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Der Einfluss von Aufmerksamkeitsprozessen auf die emotionale Gesichtserkennung bei an Schizophrenie erkrankten Personen
Martina Haiderer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Ilse Kryspin-Exner
DOI
10.25365/thesis.29333
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30405.36855.501269-4
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Emotionale Reize wahrzunehmen und interpretieren zu können ist eine Grundkompetenz menschlicher Interaktion. Personen, die an Erkrankungen des schizophrenen Formenkreises leiden, weisen häufig eine Beeinträchtigung dieser Funktionen auf, deren Ursachen in der Literatur kontrovers diskutiert werden (Keane & Silverstein, 2011). Unter anderem äußert sich ein Defizit der Reizverarbeitung in der Wahrnehmung und Diskrimination von emotionalen Reizen in Gesichtern, das in Aufmerksamkeitsverzerrungen für emotional valente Stimuli resultieren kann (Edwards, Pattison, Jackson & Wales, 2001; Kohler et al., 2003; Sung-Hyouk, Jae Jin, Chan-Hyung, Jin Hun & Kwang-Hyuk, 2011). Nur wenige Arbeiten haben sich bislang der Frage gewidmet, in welchen Phasen der kognitiven Verarbeitungsprozesse diese Verzerrungen stattfinden (Arguedas, Coltheart, Green & Langdon, 2006). Die vorliegende Arbeit hat sich daher zum Ziel gesetzt, Aufmerksamkeitsverzerrungen schizophrener Personen in unterschiedlichen Phasen kognitiver Prozesse zu analysieren. Dreißig Personen, die an Erkrankungen des schizophrenen Formenkreises litten, sowie 30 gesunde Personen absolvierten eine umfangreiche Testbatterie, die unter anderem frühe Aufmerksamkeitsprozesse anhand des Dot Probe Tasks sowie spätere kognitive Prozesse anhand eines eigens konstruierten Memory Tasks zu unterschiedlichen Zeitpunkten prüfte. Es konnten verzögerte Reaktionszeiten eines negativ valenten Stimulus bei einer Präsentationsdauer von 100s, sowie Aufmerksamkeitsverzerrungen bei einer Präsentationsdauer von 500ms und produktiver Symptomatik festgestellt werden. Zudem konnte eine defizitäre Fähigkeit zur Emotionserkennung der Versuchsgruppe für die Emotion Ekel sowie für neutrale Gesichtsausdrücke beobachtet werden. Es gab keinen signifikanten Unterschied in der Merkfähigkeit schizophrener Personen und der gesunden Vergleichsgruppe, jedoch konnten Zusammenhänge zwischen frühen Aufmerksamkeitsprozessen und der Performanz im Memory Task bei einem unmittelbaren und verzögerten Abruf der Inhalte festgestellt werden. Die vorliegenden Ergebnisse deuten auf Aufmerksamkeitsverzerrungen in frühen Phasen der Emotionsverarbeitung hin, die sich in einer prioritären Verarbeitung
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negativer Reize äußern – in späteren Phasen kognitiver Verarbeitung dürften jedoch allgemeine kognitive Prozesse, wie das Kategorisieren, Speichern und Abrufen der Inhalte, Effekte der prioritären Reizverarbeitung überlagern. Mit zunehmender Komplexität der Reizverarbeitung, Kategorisierung und Speicherung dürfte der Einfluss von Aufmerksamkeitsverzerrungen für emotional valente Stimuli daher abnehmen.
Abstract
(Englisch)
The perception and interpretation of emotions is a key competence of human interaction. Persons suffering from schizophrenia often show an impairment of those skills – the main reasons for this deficit are still unclear (Keane & Silverstein, 2011). Key symptoms of this occurrence are the failure of recognizing and processing emotional stimuli, which may result in attentional bias (Edwards, Pattison, Jackson & Wales, 2001; Kohler et al., 2003; Sung-Hyouk, Jae Jin, Chan-Hyung, Jin Hun & Kwang-Hyuk, 2011). Only few works of recent literature deal with the question, which stages of cognitive processing are affected by this impairment (Arguedas, Coltheart, Green & Langdon, 2006). The goal of this work was therefore to analyze in which stages of mental processing attentional bias may occur in schizophrenia. Thirty persons suffering from schizophrenia and 30 healthy persons completed – among other tests – the dot probe task to analyze attentional bias in early stages of cognitive processing, as well as a memory task, measuring attentional bias in the memory of faces at two different stages of measurement. Longer reaction times when presenting a negative stimulus for a duration of 100ms were observed. A stimulus presentation of 500ms showed a relationship of attentional bias and positive symptoms in schizophrenia. People suffering from this disease also showed a deficit in recognizing disgust and neutral expressions in faces. There was no difference in remembering faces and their emotional expressions of experimental and control group, but a relationship between early attentional processes and remembering faces in different times of measurement was found. The results indicate attentional bias in early stages of
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cognitive processing in schizophrenia, manifested in favoring negative stimuli. Later stages of cognitive processing tend to be directed by more general cognitive effects, like classifying, retraining and retrieving emotional stimuli, which are prior to more subtle processes like attentional bias. With increasing complexity of emotion processing, attentional bias seem to lose importance for higher cognitive function.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Aufmerksamkeitsverzerrungen Schizophrenie Merkfähigkeit Dot Probe Task Memory Task emotionale Gesichtserkennung
Autor*innen
Martina Haiderer
Haupttitel (Deutsch)
Der Einfluss von Aufmerksamkeitsprozessen auf die emotionale Gesichtserkennung bei an Schizophrenie erkrankten Personen
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
113 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ilse Kryspin-Exner
Klassifikation
77 Psychologie > 77.37 Aufmerksamkeit
AC Nummer
AC11024436
Utheses ID
26170
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
