen vermuten lässt.
Der von Fonagy et. al. (1991) postulierte Zusammenhang zwischen Bindung und Mentalisierungsfähigkeit konnte in dieser Studie nicht nachgewiesen werden.
Abstract
(Englisch)
Attachment quality and maternal reflective functioning were assessed in a sample of preterm infants in order to compare it to term infants and to examine the relationship between the two variables. Data were collected in the context of the studies „Kindliche Belastungsstudie“ and „Parenting & CoParenting“ carried out by the University of Vienna. 96 children between 12 and 31 months were examined.
Attachment quality was assessed using the Attachment Q- Sort (Waters, 1995) in a home observation situation, maternal reflective functioning using a german version of the Parent Development Interview (Slade et al., 2004).
To the day, there is no clear answer to the question of attachment quality in preterm infants. Earlier studies report no differences or more attachment insecurity in premature infants. Results in this study show higher AQS- Scores in the group of preterms. By comparing secure versus insecure attachment between groups no difference was found. An analysis of the attachment components (Ahnert et al., 2012) showed that preterm infants are searching for more maternal support in exploration and are more compliant to maternal proposals and advices. This confirms results from studies examinating mother- child interactions of preterms and leads to the conclusion that the attachment system should be seen as flexible enough to adapt to changing environmental circumstances.
No differences in maternal reflective functioning where found which could suggest that this capacity is resistant to critical live events. The relation between maternal reflective functioning and child attachment found by Fonagy et al. (1991) could not be detected in any of the groups.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
attachment mentalization reflective functioning mother-child interaction premature birth
Schlagwörter
(Deutsch)
Bindung Mentalisierungsfähigkeit Reflective Functioning Mutter- Kind- Interaktion Frühgeburt
Autor*innen
Carmen Zieher
Haupttitel (Deutsch)
Bindung und mütterliche Mentalisierungsfähigkeit
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Vergleich zwischen Früh- und Reifgeborenen
Paralleltitel (Englisch)
Infant- mother attachment, maternal reflective functioning and prematurity
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
77 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Lieselotte Ahnert
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.53 Entwicklungspsychologie: Allgemeines ,
77 Psychologie > 77.93 Angewandte Psychologie
AC Nummer
AC10854018
Utheses ID
24976
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
