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Intertextualität und Zeitkritik
Ewald Palmetshofers "Faust hat Hunger und verschluckt sich an einer Grete"
Dorothee Joss
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Konstanze Fliedl
DOI
10.25365/thesis.28454
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29516.06088.498954-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Der in Wien lebende Autor Ewald Palmetshofer wird immer wieder als Zeitgeist-Diagnostiker wahrgenommen. Er untersucht in seinen Theatertexten die Lebensumstände des Individuums in der heutigen Gesellschaft. Die vorliegende Arbeit geht dementsprechend von der Annahme aus, dass Palmetshofer sich in seinem 2009 uraufgeführten Stück faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete mit der zeitgenössischen Gesellschaft auseinan-dersetzt. Das Ziel der Arbeit ist, die Bezüge zu Goethes Faust und die Darstellung der zeitge-nössischen Konsum- und Mediengesellschaft in faust hat hunger und verschluckt sich an ei-ner grete zu untersuchen.
Für die Textanalyse wird mit einem Blick auf die Forschung zur Postdramatik das Funkti-onsmodell Gerda Poschmanns herangezogen. In einer ersten Textanalyse werden die Funk-tionen der einzelnen Textelemente in Palmetshofers Stück benannt und ihre Bedeutungs-ebenen aufgeschlüsselt.
Dar intertextuellen Gehalt des Stücks im Folgenden eine zentrale Rolle spielen wird, be-ginnt der zweite Teil der Arbeit mit einer Definition des Begriffs ‚Intertextualität‘ und einem Einblick in die Intertextualitätstheorie. Daraufhin werden mit einer textnahen Lektüre die Bezüge zwischen Goethes Faust und faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete aufgedeckt. Parallelen in Aufbau und Motivik werden hier im Detail dargestellt.
Der Hauptteil der Arbeit befasst sich mit den gesellschaftlichen Aspekten, welche im Stück zur Sprache kommen. Der Schwerpunkt liegt auf einer soziologischen Interpretation, welche die im Stück zu Gesellschaft und Glückssuche des Einzelnen getroffenen Aussagen darstellen soll. Zuerst werden die individuellen Glückssuchen im Stück und die Problematiken, mit de-nen die Protagonisten kämpfen oder die sie diskutieren -- wie Konsumdenken oder Ge-schlechterrollen -- beschrieben. Da der gesellschaftliche Kontext, in dem das Stück angelegt ist, durch ein fehlendes Wertesystem gekennzeichnet ist und sich die gezeigte Gesellschaft in einem Stimmungshorizont, der durch postmoderne Phänomene geprägt ist, bewegt, werden in einem weiteren Schritt die Parallelen zwischen postmodernem Denken und der Weltan-schauung der Protagonisten exemplarisch anhand der Theorien Jean-François Lyotards und Arnold Gehlens erläutert. Anschließend wird die Prägung des Stückes durch die Medien, welche sich inhaltlich und in der Erzählstruktur des Stückes niederschlägt, betrachtet.
Unter Einbeziehung von Werner Schwabs Faust :: Mein Brustkorb : Mein Helm wird ab-schließend das intertextuelle Verfahren Schwabs und demjenigen Palmetshofers gegenüber-gestellt. Es zeigt sich hierbei, dass Schwabs Herangehensweise eine spielerisch-dekonstruktive ist, während Palmetshofer einen eher konservativen Zugriff auf Goethes Text anwendet. Im Gegensatz zu Schwab macht sich Palmetshofer auf die Suche nach dem ‚Faus-tischen‘ in der Gegenwart. Themen, welche in Faust vorhanden sind, wie die gesellschaftskri-tische Komponente oder die kritische Sicht auf den modernen Fortschritt, diskutiert Pal-metshofer vor einem zeitgenössischen Hintergrund.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Postdramatik Palmetshofer
Autor*innen
Dorothee Joss
Haupttitel (Deutsch)
Intertextualität und Zeitkritik
Hauptuntertitel (Deutsch)
Ewald Palmetshofers "Faust hat Hunger und verschluckt sich an einer Grete"
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
104 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Konstanze Fliedl
Klassifikation
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.99 Geisteswissenschaften allgemein: Sonstiges
AC Nummer
AC10878361
Utheses ID
25404
Studienkennzahl
UA | 066 | 817 | |
