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Ich sehe was, was ich nicht sehe
die Rolle unterschiedlicher Ortsfrequenzen und subkortikaler Hirnregionen bei der unbewussten Gesichtswahrnehmung
Julian Brähler
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Ulrich Ansorge
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.29084
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30167.65221.387359-1
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Für die bewusste Gesichtswahrnehmung wird weitgehend eine kortikale Verarbeitungsroute angenommen, bei der visuelle Inhalte von der Retina über das Corpus geniculatum laterale (CGL) zum primären visuellen Kortex (V1) geführt und vorrangig Inhalte mit hohen Ortsfrequenzen genutzt werden. Aktuelle Forschungsarbeiten weisen jedoch darauf hin, dass auch subkortikale Hirnregionen wie die Colliculi superiores und das Pulvinar entscheidend an der Gesichtsverarbeitung beteiligt sein könnten und so durch die schnelle Verarbeitung von niedrigen Ortsfrequenzen über magnozelluläre Kanäle eine unbewusste Gesichtswahrnehmung ermöglichen. Wenn diese Annahmen richtig sind, sollten tiefpassgefilterte Gesichter unbewusst wahrgenommen werden können, hochpassgefilterte Gesichter jedoch nicht. Um das zu überprüfen wurde hier eine Untersuchung mittels eines Masked Priming Paradigma durchgeführt. Dazu wurde den TeilnehmerInnen in mehreren Durchgängen entweder ein tiefpassgefiltertes Gesicht oder ein hochpassgefiltertes Gesicht als Prime, der aufgrund einer Vorwärts- und Rückwärtsmaskierung nicht bewusst wahrnehmbar war, präsentiert. Unmittelbar nach der Primepräsentation mussten die TeilnehmerInnen das Geschlecht eines bewusst wahrnehmbaren Gesichts, das als Target präsentiert wurde, bestimmen. Das Target konnte dabei entweder vom selben Geschlecht (kongruente Bedingung) oder vom gegensätzlichen Geschlecht (inkongruente Bedingung) wie der Prime sein. Im Falle einer unbewussten Wahrnehmung des maskierten Primes sollte die kongruente Bedingung zu einer Erleichterung bei der Kategorisierung des Targets und so zu kürzeren Reaktionszeiten bei der Geschlechtsbestimmung führen (Kongruenzeffekt). Erwartungsgemäß konnten in der Untersuchung nur Kongruenzeffekte mit den tiefpassgefilterten Primes, nicht aber mit den hochpassgefilterten Primes gefunden werden. Die Ergebnisse liefern damit zumindest bezüglich der Bestimmung des Geschlechts einen Beleg für die übergeordnete Rolle von Inhalten mit niedrigen Ortsfrequenzen bei der subliminalen Gesichtsverarbeitung und somit Untermauerung der Annahme einer möglichen subkortikalen Verarbeitung bei der unbewussten Gesichtswahrnehmung.
Abstract
(Englisch)
It is widely assumed that conscious face perception is conducted by a cortical pathway, relaying from the retina through the lateral geniculate nucleus (LGN) to primary visual cortex (V1). Conscious face perception is also supposed to be achieved by mainly using higher spatial frequencies. However recent research indicates that also subcortical brain regions like superior colliculus and pulvinar could contribute to face processing crucial by submitting unconscious face perception through rapid processing of lower spatial frequencies carried via magnocellular channels. If this is the case, low-pass filtered faces should be able to be perceived unconscious, but not high-pass filtered faces. In order to investigate this assumption, a study with masked priming paradigm was conducted here. For this purpose, either a high-pass filtered face or a low-pass filtered face was shown to the participants as prime through several trials. Because of forward and backward masking, these face primes could not be perceived conscious. Immediately after prime presentation the participants had to categorize the gender of a conscious perceivable face shown as target. In the process, the target could be either of the same sex as the prime (congruent condition) or of the opposite sex (incongruent condition). In the case of conscious perception of the masked prime, the congruent condition should lead to facilitated target categorization and thus to shorter reaction times for the gender discrimination (congruence effect). According to expectations, congruence effects were found with low-pass filtered primes but not with high-pass filtered primes. These results provide evidence for superior importance of lower spatial frequencies in subliminal face processing (at least for gender discrimination) and further to support for the assumption that subcortical processing potential contributes to unconscious face perception.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
unconscious perception face processing subcortical masked priming congruence effect spatial frequencie
Schlagwörter
(Deutsch)
unbewusste Wahrnehmung Gesichtsverarbeitung subkortikal Priming Maskierung Kongruenzeffekt Ortsfrequenz
Autor*innen
Julian Brähler
Haupttitel (Deutsch)
Ich sehe was, was ich nicht sehe
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Rolle unterschiedlicher Ortsfrequenzen und subkortikaler Hirnregionen bei der unbewussten Gesichtswahrnehmung
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
60 S. : Ill., graph. Dars
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ulrich Ansorge
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.05 Experimentelle Psychologie ,
77 Psychologie > 77.40 Wahrnehmungspsychologie
AC Nummer
AC11020997
Utheses ID
25957
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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