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Messung der Aufmerksamkeitspräferenz für attraktive und unattraktive Gesichter mittels sakkadischer Augenbewegungen im Gap-Effekt-Paradigma
Brigitte Windsperger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Ulrich Ansorge
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.28194
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29058.45459.528253-0
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit widmete sich der Materie der Farbwahrnehmung in Verbindung mit selektiver visueller Aufmerksamkeit. Die konkrete Forschungsintention bestand darin, zu hinterfragen, ob bei blauäugigen Männern eine Aufmerksamkeitspräferenz existiert, welche darin besteht, dass Männer mit einer blauen Irisfarbe in der Wahl einer Partnerin blauäugige Frauen bevorzugen (Laeng, Mathisen & Johnson, 2007). Zur Erforschung der Existenz dieser vermuteten Verhaltenstendenz, ergänzt durch das Gap-Effekt-Paradigma, wurden monokulare Blickverhaltensmessungen mit 40 teilnehmenden Personen in der Altersgruppe von 17-30 Jahren realisiert. Den TeilnehmerInnen wurden zentriert 48 Gesichtsstimuli von natürlichen sowie gemorphten (manipulierten) Gesichtern am PC-Monitor vorgegeben, bevor an einer von vier Positionen (oberhalb/unterhalb/links/rechts des zentrierten Gesichtsstimulus) ein Zielobjekt erschien, zu welchem der Blick ausgerichtet werden sollte. Dabei wurden die okulomotorischen Reaktionen, die als Sakkaden (rasch ablaufende ruckartige Blickbewegungen) zu Tage traten, beobachtet und die Zeitspanne zwischen dem Erscheinen des Gesichtsstimulus und dem Beginn einer Sakkade erhoben. Diese Zeitspanne, die sogenannte Sakkadenlatenz, wurde als Index herangezogen, um die Dauer der Aufmerksamkeitsverlagerung (Deallokation) vom Gesichtsstimulus zum Sakkadenziel in Abhängigkeit von Reiz- und Versuchspersonenmerkmalen zu erheben. Die statistische Auswertung erfolgte mittels t-Test sowie univariater, multifaktorieller Varianzanalysen mit Messwiederholungen. Es konnte zwar ein überzufälliger Zusammenhang zwischen der Beschleunigung der Sakkadenlatenz und dem zeitlichen Gap zwischen dem Gesichtsstimulus und dem Sakkadenziel nachgewiesen werden; jedoch traten keine Interaktionseffekte auf, die auf eine Existenz der von Laeng et al. (2007) vermuteten Verhaltenspräferenz schließen lassen würden. Der nachgewiesene Gap-Effekt erweist sich bei attraktiven Gesichtern am größten, sodass davon ausgegangen werden kann, dass attraktive Gesichter, unabhängig von deren Augenfarbe und dem Geschlecht der Versuchsperson, die Aufmerksamkeit stärker auf sich ziehen als unattraktive.
Abstract
(Englisch)
The intention of this empirical research paper was to investigate the findings of Laeng, Mathisen and Johnson (2007) whose empirical results are suggesting a new specific aspect within assortative mating. Laeng et al. (2007) are pointing out that blue-eyed men seem to prefer women with the same eye color in order to resort to a higher predictable and phenotypical assurance of paternity. This possibility was examined using data from eye-tracking research of female and male participating students (N=40) at the University of Vienna (range 17-30 years). The participants were shown natural as well as morphed photographs (compound images were generated from three original face stimuli) from both sexes with either blue or brown eye color. The photographs were shown on a computer screen in a central position (fixation point). Eye movements were recorded monocularly to assess the saccadic latency from focusing on the fixation point until initiation of a saccade moving the focus to an eccentric target. This eccentric target appeared either above, beneath, left or right of the face stimulus. Additionally, a temporal gap between fixation point offset and target onset (gap effect) was added and compared to an overlap condition where the face at the fixation point remained on during target onset. Saccadic latency was used to measure the time of deallocation of attention from the facial stimulus to the target stimulus as an indication of attractivity of the shown facial stimulus. Statistical analysis has been carried out performing an independant sample t-test and mixed-model ANOVAs. The results are not consistent with the findings of Laeng et al. (2007). The present study found no empirical evidence for the existence of a behavioural bias of blue-eyed men towards blue-eyed women. Nonetheless, the results are indicating a statistically significant gap effect being enhanced in the condition using attractive facial stimuli.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
saccadic eye movements saccadic latency gap effect face-attractiveness selective visual attention
Schlagwörter
(Deutsch)
sakkadische Augenbewegungen Sakkadenlatenz Gap-Effekt Aufmerksamkeitsverlagerung Attraktivität selektive visuelle Aufmerksamkeit Aufmerksamkeitspräferenz
Autor*innen
Brigitte Windsperger
Haupttitel (Deutsch)
Messung der Aufmerksamkeitspräferenz für attraktive und unattraktive Gesichter mittels sakkadischer Augenbewegungen im Gap-Effekt-Paradigma
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
85 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ulrich Ansorge
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.30 Allgemeine Psychologie: Allgemeines ,
77 Psychologie > 77.37 Aufmerksamkeit
AC Nummer
AC10857073
Utheses ID
25188
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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