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La società milanese nei romanzi di Andrea De Carlo
Mena Stolzlechner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Gualtiero Boaglio
DOI
10.25365/thesis.28210
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30132.34139.686566-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Meine Diplomarbeit untersucht die Darstellung der Mailänder Gesellschaft in den Romanen Andrea De Carlos. Ich bin grundsätzlich der Überzeugung, dass literarische Werke sehr viel über die Kultur eines bestimmten Landes, einer bestimmten Gesellschaft erzählen. Diese Wertvorstellungen, Verhaltensnormen und Lebensweisen anhand ausgewählter Romane zu illustrieren ist das erklärte Ziel meiner Untersuchung. Der Werkkorpus, auf dem meine Arbeit basiert, beginnt mit Due di due aus dem Jahr 1989 und endet mit dem 2012 veröffentlichten Werk Villa Metaphora.
Andrea De Carlo ist ein Autor, der den Konflikt mit seiner Geburtsstadt Mailand mehr oder weniger explizit in allen seinen Büchern thematisiert. Die Beschreibung der lombardischen Hauptstadt erfolgt vorwiegend nicht über geographische oder soziologische Daten und Fakten, sondern gibt die Gefühle des Autors gegenüber dem gesellschaftlichen, politischen und alltäglichen Leben in der Metropole wieder.
Meine Untersuchung startet direkt bei den Romanen, um genau diese Aspekte einer sehr persönlichen Beschreibung nachzuzeichnen und Berührungspunkte zwischen literarischem Werk und sozialer Wirklichkeit aufzuzeigen. Ich habe versucht, die übergeordneten Themen innerhalb des Werkkorpus herauszuarbeiten, um diese in weiterer Folge zu interpretieren. Die Arbeit startet mit einer semiotischen Analyse der Werke, um anschließend eine soziologische Komponente hinzuzufügen. Die soziale und historische Realität wird nur bis zu dem Punkt untersucht, als es notwendig erscheint, den literarischen Text besser zu verstehen. Der verwendete methodische Ansatz ist also einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Literaturwissenschaft zuzuordnen.
Die Arbeit ist nach den wiederkehrenden Thematiken unterteilt. Nach einer Einführung in die verwendete Methodologie und einer literaturgeschichtlichen Einordnung des Autors handelt das erste große Kapitel vom Kontrast zwischen Reinheit der Natur und Unnatürlichkeit des Lebens in der Großstadt. Das zweite Kapitel konzentriert sich auf die Darstellung der Gesellschaft in den Romanen, auf die Strukturen innerhalb der Familien und auf die Rollen von Männern und Frauen. Im dritten Kapitel soll untersucht werden, inwieweit sich der Autor in seiner Kritik am Konsum, an neuen Kommunikationsmitteln und -formen und einer Zersplitterung einer klar definierten Identität auf Problematiken unserer modernen Gesellschaft bezieht. Als Abrundung der Arbeit folgt ein Interview des Autors zu den einzelnen Themenbereichen und die Einarbeitung seiner Antworten in die Konklusion.
Beim Lesen der Romane fällt sofort der starke Kontrast zwischen den Beschreibungen der Großstadt und denen der Natur außerhalb der Stadt auf. Während die Metropole immer sehr negativ dargestellt wird, stellt die Natur ein positives Gegenbild, quasi ein Ideal dar. Die Protagonisten sind ständig auf der Suche nach alternativen Lebensmodellen und suchen Werte wie Freiheit, Natürlichkeit und Mitgefühl außerhalb der urbanen Gesellschaft. Dieses ununterbrochene Streben nach Ursprünglichkeit drückt sicherlich eine grundsätzliche Ablehnung urbaner Strukturen und der damit verbundenen Charakteristiken aus.
Was die Beschreibung des alltäglichen Lebens der Bewohner der Romanstadt betrifft, sind zahlreiche Verweise auf intensiven Verkehr, auf schlechte Luft und hohe Mietpreise zu finden. Außerdem ist zu beobachten, dass alle Städter versuchen, der Stadt zumindest an den Wochenenden und im Sommer zu entfliehen. Hier berührt De Carlo wahrscheinlich einige wunde Punkte, die sich auf die lombardische Hauptstadt im Speziellen beziehen.
In der Beschreibung der Italiener, der Mailänder im Besonderen, verwendet De Carlo zahlreiche Stereotype. In der Überzeichnung der einzelnen Klischees malt der Autor das Bild einer leeren Gesellschaft. Die Protagonisten heben sich in ihren Lebensmodellen von dieser homogenen Masse ab.
Die Darstellung der Strukturen der einzelnen Familien sowie der Umgangsformen innerhalb derselben ist meiner Meinung nach charakteristisch für unsere moderne Gesellschaft. Sie greift viele aktuelle Veränderungen und damit verbundene Problematiken auf.
Dasselbe gilt für die Beziehung zwischen Männern und Frauen, deren neues und unklares Rollenverständnis nicht nur in der Handlung, sondern auch in den Gesprächen der Personen nachvollzogen werden kann.
Des Weiteren kritisiert der Autor in seinen Romanen immer wieder implizit den Hang westlicher Gesellschaften zum Konsum, während seine Romanhelden versuchen, sich so wenig als möglich an materielle Güter zu binden.
In gleicher Weise zeigen sich die Protagonisten ablehnend gegenüber neuen Technologien wie Internet und Social Networks und versuchen dem Zwang, ständig angeschlossen und verfügbar zu sein, zu entkommen. Auch die veränderte interpersonelle Kommunikation durch neue Kommunikationsmittel und der Einfluss derselben auf die Privacy wird kritisch hinterfragt. In diesen Diskursen zeigt sich, wie schon im Streben nach mehr Natürlichkeit, dass es den Protagonisten nicht möglich ist, den gesellschaftlichen Strukturen zu entkommen.
Die Romane De Carlos sind nicht aus deren örtlichem und zeitlichem Kontext zu lösen und zeigen, so glaube ich, viele Entwicklungen und Veränderungen unserer modernen urbanen Gesellschaft auf.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Literaturwissenschaft Andrea De Carlo Mailand
Autor*innen
Mena Stolzlechner
Haupttitel (Italienisch)
La società milanese nei romanzi di Andrea De Carlo
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
99 S.
Sprache
Italienisch
Beurteiler*in
Gualtiero Boaglio
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.97 Texte eines einzelnen Autors
AC Nummer
AC10862615
Utheses ID
25202
Studienkennzahl
UA | 190 | 350 | 482 |
