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Leseschwache Kinder ohne phonologisches Defizit - Wird die Rolle der phonologischen Bewusstheit überschätzt?
Florentina Steiner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Alfred Schabmann
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.28724
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29805.46699.420961-6
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im Rahmen einer Re-Analyse der Daten einer Wiener Längsschnittuntersuchung wurde eine Gruppe von leseschwachen Kindern identifiziert, die keinerlei Beeinträchtigungen der phonologischen Bewusstheit zeigten. Die Entwicklungsprofile der Kinder zeigten, dass Vorteile einer guten phonologischen Bewusstheit zu Beginn der Volksschule schnell aufgebraucht waren und auch andere Vorläuferfähigkeiten (RAN, VIS, IQ) nicht auf spätere Leseprobleme schließen ließen. Außerdem scheint es eine sensible Phase des Leseerwerbs im Laufe der zweiten Schulstufe zu geben. Hier fiel die Lesedefizit-Gruppe am deutlichsten hinter die anderen zurück. Die Leseschwäche dieser Kinder betrifft vorwiegend das Pseudowortlesen, und hier vor allem die Lesegeschwindigkeit. Dieses spezifische Problem passt, wenn auch RAN-Defizite nicht nachgewiesen werden konnten, zu dem Typus der „phonological-speed-Dyslexie“ und scheint auf der nicht-lexikalen Route der Zwei-Wege-Modelle angesiedelt zu sein. Betroffen ist vor allem die Automatisierung des phonologischen Rekodierens. Auf Vorläuferfähigkeiten der Schriftsprache ausgerichtete Screeningverfahren und Förderprogramme schließen diese Kinder systematisch aus. Forscher sind daher angehalten, nicht auf die Entwicklung von Erklärungs-Modellen und Interventionen zu vergessen, die direkt beim Leseprozess ansetzen.
Abstract
(Englisch)
Re-analyzing data from a longitudinal study identified a group of children with reading difficulties in absence of any phonological deficit. Analyzing their development showed that positive effects of phonological awareness at beginning of school didn’t last very long. Additionally there were no differences found between these children and their peers in other predictors of reading-ability (RAN, VIS, IQ), later problems were not foreseeable. Further there seems to be a critical phase of reading development during the second year at school. Regarding reading performance in this period children of reading-deficit-group fell far behind their peers. Especially non-word-reading time and -fluency are affected, what fits the “phonological-speed-dyslexia”-subtype, even if no deficits in RAN were found, and seems to be located on the non-lexical route of dual route theories. Children fail in automatizing phonological recoding. Screenings and intervention programs focusing on predictive skills of reading exclude these children systematically. Results of this study show the need of intervention programs that focus directly on processes of reading development itself.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
reading difficulties learning to read phonological awareness
Schlagwörter
(Deutsch)
Leseschwäche Leseentwicklung phonologische Bewusstheit
Autor*innen
Florentina Steiner
Haupttitel (Deutsch)
Leseschwache Kinder ohne phonologisches Defizit - Wird die Rolle der phonologischen Bewusstheit überschätzt?
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
76 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Alfred Schabmann
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.34 Lernpsychologie ,
80 Pädagogik > 80.60 Schreibunterricht, Leseunterricht ,
81 Bildungswesen > 81.51 Lernprozess ,
81 Bildungswesen > 81.59 Pädagogische Psychologie, Unterrichtspsychologie, Schulpsychologie: Sonstiges
AC Nummer
AC10893092
Utheses ID
25648
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1