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Der Prozess des Organisierens im alpinen Bereich aus interkultureller Sicht
Bernadette Hutter
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport
Betreuer*in
Karl Schörghuber
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.29331
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29992.55138.219262-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Kritische Situationen werden oftmals von Bergsteigenden unabsichtlich provoziert und unterliegen in Gruppen verschiedenen sozialen Einflussfaktoren, so dass mittlerweile das Verhalten des Menschen als Hauptgefahrenquelle am Berg gilt. Ziel dieser Arbeit ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten bezüglich der Risikoeinstellung österreichischer und spanischer BergsteigerInnengruppen zu erfassen und die Thematisierung von Risiko sowie das Verhalten in kritischen Situationen in Reaktion mit der Ausprägung spezifischer Merkmale des sozialen Prozesses zu beschreiben. Dazu wird ein Vergleich zwischen den Gruppen der beiden Länder hinsichtlich der Auswirkung gruppeninterner Kräfte, der Konstruktionsprozesse von Wirklichkeiten und der grundsätzlichen Risikoeinstellung vorgenommen. Von besonderem Interesse sind in diesem Fall die Unterschiede, da diese neue Perspektiven auf das Risikomanagement in BergsteigerInnengruppen eröffnen können. Methode: Mittels problemzentrierter Gruppeninterviews wurden insgesamt 24 Bergsteigende, aufgeteilt auf vier österreichische und vier spanische Gruppen, zu den bereits genannten Themen des Bergsteigens befragt. Die Datenauswertung erfolgte anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2010). Ergebnisse: Die Ergebnisse wurden in vier Hauptkategorien und zwölf Unterkategorien dargestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Kräften, die in den Gruppen auf die Mitglieder wirken, den Motiven des Bergsteigens sowie der grundsätzlichen Einstellung und Handhabung von Risiko. Bezüglich des Stellenwertes der Gruppenmitglieder, informeller Führung und Normen zeigen sich erhebliche Unterschiede und auch die Motive des Bergsteigens unterscheiden sich deutlich. Letztere stehen in direktem Zusammenhang mit der Risikoeinstellung. Die Handhabung von Risiko unterscheidet sich in den Bergsteigergruppen der beiden Länder hinsichtlich der Thematisierung von Risiko sowie kritischen Situationen, des Prozesses eines Rückzuges, sowie des gruppeninternen Wissens. Schlussfolgerungen: Die Resultate dieser qualitativ-interpretativen Studie zeigen den Einfluss von vier Hauptvariablen im Prozess des Organisierens spanischer und österreichischer Bergsteigergruppen. Die Risikoeinstellung, das Wissen in der Gruppe, Normen und die Gruppenkohäsion stehen miteinander in direktem Zusammenhang und beeinflussen sich wechselwirksam. Während die drei letztgenannten in den österreichischen Teams eine wagnisorientierte Einstellung begünstigen, scheinen sie in den spanischen Gruppen eher zu risikoaversivem Verhalten anzuregen und die Verdrängung von Gefahren zu fördern. Es ist hervorzuheben, dass Systeme immer in Verbindung mit ihrer Umwelt betrachtet werden müssen und die Risikowahrnehmung auch innerhalb der Gruppen des jeweiligen Landes variiert. Zukünftige Studien sollten sich dem Einfluss alpiner Ausbildungen auf die Reflexionsbereitschaft widmen, da aus den Ergebnissen ein Zusammenhang hervorzugehen scheint. Reflexion dürfte die Wagnisbereitschaft sowie die Vorbereitungen zur Risikominimierung erhöhen.
Abstract
(Englisch)
Mountaineers frequently provoke critical situations unintentionally and become subject to different social influential factors when being in groups. Therefore, humans are currently regarded as the main source of danger in the mountains. Aim: The aim of this paper is to analyse differences and similarities regarding the attitude to risk of Austrian and Spanish mountaineers and to describe the discussion of risk as well as the behaviour in critical situations in response to the appearance of distinguished features of the social process. For this purpose, a comparison between the groups of both countries is made and its focus is on the effect of social forces within the groups as well as on the construction of reality and the basic attitude to risk. In this case, the differences are of special interest because they could open new perspectives concerning the attitude to risk in groups of mountaineers. Method: 24 mountaineers, who were divided into four Austrian and four Spanish groups, were questioned by means of problem-centered interviews about the already mentioned topics of mountaineering. The data analysis was made on the basis of the qualitative content analysis according to Mayring. Results: A total of four categories and twelve subcategories were identified throughout the gathered data. The focus is on the social forces, on the motives of mountaineering and on the basic attitude to and handling of risk. Considerable differences appear with regard to the importance of group members, informal leadership and social norms. Also the motives of mountaineering are markedly different and are directly connected with the attitude to risk. The handling of risk in the groups of mountaineers of both countries differ from another concerning the discussion of risk, the behaviour in critical situations, the process of heading back and the knowledge within the groups. Conclusion: The results of this qualitative-interpretative study show the influence of four main variables on the process of organization of Spanish and Austrian mountaineer groups. The attitude to risk, the knowledge within a group, social norms and the cohesiveness of the group are directly connected with each other and affect each other. While the last three topics encourage the orientation towards risk in Austrian mountaineer groups, in Spanish groups they rather seem to lead to an aversion to risky behaviour and at the same time to suppression of danger. Future studies should be dedicated to the influence of alpine trainings on the willingness to reflect because the results seem to show a connection: Reflection seems to increase the willingness to risk as well as the preparations to minimize a risk.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
mountaineering intercultural comparison risk organisation leadership
Schlagwörter
(Deutsch)
Bergsteigen interkultureller Vergleich Risiko Organisation Führung
Autor*innen
Bernadette Hutter
Haupttitel (Deutsch)
Der Prozess des Organisierens im alpinen Bereich aus interkultureller Sicht
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
XVII, 218 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Karl Schörghuber
Klassifikationen
71 Soziologie > 71.49 Soziale Prozesse: Sonstiges ,
76 Sport > 76.20 Sportorganisation ,
77 Psychologie > 77.64 Gruppendynamik
AC Nummer
AC11020766
Utheses ID
26168
Studienkennzahl
UA | 066 | 826 | |
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