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Medien hinter Gittern
Mediennutzungsverhalten von Insassen im österreichischen Justizvollzug am Beispiel der Justizanstalt Wien-Josefstadt
Susanne Mairhofer
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Julia Wippersberg
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.28005
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29762.02475.912762-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Magisterarbeit „Medien hinter Gittern“ konkretisiert die typische Frage zum Mediennutzungsverhalten „Was machen Menschen mit Medien?“ zu „Was machen Häftlinge mit Medien und warum?“ Mit dieser Frage hält ein in Österreich bislang unerforschtes Thema Einzug in die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Im europäischen Forschungsraum gibt es ein paar wenige Studien, die sich bereits mit ähnlichen Themen im Vollzugssystem auseinandergesetzt und eine deskriptive Aufarbeitung von Medien in Gefängnissen begonnen haben. Eine umfassende, repräsentative Studie zum Vollzugsregime haben die Sozialwissenschaften bislang nicht hervorgebracht. Auch die Magisterarbeit „Medien hinter Gittern“ ist nicht repräsentativ, sondern beleuchtet die Fragestellungen anhand von einer Untersuchung in der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Das Gefängnis als Untersuchungsgegenstand allgemein wurde bisher nur von wenigen Forschern beleuchtet. Einer davon war Michel Foucault, der mit seinem Buch „Überwachen und Strafen“ ein Grundlagenwerk zur Geschichte und Theorie der Strafe geschrieben hat. Anhand dessen werden die Eigenschaften und Aufgaben des Vollzugs beleuchtet. Das österreichische Strafsystem mit seinem Strafvollzugsgesetz gilt mittlerweile als veraltet, und die tägliche, praktische Umsetzung im Justizvollzug ist eine Herausforderung für die Justizwache. Menschen, die zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden und diese in einem österreichischen Gefängnis absitzen, bilden keine homogene Gruppe. Daher stellt sich die Gretchenfrage, ob Gefängnisse ein Teil unserer Kultur sind oder vielmehr eine eigene Kultur bilden. Donald Clemmer versuchte diese Fragen mit seinem Prisonisierungskonstrukt und der Deprivationstheorie bereits Mitte des 20. Jahrhunderts zu beantworten. Gefängnisse sind ein Teil unserer Kultur, innerhalb derer sie aber ihre eigene Kultur mit entsprechenden Charakteristika und Regeln bilden. Diese Kultur wird stark geprägt von Medien, welche in Haft kein Recht sondern eine Vergünstigung sind. Die Mediennutzung ist daher eingeschränkt, aber dennoch geprägt von ähnlichen Phasen wie in Freiheit. Die Uses-and-Gratifications-Forschung, ebenso wie die Medienwirkungsforschung und der Symbolische Interaktionismus stellen in diesem Zusammenhang Theorien und Motive zur Verfügung, die ebenso in Freiheit wie in Haft gelten. In wie weit sich die Mediennutzung innerhalb und außerhalb der Haft unterscheidet, wurde durch eine empirische Untersuchung erklärt. Anhand von einer Dokumentenanalyse und Expertenbefragungen wurde die Medienverfügbarkeit deskriptiv dargestellt. Durch Leitfaden-Interviews mit zehn Insassen der Justizanstalt Wien-Josefstadt konnte dargestellt werden, welch hohe Bedeutung Medien in Haft haben, insbesondere der Fernseher. Die Nutzungsmotive sind ähnlich wie in Freiheit, treten aber noch verstärkt auf. Die Medien als Verbindung zur Außenwelt bekommen für Insassen eine ganz neue Bedeutung und sind nicht mehr wegzudenken. Sie sind ein integraler Bestandteil ihres Alltags und haben dadurch auch die Arbeit der Justizwachebeamten erleichtert. Ein großes Potential zur Weiterentwicklung besteht dennoch.
Abstract
(Englisch)
The master thesis “media behind bars” transforms the typical question on media use “what do people do with media?” into “what do prisoners do with media and why?” This question introduces a completely new topic into communication science. There are very few studies in the European research that have set out to explore topics within the penitentiary or have tried to describe the use of media in prisons. The social sciences have not managed to bring forth an extensive and representative study of the penitentiary. The master thesis “media behind bars” is not representative either, but rather tries to find answers to the guiding research questions by conducting a study within a prison in Vienna, the “Justizanstalt Wien-Josefstadt”. Generally prisons have not been an object of exploration very often. One of the few researchers and theorists, who did fundamental work in the area was Michel Foucault with his book “Discipline and Punish: The Birth of the Prison.” This is the basis for the examination of the characteristics and functions of the penal system. The Austrian system of trial and punishment with its laws is outdated. The daily and practical implementation is a challenge for the judiciary and the prison guards. People who have been imprisoned and are currently serving their sentence in an Austrian prison do not compose a homogeneous group. This is why we must ask the question whether the penal system is part of our culture or if prisons constitute their own culture. Donald Clemmer tried answering this question in the mid 1950’s with his theory of prisonization and deprivation. Prisons are part of our culture, but they build their own characteristic cultures within. This culture is strongly shaped by media. Access to media is not a basic right in the penal system but a privilege. Therefore media use is limited, but characterized by similar phases as in the general public. In this context the uses-and-gratifications-research, as well as the research on media impact and the symbolic interactionism provide theories and motives for media use that apply inside and outside of prison walls. To what extent media use differs is the object of this empirical study. The access to media in prisons was described on the basis of a document analysis and expert surveys. The guided interviews with ten inmates from the “Justizanstalt Wien-Josefstadt” showed how crucial media are in prison, most of all televisions. The reasons for media use are similar to the habit of normal consumers, but intensified. Media have acquired a completely new meaning for inmates, as a connection to the outside world, and life couldn’t be imagined without. Media are an essential part of daily life, and as a consequence also make life for the prison guards easier. Nevertheless there is great potential for further development.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Mediennutzung Mediennutzungsverhalten Nutzungsmotive Uses-and-Gratifications-Approach Insassen Häftlinge Gefängnis Justizvollzug
Autor*innen
Susanne Mairhofer
Haupttitel (Deutsch)
Medien hinter Gittern
Hauptuntertitel (Deutsch)
Mediennutzungsverhalten von Insassen im österreichischen Justizvollzug am Beispiel der Justizanstalt Wien-Josefstadt
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
141, XXXV S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Julia Wippersberg
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.02 Kommunikationstheorie ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.20 Kommunikation und Gesellschaft ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.30 Massenkommunikation, Massenmedien: Allgemeines ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.99 Kommunikationswissenschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC10903208
Utheses ID
25021
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1