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Anatomie vs. Poesie
die medizinischen und literarischen Sinnkrisen des Dr. med. Arthur Schnitzler
Cornelia Roswitha Steiner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Norbert Bachleitner
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29175.46012.623259-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im Rahmen dieser Arbeit werden die Tagebücher Arthur Schnitzlers zu ausgewählter Primärliteratur mit dem Augenmerk auf den Schwerpunkt Medizin und Literatur in Beziehung gesetzt. Die einleitenden Kapitel beschäftigen sich mit der prägenden Wirkung des Elternhauses und insbesondere der alles dominierenden Vaterfigur auf den Autor. Es wird veranschaulicht, wie sich Schnitzler während seiner Studienzeit und als Jungarzt mit ersten schriftstellerischen Arbeiten, trotz aller inneren und äußeren Widerstände, erfolgreich gegen ein vorbestimmtes Leben als Mediziner zur Wehr setzt. Im Hauptteil, dem Analyseteil, wird anhand von zwei Textbeispielen, Frühlingsnacht im Seziersaal und dem Wurstel-Romanfragment und den sich daraus ergebenden Themenkomplexen, der Verknüpfung von Medizin und Literatur im Leben und im Tagebuch Arthur Schnitzlers Rechnung getragen. Im anschließenden Kapitel widmet sich diese Arbeit einem speziellen medizinischen Phänomen des 19. Jahrhunderts, der Neurasthenie oder Nervenschwäche. Diese Form der Wahrnehmungsveränderung, ausgehend von den rasanten Umwälzungen der Lebensumstände des Fin de siècle, wird an der Problematik der auftretenden Studien-Neurasthenie Schnitzlers gezeigt. Im Anschluss wird anhand einer Sprachanalyse die Neigung des Autors, mit Hilfe einer Organsprache in Form von Krankheits-, Körper-, Wetter-, Klima- und Temperatur-metaphern physische wie psychische Befindlichkeiten darzustellen, erörtert. Auch der räumlichen Komponente der Körperlichkeit wird in einer Darstellung von der Analogie von Körper und Haus, ein Kapitel gewidmet. Abschließend wird dokumentiert, wie der Mediziner Schnitzler sich und sein ärztliches Umfeld als Patient wahrnimmt und seine Einstellung zum ärztlichen Ethos dargelegt. Mit Hilfe der Text-, Sprach- und Raumanalyse im Vergleich zu den Tagebüchern und den Primärquellen konnte gezeigt werden, dass sich der Schriftsteller Arthur Schnitzler trotz seiner Abkehr vom Arztberuf, das ärztliche Element sowohl in einer sprachlichen Verschränkung von menschlichem Körper und Textkörper - durch einen medizinisch gefärbten Sprachduktus mit Krankheitsmetaphern – als auch durch die ständige Präsenz medizinischer Themen und vieler Arztgestalten im Werk, lebenslang bewahrt hat.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Analogie Medizin und Literatur Neurasthenie Krankheits- und Körpermetaphern Organsprache Dualität Körper-Haus/Raum
Autor*innen
Cornelia Roswitha Steiner
Haupttitel (Deutsch)
Anatomie vs. Poesie
Hauptuntertitel (Deutsch)
die medizinischen und literarischen Sinnkrisen des Dr. med. Arthur Schnitzler
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
120 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Norbert Bachleitner
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen
AC Nummer
AC11074979
Utheses ID
26036
Studienkennzahl
UA | 393 | | |
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