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Differenzierte Analyse feinmotiorischer Probleme bei Kindern und Jugendlichen mit Posterior Fossa Tumoren und deren Auswirkungen auf den Schulalltag
Mirjam Just
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Ursula Kastner-Koller
DOI
10.25365/thesis.29476
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30437.47765.860765-4
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Hintergrund: Da sich die Überlebensrate von Kindern und Jugendlichen mit einem Hirntumor in den letzten Jahrzehnten deutlich gesteigert hat, lassen sich nun zahlreiche Studien zu neurokognitiven Spätfolgen finden. Allerdings untersuchen nur wenige die Einschränkungen der Feinmotorik, die aber gerade in der Schule häufig gefordert wird. Ziel der Studie war es daher in differenzierter Weise Probleme in der Feinmotorik bei Kindern und Jugendlichen mit einem Hirntumor darzustellen. Des Weiteren sollte untersucht werden, welche feinmotorischen Probleme sich einschränkend auf den Schulalltag auswirken und, ob sich die Angaben der Eltern dabei wesentlich von denen der Kinder unterscheiden.
Methoden: Es wurden 49 Kinder mit einem Hirntumor in der hinteren Schädelgrube mit Hilfe der Motorischen Leistungsserie untersucht. Um Rückschlüsse auf den Schulalltag ziehen zu können, wurde den Eltern und Schülern getrennt die Schulische Partizipations Skala 24/7 vorgelegt. Anhand einer multiplen Regression wurden die behandlungsrelevanten Risikofaktoren für feinmotorische Probleme aufgedeckt und mit dem Mann-Whitney-U-Test Rückschlüsse auf den Schulalltag gezogen. Spearman-Korrelationen wurden berechnet, damit die Angaben der Kinder im S-PS 24/7 mit denen der Eltern verglichen werden konnten.
Ergebnisse: Die Tendenz zeigt, dass Kinder mit einem Medulloblastom, die zusätzlich Strahlen- und Chemotherapie erhalten hatten mehr in ihren feinmotorischen Fähigkeiten eingeschränkt sind, als Kinder mit einem Astrozytom, die weder einer Strahlen- noch Chemotherapie unterzogen wurden. Bei beiden Gruppen waren sowohl das rasche und präzise Ausführen von Zielbewegungen („Aiming“) sowie die Handgeschicklichkeit und Fingerfertigkeit („Stifte einstecken“) am meisten beeinträchtigt, die beide einen großen Teil an Auge-Hand-Koordination erfordern. Die Handgelenk-Finger-Geschwindigkeit („Tapping“) bereitete am wenigsten Probleme, die den geringsten Teil an Auge-Hand-Koordination beansprucht. Für die Schule stellten ebenso das rasche und präzise Ausführen von Zielbewegungen („Aiming“) und die Präzision der Arm-Hand-Bewegung („Linien nachfahren“) die größten Probleme dar. Beim S-PS 24/7 deckten sich die Angaben der Eltern aber nicht mit denen der Kinder.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die Studie hat verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Feinmotorik differenziert zu erfassen, da nicht alle Bereiche dieser Probleme in der Schule zu verursachen scheinen. Des Weiteren stellte sich heraus, dass es notwendig ist, auch immer die Sicht des Kindes und nicht nur die der Eltern miteinzubeziehen.
Abstract
(Englisch)
Purpose: There are many studies that focus on neurocognitive long term effects due to the survival rate of children and adolescents treated for brain tumors increasing over the past decades. Despite the crucial role of fine motor skills in daily school life only few studies focused on this subejct. Hence the aim of this study is to investigate the long term effects of brain tumors on fine motor skills in children and adolescents in a differentiated manner. Furthermore the evaluation of impairments was assessed independently both from children and adolescents or their parents to analyze possible differences in perception or evaluation.
Methods: We examined 49 children with posteria fossa brain tumors -using the ‘Motorische Leistungsserie’. Children and parents separately evaluated impaired late effects in daily school life based on the ‘Schulische Partizipations Skala 24/7’. Risk factors of restricted fine motoric skills evidently impacted through treatment were identified by multiple regression and a Mann- Whitney-U-test was performed to refer observations to daily school life. Valuations from children and their parents were compared calculating Spearman correlations.
Results: The trend shows that children with medulloblastoma who received radiotherapy and chemotherapy are more impaired in their fine motor skills than children with astrozytoma who did not receive these treatments. In both groups the actions of rapid and exact directed movements (“aiming”) as well as manual dexterity and prestidigitation (“plug in pencils”) were impaired the most. Both of them require large part of eye-hand coordination. Fewer problems were observed in wrist-finger speed (“tapping”) which requires very little eye-hand coordination. Interestingly two fine motoric skills, the actions of rapid and exact directed movements (“aiming”) and the precision of arm-hand movement (“following the line”), were highly restricting skills of daily school life. Furthermore, the valuation of restrictive effects by parents and their children showed no significant correlation.
Conclusion: Our study shows that the differentiated analysis of fine motor skills is crucial since only two of the assessed skills potently restricted daily school life. Furthermore the necessity to incorporate the view of children and not only those of the parents became apparent.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
posterior fossa tumors fine motor skills daily school life children
Schlagwörter
(Deutsch)
Posterior Fossa Tumoren Feinmotorik Schulalltag Kinder
Autor*innen
Mirjam Just
Haupttitel (Deutsch)
Differenzierte Analyse feinmotiorischer Probleme bei Kindern und Jugendlichen mit Posterior Fossa Tumoren und deren Auswirkungen auf den Schulalltag
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
79 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ursula Kastner-Koller
Klassifikation
77 Psychologie > 77.08 Psychologische Diagnostik
AC Nummer
AC11033479
Utheses ID
26293
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
