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Journalistisches Glanzstück oder mediale Inszenierung?
zur Krisenkommunikation des ORF am Beispiel der "Am Schauplatz"-Reportage "Am rechten Rand"
Elisabeth Lind
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Friedrich Hausjell
DOI
10.25365/thesis.28490
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30445.36099.327154-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Am 12. März 2010 treffen zwei junge Burschen bei einer Parteiveranstaltung auf ihr politisches Idol – den Parteiobmann der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), Heinz-Christian Strache. Doch die beiden sind nicht alleine da, sie werden von einem Kamerateam des österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ORF, begleitet. Der ORF-Redakteur Ed Moschitz arbeitet nämlich gerade an einer Sozialreportage über die beiden, denn das Besondere an ihnen ist ihre politische Gesinnung: sie sind rechtsradikal.
Die Begegnung mit dem Politiker ist vorbei und sehr unspektakulär verlaufen. Das Team ist bereits dabei zusammenzupacken, da ruft Heinz-Christian Strache nach der Polizei, sein Vorwurf: Er hätte etwas Nationalsozialistisches gehört. Einer der beiden Skinheads hätte – nach Aufforderung des ORF-Journalisten – „Heil Hitler“ in die Fernsehkamera gerufen. Das Kamerateam hat nichts gehört und bestreitet den Vorwurf. Diese Begegnung hat sich im März 2010 – also vor mittlerweile mehr als drei Jahren in Wiener Neustadt (in der Nähe von Wien) zugetragen. Bis heute ist die Causa aber noch nicht restlos geklärt. Die von der FPÖ gegen den ORF-Redakteur eingebrachte Anzeige wegen Anstiftung zu nationalsozialistischer Wiederbetätigung wurde zwar fallen gelassen, stattdessen wird jetzt aber wegen Beweismittelfälschung ermittelt. Denn auf dem Drehmaterial ist kein nationalsozialistischer Sager zu hören, weshalb die FPÖ davon ausgeht, dass die Kassette in der Nacht vom 12. auf den 13. März, manipuliert worden wäre. In drei unabhängig voneinander durchgeführten Gutachte konnte bisher aber kein Beweis für eine nachträgliche Bearbeitung gefunden werden. Der FPÖ-Chef bleibt aber bei seiner Behauptung, weshalb auch gegen ihn aktuell noch immer ermittelt wird: und zwar wegen falscher Zeugenaussage. Wann die Causa juristisch entschieden sein wird, lässt sich heute noch nicht sagen.
Neben den juristischen Folgen hatte die Causa aber noch ganz andere Auswirkungen, denn abgesehen von dem Vorwurf, die beiden Jugendlichen zu nationalsozialistischen Sagern angestiftet zu haben, wurde der Redakteur auch für die Machart der Reportage kritisiert. Statt Wirklichkeit abzubilden, hätte er im großen Stil inszeniert, so lautete der Vorwurf. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden deshalb die medialen Folgen dieser Begegnung näher betrachtet. Wie wurde in den österreichischen Printmedien über die Causa berichtet? Wie wurden der ORF und der betroffene Journalist in heimischen Tages- und Wochenzeitungen dargestellt? Und was ist möglicherweise – drei Jahre nach dem Vorfall in Wiener Neustadt – von dieser Causa am Image des ORF und des Journalisten Ed Moschitz hängen geblieben? Das sind einige Fragen, die mit Hilfe einer quantitativen Inhaltsanalyse der Printmedienberichterstattung beantwortet werden. Mit der Kritik an der Arbeitsweise des Redakteurs standen aber plötzlich auch die Methoden des ORF generell im Kreuzfeuer der Kritik. Das Unternehmen geriet immer mehr unter Druck. Eine optimale Kommunikationsstrategie musste her. Ob eine solche in diesem Fall auch gefunden werden konnte, wird durch eine umfassende Analyse der ORF-Krisenkommunikation mithilfe einer quantitativen Inhaltsanalyse von Presseaussendungen und Agenturmeldungen sowie zwölf qualitativ geführten ExpertInneninterviews beantwortet werden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Krisenkommunikation Medienkritik politischer Einfluss auf den ORF Sozialreportage Authentizität im Journalismus
Autor*innen
Elisabeth Lind
Haupttitel (Deutsch)
Journalistisches Glanzstück oder mediale Inszenierung?
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur Krisenkommunikation des ORF am Beispiel der "Am Schauplatz"-Reportage "Am rechten Rand"
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
256 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Friedrich Hausjell
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.12 Kommunikationsprozesse ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.30 Massenkommunikation, Massenmedien: Allgemeines ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.32 Öffentliche Meinung ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.36 Fernsehen ,
89 Politologie > 89.54 Politischer Einfluss ,
89 Politologie > 89.56 Politische Kommunikation
AC Nummer
AC11578712
Utheses ID
25438
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
