Detailansicht
Die attraktive Stimme
fluktuierende Asymmetrie und Stimmqualität
Peter Abend
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Karl Grammer
DOI
10.25365/thesis.29265
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29138.94300.306469-4
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Physische Attraktivität ist weit mehr als die bloße Schönheit eines Gesichtes. So besagt die redundant message hypothesis, dass bei der Partnerwahl verschiedenartige Signale eine Rolle spielen und eine gemeinsame Ornamentierung herausbilden. Dies erlaubt eine verlässlichere Einschätzung der generellen körperlichen Verfassung. Diese Arbeit ging von der Überlegung aus, dass visuelle und akustische Attraktivitätsmerkmale beim Menschen in die gleiche Richtung weisen und ein gemeinsames Ornament bilden. Um diese Annahme zu überprüfen, wurden die Stimmen von Frauen und Männern aufgenommen und deren Gesichter fotografiert. Darüber hinaus wurden die Körper und die Gesichter anthropometrisch vermessen und somit die fluktuierende Asymmetrie von Körper und Gesicht bestimmt. Hierbei ist die fluktuierende Asymmetrie ein wichtiges Merkmal für die Einschätzung von Entwicklungsstabilität bei vielen Spezies wie auch im menschlichen Organismus. Sie spielt kulturübergreifend eine bedeutende Rolle bei der Einschätzung von physischer Attraktivität und bei der Partnerwahl. Die Stimmen und die Gesichter wurden vom jeweils anderen Geschlecht nach Attraktivität bewertet. Zusätzlich erfolgte eine phonetische Analyse der Stimmqualität. Dazu wurde die Fundamentalfrequenz, die Schwingungsirregularitäten der Fundamentalfrequenz, das Harmonie - Rausch -Verhältnis und die Verteilung der Formantfrequenzen von allen Vokalen in den auf- gezeichneten Stimmen untersucht. Die Analysen erbrachten unterschiedliche Ergebnisse für Frauen und für Männer. Die Attraktivitätsbewertungen von Stimmen und Gesichtern zeigten bei den Frauen eine hohe Übereinstimmung. Eine geringe fluktuierende Asymmetrie von Körper und Gesicht war bei den Frauen mit hoher Attraktivität der Stimmen und Gesichter assoziiert. Ferner zeigten die phonetischen Analysen bei den Frauen, dass diejenigen akustischen Parameter, welche mit Gesundheit in Verbindung stehen, einen direkten Zusammenhang mit der fluktuierenden Asymmetrie und den Attraktivitätsbewertungen. Bei den Frauen stützen die gefundenen Ergebnisse die redundant message hypothesis. Bei den Männern waren die Ergebnisse heterogener. Die Attraktivitätsbewertungen von Stimme und Gesicht standen zwar in einem direkten Verhältnis zur fluktuierenden Asymmetrie des Körpers, aber nicht des Gesichtes. Die phonetischen Analysen erbrachten ebenfalls keine eindeutigen Zusammenhänge mit der fluktuierenden Asymmetrie von Körper und Gesicht. Für Männer fanden sich damit keine Belege für die die redundant message hypothesis. Eine mögliche Ursache kann im für die Geschlechter unterschiedlichen Selektionsdruck liegen. Weiterführende Forschung ist hierzu notwendig.
Abstract
(Englisch)
There is more to attractiveness than a beautiful face. The redundant message hypothesis suggests that mate choice is guided by different cues, which in combination give a better estimate of the general condition of the potential partner. This thesis hypothesized that such signal redundancy may also be true for human attractiveness. To test this, female and male faces were photographed and their voices recorded. Additionally, anthropometric data of bodies and faces have been collected to estimate the fluctuating asymmetry of bodies and faces. In many species as well as in humans, fluctuating asymmetry is a reliable indicator of developmental stability. It plays an important role in attractiveness ratings and mate choice across different cultures. Recorded voices and faces were rated on attractiveness by the opposite sexes. For the assessment of voice quality the voices were phonetically analyzed. This was done by measuring fundamental frequency, jitter, shimmer, harmony-to -noise ratio and formant dispersion of all vowels in the recorded voices. The analyses demonstrated different results for women and men. There was a significant relationship between males’ ratings of female faces and voices. Low levels of fluctuating asymmetry of women’s bodies and faces were associated with high ratings on facial and vocal attractiveness. Moreover, phonetical analyses revealed that parameters associated with physical health are directly correlated with the attractiveness ratings and the fluctuating asymmetry. The results found in females support the redundant message hypothesis. In males, the results were inconclusive, showing a dependency of attractiveness ratings and fluctuating asymmetry of bodies, but not for faces. Phonetical analyses also provided no clear correlation with fluctuating asymmetry of bodies and faces. Consequently, for males the redundant message hypothesis was not supported by this study. A possible explanation could be the diverging selection pressure for both sexes. Additional research concerning this aspect will be necessary.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
female male attractiveness voice body face voice quality bilateral symmetry
Schlagwörter
(Deutsch)
Frau Mann Attraktivität Stimme Körper Gesicht Stimmqualität Bilateralsymmetrie
Autor*innen
Peter Abend
Haupttitel (Deutsch)
Die attraktive Stimme
Hauptuntertitel (Deutsch)
fluktuierende Asymmetrie und Stimmqualität
Paralleltitel (Englisch)
The attractive voice ; fluctuating asymmetry and voice quality
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
251 S. : graf. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Johannes Hönekopp ,
Harald Euler
Klassifikation
42 Biologie > 42.88 Physische Anthropologie
AC Nummer
AC11187097
Utheses ID
26108
Studienkennzahl
UA | 091 | 442 | |
