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Sind moderne Klassiker-Inszenierungen "werktreu"?
eine Untersuchung anhand von Andrea Breths Inszenierung von Schillers Don Carlos am Wiener Burgtheater
Pamela Simone Schermann
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Brigitte Dalinger
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.2954
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29301.28271.168662-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Vorliegende Arbeit hat es sich zum Ziel gemacht, der Don Carlos – Inszenierung von Andrea Breth im konkreten und modernen Klassiker-Inszenierungen im Allgemeinen die Frage nach der Adäquatheit zu stellen. Bereits in den einleitenden Kapiteln wurde deutlich, welche Kontroversen diese Thematik auslöst. Angefangen mit den Überlegungen, wie die Aufgabe eines Regisseurs eigentlich zu definieren sei, über die Diskussionen, wie eine werktreue Inszenierung auszusehen habe, stellt sich die Frage, ob eine Inszenierung überhaupt dem Willen des Dichters entsprechen soll. Doch selbst wenn man dies bejaht, muss bedacht werden, dass sich die Gesellschaft, in der wir leben, weiterentwickelt hat, und Stücke dadurch unweigerlich in ihrer Wirkung verändert werden. Durch andere Gewohnheiten, denen wir heutzutage unterworfen sind, bekommt vieles eine neue und möglicherweise verfälschte Bedeutung, verglichen mit der zu Entstehungszeit des Werkes. Dazu kommt, dass das Fragebedürftnis der Menschen heute ein anderes ist. Da scheint es plausibel, dass ein Regisseur ein Werk unter den jetzigen Gesichtspunkten neu befragt, um es dadurch an die veränderte Gesellschaft anzupassen. Wie schwierig letztendlich die Beurteilung der Adäquatheit ist, liegt auf der Hand. Das zeigt auch die Definition von Erika Fischer-Lichte, die dieser Arbeit zugrunde liegt. Die Aussage, dass eine Inszenierung ein „Interpretant für die mögliche(n) Bedeutung(en)“ des Werkes sein soll um dem Anspruch nach Adäquatheit Rechnung zu tragen, ist sehr weitläufig. Auch das im vorherigen Kapitel öfters zitierte Interview der Frankfurter Rundschau mit Andrea Breth deutet auf die Komplexität dieses Themas hin. Während die Regisseurin zu Beginn des Interviews die Textgenauigkeit und Adäquatheit bejaht, sagt sie später: „Insofern ist der Anspruch, werktreu zu sein, wieder falsch“. Eine eindeutige Beurteilung dieses Themas scheint oft nicht möglich zu sein. Doch die Tatsache, dass mehrere Deutungen ihre Berechtigung haben können, bringt einen Gewinn für die Theaterszene. Bei der Suche nach der Essenz eines Stücks ermöglichen die Regisseure den Zuschauern verschiedene Blicke auf die literarischen Werke, die sich durch die Beeinflussung der persönlichen Umstände des jeweiligen Künstlers immer in manchen Aspekten voneinander unterscheiden werden. Fließen dann auch noch die politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten unserer heutigen Zeit mit ein, werden die Werke der klassischen Dichter nicht mehr wie in Zeiten vor Aufkommen des Regietheaters verstummen, sondern sich laufend weiterentwickeln.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Don Carlos Schiller Andrea Breth staging director's theatre
Schlagwörter
(Deutsch)
Don Carlos Schiller Andrea Breth Inszenierung Regietheater
Autor*innen
Pamela Simone Schermann
Haupttitel (Deutsch)
Sind moderne Klassiker-Inszenierungen "werktreu"?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Untersuchung anhand von Andrea Breths Inszenierung von Schillers Don Carlos am Wiener Burgtheater
Paralleltitel (Englisch)
Are modern stagings of classical plays appropriate?
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
107 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Dalinger
Klassifikationen
24 Theater > 24.06 Theatergeschichte ,
24 Theater > 24.12 Regie, Dramaturgie
AC Nummer
AC07484627
Utheses ID
2572
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
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